Nachdem wir nun die Bauung und Pfleg der Weinflöcke/ und wie sie abgenommen/
wettläufftig und auseinander gestreut besehen/so wird dem günstigen Leser nickt zuwider seyn/die allgemeine Regeln des Weinbaues/ auf dieser Seire/ unrer einem oben emzmuckenvergessenen Kupffer / auf einem Blick beysammen zuübersehen.
1. Soll der Ort wohl an der Sonne/ von den rau- !o. Die Vermischung des Grunds ist das altest-hen Winden aber abgelegen seyn. und beste Mittel die Rebsn zu verbessern.
2. Die Kappen welche die Augen nahe beysammen i l. Die Stöcke kan man bey leidentlicbemHoltz er-stehend haben sind am besten. Sie sollen nicht grad hin- halten/ einlegen und erneuern / wann die Reben mehr ab -auf/sondern überquer gesetztseyn. gehensollen- War etwas hierinnen vergehen norde
3. Die Gattungen oder Reb-Arten setze man abson- so schneide man kurtz/ hacke tieff/ haue die obern Wurl 'derlich eine jede Art. ab/ und lege zu/ so wird der Schade wieder ver! ! .'
4. Die Reben schneide man nicht gleich hoch /ent- werden.
blöse die jungen Stock/und haue die obersten Würtzlein 12. Bey der Einlese soll man sich lustig m e -mitdemReb-Messerab. aber auch GOtt zu dancken/und der Armut zu sä e^
5. Das Hacken erfordert starcke Leut/die zugleich die samt denen weitlaufftig von uns beschriebenen Regobersten Wurtzeln an alten Stöcken abhauen und Stein nicht vergessen.
auswerssen. 1 z. Nach der Lese fange man die Arbeit im B« ^
6. Die /unge Stock wollen nicht nah aufeinander wieder von vornen an mit Grund tragen / mit Vermi-gelegt / die gestickelten Reben durch Gruben erhalten schung der Erde/mit Gruben machen und Dünge führen,werden. Vom Gebrauch des Weins gilt diese Regel der Lateiner
7. Im Brechen soll man nichts von denen Schos- unwidersprechlich/welche wir als die ^.ansetzen:
sen der Stöcke / welche übers Jahr einzulegen sind/ab-brechen. Wo der Ort warm/ nimmt man mehr an Blät-tern/ wo erschatticht und kühl/ weniger weg.
8. Die Blätter müssen bey demHefften nicht mitins Band genommen / die Reben / nach Anleitung desKupffers / fein behutsam um den Psal geleitet werden.Was aber das Hefften anlangt/ kan man es so offt es dieNoth erfordert/furnehmen.
9. Das nach der dritten Hacke gemeiniglich sichhauffig einfindende Unkraut soll/so offt es sich mehret/alle^zeit wieder ausgereutet werden.
Vmklirim leclenr; nst'l» Venus slmacresnrlisLerviac: kos knes rraaliliille nocer.
Ker VOein gehört zum Durst; die Veüus nurzum Rindern /
Wer beyde braucht fo fern/ der wird vieINcheshindern.
ZlVein und die Venus sind gar tüchtig wohl zNleiben;
Nur muß man beyderley nkcht an das HSGiste treiben.
Das
Des klugen und Rechts - verständigen Hausvatters