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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
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745
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Viertes Buch. 74s

size Huten solches Verwahrer werden könne/ ist in dem Nllensch noch Vieh oder Thier hinein komme/ und

l'exr Obsten §. i. angezeiget worden: -^66. Churfürftl. Schaden darinnen thue. Auch die Vögel / Rrahen/

Sächsrvem-Gcbürgs-OrdnungäL snno 1588. >" iLlstern/Und dergleichen fleisslg/und ><»MimM'r

^erb. Es so/ien auch in allen unsern Gebürgen die möglich / abwehren. Lt srr. 27. in veib. E<»U den

VOinzere / nach verrichter Seerhack und Verhau, Gütern der Weinberg aufeinen ganzen Z5erg / wcl-

unz/auch bald die Beere weich werden/Tag und chen eine Person Huten und bestellen tan / sech iz

Nacht/ blF zur Weinlese / fleisslg hüten und wa-- Marckische Groschen / die ganze ^ötcungs-Z it

chen/aufsaß die zeittge Trauben durch Vögel/wil^ über zu L.ohn gegeben werden/ und sollen dieselbe

de Thier und Hunde nicht abgefressen/oder sonsten ansahen zu hüten/ wannder Wein beginnet reiff zu

durck muchWilliZe Ä.euthe hinaus getragen werden/ werden. Hier ist dieses einige noch anzufügen / daß man

oder sonsten Schaden erfolge :c. ItemChurfürstl. zu Rißbach für ein jedesHuhu / welches man in dem

Brandenburg. Weinmeister,Ordn. src.»9. in verb. Weinberg antrifft / wegen Abfressung der Trauben / 6.

Sollen unsere Weinmeisier aufden Herbst / wann älbus, bezahlen müsse/wie zu sehen bey dem V erberrc,

die lVeintrauben beginnen reiff und weich zu wer, in s6<jir»m. prs^t. 26 lpecul. ^peiäcl« voc. Weinberg,

den / die Serge mit allem Fleiß huren / daß dein vert. qu-evis Zsüins.Lcc.

Da6 X^VI. Capitel.

Wie siD der Haus-Vatter zur Weinlese bereiten / und was er

vor derselben beobachten solle.

Jnnhalt. rauch räuchern: Öder er kan Welschnuß - Laub oder

^ ^ ^ Wachholder-Becre nehmen/dieselben im heissen Wasser

h>». Vor der Weinlese muß sich der Haus-Vatter mit nokhwen. sieden / und also die Fasser damit ausbrüben / beriiacbdi«en Geschirren / absonderlich aber mtt Fässern versehe»/ ' ^ 5 . auvvNMN / yemacyvon deren Säuberung allhier gehandelt wird. § 2, Aicr« abel solches Ä>asser zween oder drei) <ag lang in solchemnächst muß er auch die Wein K>'lker zurichten / den Keller Faß zugedeckt stehen lassen. Die alten Fasser aber / dar-saubern. h. z. Und /ein fieissg acht haben / wann die Trau- innen schon Wein gewesen / kan er mit Sal^ und Brun-

von derenBe^ umsehen, nen-Wasser reinigen / und so sie vielleicht Übel riechen/

v°» deren Beschaffenhut hier gemußt w.rv. ausbrennen / und hernach mit Saltz.Wasser ausschwan-

§. 1. cken. Wann aber das Faß nach dem Schimmel schmeckt/

kan er eine gantze Wachholder^Staude mit der Frucht

grosse Mühe aber der gantze Weinbau nehmen / diese in Wein oder Wasser sieden / und das Faß

vorgedachrer Massen bedarff: So grosse damit beräuchern / hernach wann es kalt worden / wieder

5 Vorsorg ist auch vonnöthen / daß der von ausschütten / und mit Saltz Wasser ausreinigen: Das

GOtt beschehrte Seegm recht einge- Faß mag aber neu oder alt seyn/so ist das sicherste/selbi-

bracht werde/ welck)es eine von denen letz- ges also zu behandeln: Man siede Beyfuß in einem Kessel/

ten Arbeiten ist / dadurch aller bißhero ge- brühe das Faß damit / spüle es darauf mit frischem Was«

habter Schweiß und Fleiß / Müh und Arbeit/ Vermit- jer aus / und laß es darinnen stehen / so ist man vor aller

telst GOttes Güte/ reichlich ersetzet und belohnet wird: Gefahr der Most- und Wein-Verderbung auf diesesmal

Ehe und bevor aber diese glückseelig- und angenehme Zeit sicher genug. Unterdessen Muß er fleissig zu sehen/daß alle

wü' cklich heran nahet / muß ein kluger Haus-Vatter alle Fasser wohlgebunden werden. Davon hernach was fol,

Nothwendigsten herbey schaffen / damit / wann die gen soll- Im übrigen ist GOttes Segen offt fo reich ge,

Z'irgeko-mnen/ nichts im Weg stehen möge/was solcher wesen / daß man fo viel Most zu leihen geben / als viel Ai-

Arbeit verhnderlich wäre: Weswegen er dann vors nier in die entlehnte Fasser gegangen. Und mancher dürre

'^rste sich u ' i alles nothwendige Geschirz und Zeug / wel- Sommer hat mehr Wein / als Wasser geschenckt. Cnd-

chcsman b .y der Weinlese vonnöthen hat/umthun muß/ lich mag der Wein-Herz diese Lehr dabey wohl mercken/

als da sind die Butten / Kufen / Kübel - Bande / Trag- daß er bey einein Monat lang vorher die Fasser schon be-

Schäfflein und andern mehr / davon zum Tbeil Hieroben reiret habe: Weil ohnqefehr ein paar Fröste einfallen/

gedacht worden ist: Absonderlich aber/ muß er sich genug- und dem Wein am Stock die Höhe geben können: Dann

sam mit vielen Fassern nach der Proportion des Göttli- sich bey der Lese-Zeit erst um genügsames und reines Ge,

chen Weinberg-Segens versehen/ selbige von allen bö- fchin umthun / das Heisset das Essen zum Feuer setzen/

fen Gestanck und Geschmack säubern / auch zu dem Ende wann man anrichten soll. Sie sollen die Fasser von

mit gutem Geruch / als zum Beyspiel mit Quendel/ La- Rechts wegen die 4. nächste Wochen vor der Lese mit

vendei / Salbey / Rosmarin und dergleichen ausbren- Wasser gefüllet/ und so z. Wochen stehend gelassen; da-

nen/ferner mit frischem Wasser auswaschen/ von dem bey von einem rechtsorgfaltigen Vatter wohl vifiriret

Weinstein Mutzen / wohl umwaltzen: Damit sie allent- werden / darzu er im dritten Buch Unterweisung bekom-

halben duröMWnwerden / auch zur Noth etwas vom men hat. Damit er gleich wisse/ wie reich ihn der liebe

Schwefel Rauch in das Faß hinein lassen : Damit det GOtt gesegnet habe.

Wein nichtkuwichtwerde/mithin in alle Weg seinerei- §.2. Fürsandere muß derHaus-Vatter auchdie

ne Färb behalte. Es hat aber der Haus-Vatter in die- Wein-Kalter und Presse / samt dem dazu gehörigen Ge--

fem Stück anders mit denen neuen / anders aber mit de- fchirz/vor der Weinlese zurichten und aussäubern lassen/

nen alten Fässern umzugehen. Die neuen Fasser / dar- auch zusehen / daß alles wohl verwahret sey: Damit er ,a

innen noch kein Wein gewesen / und welche starck nach nicht irgend an etwas verhindert werde. Inzwischen wird

dem Holtz riechen / kan er mitfnjchem Brunnen-Wasser er dieselbige nach seines Landes Art und Gewohnheit an-

und ungelöschten Kalch ausbrühen / hernach selbige mit zurichten wissen. Fürs dritte muß er auch nach seinem

Saltz-Wasser sauber auswaschen / undmit gutemWey- Keller sehen / denselben fleisslg auskehren/ und von aller

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