Neuntes Buch.
177
mehr «den als unten sich befindet/heraus,wann sie nun ge«dachen/müssen sievon Venen Hauslein herausgenommen/wieder aufein Blech oder Torten-Pfannen gesetzt/ unvbey demOfenMabgetrocknet werden.
Von etlichen Zucker^Plätzlein / und wie selbige zubesre>tet/kan nachfolgendes gemerket werden;Nemlich/mannimmt / wann man Bisam-Platzlein machen w,!l/ achtEyer/ schlägt dieselbige wohl eine gute Stund/ und men-get dernacd ein Psurd wohl zerstoßenen Zucker / wie aucheinhalbPfundMeiß.Mehldarunter/ wann iiunsolcheswohl untereinander gerühret/thut man auch etwas Bi-sam darunter rühren/ tropffet solches hernach aufein Pa-pier/und lässetssein schnell in den Oten abdachen; Willman es abernichtsogut machen/so kan ein halb PfundZucker/Und em Psunv schönes Mehl dazu genommenwerden. Aufeine anverc Artaber/kan man auch Platz-lein machen/wann man nemiich ein Viertels Pfund gegos-senen Zucker/ nebst Kcasst- und Weitzen-Mehl/ jedes einachtels Psund nimmt/solches unter zwey wohl geklopffteEyer menget/ nnd wohl rübrel/auch/so man w,ll/saubernausgeklaubten Än'ß und Fenchel darunter Mischt /solchesals.dannaufs Papier giesscl/ und in einer Torten^Psan«nen/oder in dem Osensbback et/doch muß man ihnen/ soMan sie in der Torten-Pfannen bächet/ oben die Hltzgrosser als unten geben.
Nichtwemqer istau l-mizumercke.i/ wie man unter-schiedliches^ edachenes von Aniß machen kan/unv zwarersiliZ'Zucker»Brov/weIchesoemjch>rar!?enHaus-Brodähnlich ist/und also ^udere-tet w rd Nemllcd/man schlagtneun oderzehen Ever in einem Hasen n ohl av / rl-ut her-nach sovielZucker/wie bey dem obigen Zucker^Brodver-meldet werden / nebst so vielen M-hl darunter mengen/jedoch daß der Zucker von ichlechter Gattung/ und dasMehlscbwartz seye/rühretdaraufd,esesworl iNdieEyer/thutZimmet/Negelein wieauchCardamoMenundPfes-fer/ nebstgeklaubten Anis und Fenchel darunter/ dachetes alsdann in einen Schart, over wircket es mit Mehlaufeinen Bretaus/ sormiret es wie Laiblein, und bachetsalsd/woraufmanes/so eegebachen-mirRosen«Wasseranstreichen / unv a lo bev dm Ofen trocken werden lassenkan/dieses Brod/kon hernacZ inStücke zerschnitren/undmitZucker und Fenchel bestreuet/aufgesetzt werden Un-gleichen/ kan man auch Ame-RauNem dachen / unv zwarauffokgend«Wei!e/wannmannemlich einvieueloPfunvZuckernimmt/undeingcklopssleftCl/ daran schlagt/ sol-ches wohl rühret/hernach Ge ürtz ungleichen Anis undFenchel darunter menger/aledaim mirscdönenMehl aue-wircket und den Teig in die Mödel drucket/ darnach ge-schwind in demOsen abdachen last.
Letztens ist auch noch mit bevzusugen/wie das Citronen-5Lrov/nebfidenZimmft-Rodren zu dachen / unv zwarVas ertie aufdiese W^ist; '.s.'tmlicd/ man nimmt von einbaar Eyern dasDeisse/schlägt solches wodl ab / baß esgantz lauter unvdünne wird/ aloda- n reibet man von einbciar Citronen/oder auch Pvmerantzen / die äussersteSchalen ab'dochdaß vasWe>sse nick t mitkommt/ unvrühretsieunterdasEyer^ttar / ingleichen nimmt manIlar« durchgesiebten säönm Zucker / menger und kne-tet solche» wohl darunter / sörmiret es alsdann nach ei-nem Model/ioder macht runde Kugeln daraus/ legetSausOblat undda^etesalioab. Zu mercken ist aber/daßman/an statt derCitronen undPsmna^tzen/etlicheTrops«sen von einem beliebige" oder Esscntz nedmen / und demAuckec dcimit einen Geschmack geben tan Zimmet-Nöh-
ren aber werden aufdiese Weise aemacht:Nemlich/mannimmtzu einem t'oth geflossener Zimmet/ zwey Löffel inZimmet Wasser eingeweichten Tragant flösset undrei-du solches wohl in einem Mvrsner durcheinander/knetetalsdann Zucker darunter / drucket solchen Teig in dieForm/ thut ihn aber gleich wieder heraus/ und wann erbeschnitten/kan erumeilienSrockgewickelt/unvalioabsgetrocknet werden.
Rechtliche Anmerckungen über das
Koch-Buch.
On denen Personen / so zum Kochen gebrauchtwerden/tji zu wissen/daßseibiae tdeilsinMans-theils in Weibs-Personen desteben können/ an-gcseden deyVenHösen nichtö neues ist/daß mansich vielmehr der Koch/ale der Köchinnen redienek,ln wel-cher Absichl demnach (^lecciusöe Lommoäzr.rk.i,.schreibt/ daß Fürsten unv Hetten ontermc-hlen idre^öcheinander zu le»h<n pflegten. Immittelst ader ist idnenvbgeleqen-sie mögen dernachinManns vderWeibs-Per-sonen'ixjttden/vupste jich/dey ihrer ^.eirichrung/ rreu/redlich und fieissig erwnsen/.indergestaltel /wdsern durchikre Nnrr-u oder Nachlässigkeit/entweder etwoöverwar-loset worden/ oder Schaden gelitten/ oder gar zu Grun-de gangen/ si? g!e<ch den Dienst-Bolhen darvorRtchen-schafft geben/und solchen verursachtttl Schaden/entwe«der an >drcm ^urh / over auch nach befundenen Umstän«den-mit L'eib-unv Lebens-Straff ersetzen müssen / davonwir einiger Massen beydcm Xl Lzp.dev ersten ZSuchs§. 2 z.)'. Sc i2. vers. zum drmcn/tc.wie auch bey dem2. des andern ^)ucds§. 5. gehandelt haben. In«sonverheitabergehöretdieseshieher/wannfolche Perso-nen die Speisen zu vergifften sich unterstanden/ und dasabscheuliche Laster der Vergütung begangen haben/ da-von zu lesend. r. L. 6e Males 8c ^66 Lslcl.in I. nöMo Llericus 4. (ü. cle lumm. ?r>n. 8c in !. rün»krsrrem9. L. rle kis^uib ur in6l'Zn. Vsr. re-lot rom. z. csp» z. n. 7. ?rolp. ksrZnac. p. f.oper.Lnm.^u.i22.n.4.I)amkc>u6.?rax.<I!tim.r.74.n.i.Lc<IarpT pr. (ünm.part.l.^u. 20.N. t l. 8t l2.in welchem^all / sofern sie solches aus Vorsatz gethan / sie sonderZweisse! dieTodes-Straffverdienethaben/ ä.I. i.L.äsmalekc. Lc msrkem. auch zu dem End nach denen ge-schriebenen Kayserl. Rechten, mit dem Schwerdt/I.pr. Lc§. i.Lcl.z.pr.Lc^. 5. t?Lornol.lle5car.Icem j.28./. 9.K!6epven.Nach der Pcinl. HalS Ge-richtsOrdnung KayftrCarldesV. aber.-dcrMann mitdem Rad/das Welb aber mit der Ertränckung / oder inandere Weg, viel. P. H. O ^rr. 1 zo. Und endlich nachSachsen Recht/beederlev Personen/ ohne Unterschieddes GMlechts/mitdem Radabqestraffet/und vom Le-ben zum Tod gerichtet werden. Larp?ov cl.p.,. yu.20.n. 22.8c leczq. W>ewol)ien/wann «was solches zwischenEltern und Kinvern/deßgleichen auch zwischen Eheleutenvorgehet/ viese Straff noch weiters vermehret werdenkan/ ollermassenabder Anno 158;. von denen Schöp-fen zu Leipzig abgefasten/und bey dem Larpsovio cl.czu.20 n.4s.befmbl!ch en 8enren?.abzunehmen ist welche als»lautet ^ar1' V..lnscbarsserFrag bekannr/daß fteih-rer N'iaczd befohlen / chc?n »Lbemann mic Gifft;uivergeben/ Und baß sie heti ddemGissr auch seit»jien neben der Magd ge jcbaber/ und erstllcd in ei^ne 2^anne ^ier/ das andermal in u?ein/Und ley-lict^eninelne ll^asfer Suppen y rhan unddaßervon dem Siel UNS Wein gerruttcken/und also des^ Z 2 Glffcs
W i>n
Hl <