Achtes Buch.
Das IV. Kapitel.
Von dem Netz und Magen.
Jnnhalt. ^ 5 4- Der Magen ist aus vier Häuten zusammen
gesetzt / deren die erste / als die gemeine / von dem Darm-
^'' 52. TAenNntz. 5.,. Des Magens Sitz und fell herrühret/und gehen deren Zaserlein von einem Mund-
Abthelt««. S. 4. Dessen Eubstantz. §. 5. Nutz. ^ ^ unterliegenden
« 1. Creutz - weis durchschneiden. Die andere ist fleischicht/
und ist aus zwey Reihen-Fasserlein zusammen gesetzt / dieAs Netz(vmentum) welches eine subtile äußern reichen von des Magens Boden durch die Sei-Haut/so üder dieDarme ausgebreitet ist/ ten in den zwischen den zweyen Mund-Löchern liegendenwird in den obern und untern Flügel ab- Platz / welche/ als sie zusammen gezogen werden/ den Bo-gecheilet / jener/so von der aussernHaut den des Magens gegen die Mund-Löcher aufheben / da-desMagens seinen Ursprung nimmt/wird mit durch selbige / dasjenige / was in dem Magen ent-an den Grund des Magens angehefftet/ halten ist / könne ausgeworffen werden ; den innerendieser aber/welcher von dem umgespannten Darmfell ent- Faßlein gehen theils von der lincken Seiten des Ma-springet/ist an die Leber/Miltz/Rücklein und den Grimm, gens gegen der rechten / theils aber wenden sich schlemmsDarm fest gemacht. Diese zwey Flügel/indem sie ausden von denSeiren gegen den Boden; und nachdem derenSeiten und unten geschlossen/oben aber gegen den Ma- Zusammenziehung von der rechten Seiren gegen dergen offen sind/machen das Netz einem Sack gleich/in des- lincken/ oder von der lincken gegen der rechten geschis-sen Hole zum öfftern ein scharffes Gewässer und Wind het / jo wird das / was in dein Magen ist / entweder durchsich sammlet. Es hat das Netz sehr viel Gefäße/die Blut- das obere / oder untere Mund-Loch ausgeworffen. DieAdern überkommt es von der PsorbAder / und zwar der dritte ist runtzlicht und gefalten / und bestehet meistensobere Flügel die rechte und lincke Magen-und Netz-Blut« aus Nerven ; es gehen auch Blut- und Pulß--AdernAder / der untere die recbte und Hintere Netz-Blur-Ader. durch selbige / welche durch kleine Drüßlein / deren sichDie Pulß-Adern sind Magen- und Kröß-Aeste. Die sehr, viel zwischen der dritten und vierten Haut befin-Spann-Adern oder dieNerven werden von dem Strang den / den Dauungs-Safft (liquorem gskricum) inder Rippen mitgetheilet. Es hat auch sehr viel Feiste/wel- den Magen absondern. Die vierte oder innere Hautche in besondern und kleinen Sacklein aufbehalten wird, scheinet anfanglich ein blojjer Schleim zu seyn / wird§. 2. Das Netz erhalt die Warme des Magens/un- aber / so man den umgekehrten Magen in warm Was-terstützet die Adern/damit das Pfort-adrige Geblüt über ter tauchet / leicht erkandt / und kan man selbige als,sich kan geführet werden / erweichet die Gedärme / und dann von den andern absondern / sie hat auch ihre be-verhindert/ daß sie nicht untereinander verwickelt wer« sondere Gefasse bekommen. Diese innere Haut beschü-den. zet die dritte / welche sehr empfindlich ist / daß sie nicht so§. ?. Der Magen ( Vcnrriculus) welcher einer leicht / v»n den scharffen Speisen/oder Safften/ welcheSack-Pfeiffen gwchet/lieget unter dem Zwerchfell lincker sich unterweilen in dem Magen sammlen / verletzet wer-Seiten/und wird rechts an der Leber/ lincks an dem Miltz de / ingleichen daß die kleinen Drüßlein/ welche allenthal-fest gemacht/unten hänget das Netz samt demRücklein/ ben andenPulßÄdern / so durch die dritte Haut ausge-ausweschen er/ gleich als auf einer Küsten/ ruhet; er wird breitet feynd / hangen / keinen Schaden leiden,abgetheilet in den Grund oder die Höhlen / und zwey §. s. An dem Magen werden die Speisen/ nachdemMund-Löcher / unter welchen das obere oder vielmehr sie in dem Mund durch die Zahne und Speichel vorberei-lincke der Magen-Mundgenemtt wird/ weilen dardurch tetworden/ indenNahrungs-oderMilch-Safft (ck/-die Speisen aus dem Mund in den Magen kommen / sol- Wm ) verwandelt / und zwar mit Hülffe des Däuunas-ches ist mit vielen Spann-Adern umgeben; das untere Saffts / welcher von dem Geblüt durch die kleineDruß,oder rechte Mund-Loch wird derPörtner(p/lOru8) ge» lein abgesondert wird; dieser löset mit seinem wasserichtennennt / weilen durch dasselbe als ein Porte die nunmehr Wesen der Speisen gesaltzeneTheile / mit dem gesaltze-gekochte undgedäueteSpeiß in die anhangende Darme nen aber die indische auf/ nachdem er von der innerlichenausgelassen wird. Warme würckend gemacht wird.
Das V. Capitel.
Von den Gedärmen und dem Gekröß.
Jnnhalt» (.crslls) und Dünnere (rsnuig) zu den Dünnern ge,
tz.,. Der Gedärmen Abtheilung, tz .2. Derselben Wesen. hören drey / als der zwölff Finger lange Darm / ( cjlll,
Gefäße. 4. Drüßlein. h. Das Gekröß. §. 6. Desselben rienum ) welcher liegt auf der rechten Seiten / und ist
Gefäße. jhme angehefftet das Rücklein ; Hernach ist der leere
^ ^ Darm (jejumum )diesem folget der krume Darm (lleum)
^«>Er Magen/ indem er hinabwerts verlan- welcher der längste ist/ er befindet sich in der Gegend des
^ ' qert wird / machet die Gedärme (Inre- Nabels / und erfüllet den Unter - Bauch. Der dickern
kma) welche/ ob sie schon aus einem DarmeAnfangwirdgenommenvondemblindenDarm/
Dtnck bestehen / und von demMagen biß ( inrekino cseco) welcher nur em Loch hat zum Eingang
zu den Hindern reichen / doch aus unter- des Unraths / und ist bey den Kindern wie ein Seckel ge-
schiedliche Weise abgetheilet und benen» staltet / bey Alten aber klein / und krümmet sich wie ein
net werden: und zwar erstlich theilet man sie in die Dick/ Wurm / lieget neben dem rechten Darm - Bein. Der
folgen-