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Des klugen und Rechts-verständigen Haus-Vatters
Das ovn.
Von Erziehung und Wartung der jungen Gans.
Innhalt.
§. i. Unterschiedliche'MtinungeN vdn der ersten Fütterung der jun-gen Gänsc §. 2. Von^en gehackten Eyern/ dem Sauströg-lein/ Wasser und grünen Wasen. Erdsen werden verworfen/hingegen die Gersten r?comme--.äiret> § z- Von ihrem 'Aus-treiben/ waö dabey zu beobachten. ?r--s?rvzr!v wiser dasSrechen der Mncken. Schädlichkeit der unflätigen Haare undDisteln. F. 4. Absonderung der Partheyen der jungen Gänse.Ihre Wartung bey zunehmendem Alter. Nothwendigkeit derZeichnung junger Gänse.
§. i.
^Ae jungmGänse lassen etliche nicht bald essen^undtrincken/sondern/wannsie ausgeschlostenIsind / ohne Speise drey Tage bey der Mut«" ten sitzen / und alsdann kommen sie allererst> mir etwas aufgezogen. Andere abergebenihnen gleich den ersten Tag Gersten' Mehl / in Honigeingeweiht, mir Wasser und Kleyen vermischt für/ biß«weilen auch jungen Lattich/ und lassen sie darinnen stie-ren/ grabeln unv zabeln. Ja ein zewisser ^eäicus ge-het g^r so weit/daß erohNgescheurvorgiebr/wann mandie lungen Gänslein bald aufbringen wollte/ so solle manj»ncn Waiken in WMr gequellet zu essen geben / sobald sie ausgeschlossen seyen. Bock dem seye/ wie ihmwolle/ das ilt gewiß/ die ersten acht oder zehenTa-ve muß mün qute Achtung auf die junge Gänslein ha«den / unv sie wc>i und bey der Murrcr ineistcnö imNest behalten.
/, 2^ Zum erster, g,bt man ihnen bey uns gemei«Mich hart gedackte Cycr/ die man bey dem Nest hm»ftpet/ tke'ls geben sie bloß / theils vermischen sie mitSctmill>auch / Kleyeu/ Brunnenkreß oder Petersilgen«Kraut / wovon sie sich besser erfrischen und erquicken.Das SaUströglein eder Trinck-Geschirr soll flach unvni hock ftyn / damit sie leichter draus trincken undsauffen können. Dock muß man Achtung geben / daßdas Wasser jederzeit frisch und nicht unrein seye/welchesletztere ihnen höchst ungesund ist. Aufdiefe Speise kanman ihnen ausgestochene Wasen mit frischem Graß indie Kammer/oder den Ort/ da sie sind/ hinein geben/damit sie durch dasAbbeissen/ Bescknaufeln und Be?zwicken das Fressen gewöhnen lernen. Etliche kochenihnen auch Erbsen/und mischen gehackte Nesseln darun-ter-Allem/so gern als sie es essen/so schlechreNahrunghaben sie dannoch davon. Dahero istsam besten/ manlasse es bleiben / und gebe ihnen im Gegentheil Breyvon Gersten Mehl/wol gekocht/ Morgends und Abendsvor. D>e grüne Gersten-Saatkiein-gefchnitten essen sie
gleichfalls gerne.
/. ?. So bald sie zeken Tage alt find/ kan man sieschon aufdie Weide gewöhnen; doch muß man Achtunggeben/ ob es warme Lufft gebe/ oder nicht. Dann ohnediese ist es vergebene Sache nut dem Austreiben / sinte-
mal nichts ieichiers geschehen ist/als das/ungeGanslei'?!?wo sie eine harte und rauhe Lufft überfallen hat/das U-dersehen mir dem4eben bezahlen und büssen müssen. Des«wegen soll man sie durchgehends bey rauhem/ kalten unvMegen'Wetter zu Haus behalten. Wann der Tkaunoch im Felde liegt/ soll mansie nicht austreiben/ danner ist ihnen schädlich. Es ist besser/man stelle das früheAuKreiben ein/und warte!/ biß die Sonne den Thauaufgezogen oder abgelecket hat / als daß mau hernach sichmit krancken Gänslein viel schleppen und blatten soli/unvweilen die junge Gänslein um das Bracb-und Heu. Mo-natherum/ durchdie einfallende grosseMsse / oder dieihnen zu dieser Zeit hauffig in die Ohren Liegende unvhefftig stechende Mucken,leichtlich verrecken/joll man ih-nen zu? selbigen Zeit die Ohren mir Baum ^der Leinölbeschmieren/ so bleibet das Geschmeiß von ihnen weg»Niemals aber soll man sie hmigerigw die freye Lufft aue-lausten lassen/soudern ihnen/ ehe sieaufdie Weide gehen /und wann sie wieder heimkommen/ Habern fürseben.Dieses hilsst auch etlicher Massen zu ihrer Bestärkungwider das Verrecken. Im übrigen seil man sie aus derWeide nichlsvon Nesteln noch Disteln fressen lassen/Sann es bekommt ihnen nicht allezeit zum besten. Auchsollmanzufehen. daßlie im Trincken keine Schweins-Borger/ oder Geiß-Haar bekommen und verschlingen /sie werden es sonst nicht lange mehr treiben können.
/. 4. Wo man viel kleine ausgeschlo ssene Gans-gen hat/die nachemanver über sich wachsen / mutz maniede Parthey anfänglich absonderlichhaitcn und einsper-ren/oder mit Gegittern und Brettern / in einem Zim«wer von einander absondern. Dann sonst bringt dieseVermischung und Unordnung den Schaden nach sich /daß/ weil die Kleinernder Grossem Meister und Herrensind/vielgequescht/getretten oder sonst beleidiget werden;welches man nicht mehr so sehr zu fürchten hak/ wann sieein wenig erstarrtet sind. Ze alter sie werden / je weni-ger hat man sich mehr an das leichte und geringe Futterzu binden. Baherv kan und soll man ihnen / wo manesnichtfchon eher gethan/ zum wenigsten nach vier odersünffWochen ihres. Alters / da ihnen die Blut-Federneinzukielen angefangen haben / und sie ohne dem wolwollen gewartet seyn / Gersten-Mehl oder Maltz geben/Dann davon erstarcken sie/und wachsenzimkich auf. Nachdiesem kan man ihnen Waitzen und Habern vorwerf-sen. Mit Rocken, Mehl soll man sie verschonen unvunverworren lassen/weil es ihnen nicht so gesund ist/alsdas andere Fressen. Im übrigen wird eine jede Haus«Mutter schon wissen / daß die jungen Gänse an denFüssen gezeichnet werden müssen / damit man diezukünfftigen Brüt, Gänse/ von denen/soindieKüchegehören/ besser un-terscheiden möge.
N? Ä?
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