-6 De6 klugen und Rechts-verständigen HauS- VatterS
Die andere Abhandlung
Von deö Menschlichen Leibeö-Kranckheiten.
^Eilenwir in vorhergehender ersten Abhandlung dem günstigen HaußVatter eine Bcscdrei^unadeß gantzen Menschlichen Leibs dargestellet / alö wollen wir nun auch desselben Kranctheiten be-trachten/und lehren/ wie selbige durch bequeme Hülffß-Mittel können adgewan werden ; sa>reitmalso ohne weitern Vorbericht fort zu dem ersten Capitel/ und betrachten darinn das
Haupt-Weh.
bey Tag/und ist gemeiniglich ein Schnuppen oder Ka-tarrh bey solchen.
§ Z-
des pitdlüts entstehet. 5 4. «so es von vrv «rv.u.s uu,.
wallen kommet. §. 5- So es von hitzigen und scharffen jachen herkomme / also mussen auch unterschiedlick?
Geblüt en, springet.. §. ü. So des Geblüts und Fließ» der Ursach zuwiderlauffende Hülffs Mittel ana/n
Wassers Zähigkeit Ursach ist. werden. Wann dann durch obcn bemeldte KennÄ-i
« 1 cl?eu aewiß / daß der Schmertzen durch die Menae
' ^ Gebuts entstehet/so kan solcher nicht behender abaetkan
^lupt-Weh ist eineschmertzschaffte Empfin- werden/ als durch Aderlassen und Schrepffm.
5 dung / welche von unterschiedlichen U> ja- /. 4. So er aber von Aufwallen des Geblüts ent.
chen/sodieempfindlicheTheiledesHaupts stehet/kan solcher gestillet werden / wann man sichalM
durch ein allzugrosses Ausdehnen/Zujam- balden zur Ruhe begiebt / nachdem man vorhero tolaen.
mentrucken / Nagen /Stechen / und der- desPulver genominen: Nim Marggrafen Pulver/^e-^
gleichen/suchen / zu verletzen / entstehet. Crystallen eines jeden 15. Gran/pr-epari'rre Krebs-Au.
Deren empfindlichen Theilen sind theils ausser der Hirn- gen 10. Gran / l.auci. opiar. 1. Gran,schalen/ nemlich derselben Hautlein / theils innerhalb/ als / s. So das hitzige und fcharffe Geblüt den
die Hirn Häutlein /Schlag-und Blut-Adern/welche alle Schmutzen bringet / muß man ein gelindes Gatt
empfindlich sind / weilen sie viel kleineZaserlem von Ner- führendes Mittel vor die Hand nehmen/ dergleichen s»l^
ven in sich fassen. Diese Theile werden auf unterschied- gendes ist : Nimm Sennet- Blatter ohne ^lenae i
liche Weiß verletzet / und zwar erstlich von dem Geblüt/ Loch/ Mertz-Violen/Rosen/eines?eden ein kalbLotb/
wann nemlich solches entweder wegen seiner grossen Men, kleine Wein-Beerlein 2^ Loth/ Weinstem-Saltz ein bald
ge und Auswallen / ingleichen Zähigkeit / die Adern seht Loch. Zu diesen gicsse man ein halb Maß frischet
ausdehnet/ oder durch eine starcke Schärfte und Saure ser / und laß über Nacht in einem warmen Orr sieben,
ftlbige naget und beisset / hernach von einem sauern oder des Morgens / als es ein wenig aufgekocht / muß solch'^
gejaltzsnem / und dicken Fließ-Wasser / welches / indem zum Gebrauch durch ein Tuch geftiget werden ^Vdeces seinen Lauss nicht geziemender Massen vollenden kan / man kan folgendes Clystier gebrauchen um die Gall"ai.^
sondern still stehet/ etlicheTheile sehr ausdehnet/andere zuführen : Nimm Peonien-Wurtz / Cichori-Wurk
aber zusammen drucket. Obgemeldte Theile / absonder- nes jeden 2. Loth / Pappeln-Blatter / Eisen-Kram /
lich aber die sich ausser der Hirnschalen befinden / werden thonien / Violen Blätter eines jeden ein Hand v?//
verletzet / durch flössen / fallen / und dergleichen ausserliche Ckamillen-Blumen / Stein Klee eines jeden eine b :!bs
Zufälle. . ^ ^ ^ Hand voll/zerschneide und koche es in Brunnen-^
§. 2. In dem so unterschiedliche Ursachen den ser / seige es durch em Tuch; von dem durchMeaencn
Haupt -Scbmertzen erregen / so müssen die Zufalle und nimm i. Pfund/ thue hinzu LIeH. I.enir. >
Umstände wohl in Obacht genommen werden / damit millen-Oel z.Loth/I-sp. l^unell einHMOuinrl
man Kenn-Zeichen habe/ dardurch zuerfahren/ was für eine Ader geöffnet worden/ kan man von folgender Klix.
eine Ursach seyn möge / die den Schmertzen entstehend rur etliche Löffel des Tags über gebrauchen: Nimm
macht. Wann dann die Adern schwellen / das Ange- chori-Wasser / SauerampffemWaAr/ Schwarlz Kür>
ficht roth ist/ und die Pulß starck / ingleichen wann man scben-Wasser/eines jeden 2^Loch/Sprup von Guckau6^-das Aderlässen und Schöpften/ welches man vorhero ge- Klee-Safft/ Himbeer-Safft emes/eden 1. Lotk/Vitri^-wohnt war/eine Zeitlang unterlassen/ oder die sonst ge- Geist etliche Tropften. Man kan auch etliche
wöhnlichen Blut-Auslarungen aufgehoret/fo ist zuschlies- von Vitriol-Geist allein m Eisenkraut-Wasser nekn/^
sen / die Ursach des Schmertzens seye die ausdehnende Bey schlaffen qehen kan man folgendes Pulver si,-K k-'
Menge des Geblüts / oder desselben Dicke. Als die lieben lassen : Nimm Marggrafen-Pulver ein Scrm^l/
Pulß geschwind / und starcke Bewegungen vorhergegan- >5nriml>n. viaptiorer. einen halben Scrupel/ I^irr r>er
gen/auch als man hitzige Speisen und Getranck zu sich l-,c. s. Gran/himmlischen Theriac i.Gran Nder m^
genommen / so verursachet den Schmertzen das Aufwal- kan folaende Milch gebrauchen / damit die Nächt n -k?
len des Geblüts.?lls es in demHaupt sticht/Hltz und gros. Schlaffiof/melches gemeiniglich bey diesen^ustand
ser Durst vorhanden / der Mund bitter / und man nicht zuaeschchen/ zugebracht werden. Nimm Citrullen Är?/
schlaffen kan/so ist zu urtheilen/ daß das Geblüt/wegen Curumern-Kern/ Kürbis-Kern / Melonen ^ern/!,n!ck
vielerGall sehr scharffundhlk'gjey. Wann das saure jeden r.Quintl/weissenOelmagen-Saamen
oder gesalkene und dicke ^lieft Wasser den Schmertzen Holder«Blüe-Wasser / Rosen-Wasser /
bringet/ so ist der Mensch schlasserig und trag / das Ange- Wasser emes jeden 4- Lotb / schelle dieKernab/!!??.ss^
ficht bleich/ der Schmertz reisend/ bey Nacht starcker als in einem Mörser / und schütte die Wasser'nach und
darzu