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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
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Viertes Buch. 721

richttgstehen / etwasfrechen / aber nicht allzu fetten oder sie davon öffters truncken werden. Alle Bäume sollen liebee

brennenden Bau / als etwan schwache Gassen-Erde / bey zu weit voneinander/als zu nahe zusammgesetzet werden.2. Fingern hoch / und gegen dem Stamm hin noch höher Einen alten aber mchtgar veralten Baum zu verjun-

zulege / welche man hernach nach und nach / wann der gen: Nimm ihme die unfruchtbaren Aeste hinweg / und

Stamm schon bekommen / hinweg und ausziehen / und beschneide ihn wohl / gib ihm frischen Bau / und vor ichs

nur das wenigste ligen lassenkan. Das dienet wider an- besagten Dung alt verlegen Menschen-Dung/V ogelmisi

haltendeHitze/und schadet auch nicht bey nässendem Wet- oder Pserdatel mit Regenwasser vermischt: so wird er

ter. Wann dergleichen versetzte Baume schon bekommen/ neue Schößlinge antreiben. In diesem allem aber vergiß

mag man sie Abends /wann dürres Wetter / besprengen/ ja nicht des Baums des Lebens / der Pflanzen der Gerech-mit Wasser / darinnen Pserdatel / crlegenes Menschen- tigkeit / und der Früchte des Heils. Deine Seele ist meheKot/oder Menschen-Urin / oder Vogelmist eingeweichet werth denn Millionen Baume / deren jeder /ährlich vielworden. Das machet sie desto frecher; jedoch der keines Futter Früchte träger. Merckts: denn was hast du vonallzuviel. Wann sie aber einen Zulauffvom Regenwas- allen fruchtbringenden Bäumen / wenn du selbst ein kah«ser / das Gassen-Dung mit sich führet / haben können / ist ler unfruchtbarer / zweymal erstorbener und ausgewurzel,solches besser als das vorige / schadet auch nicht / wann ter Baum bist?

Das XXXI. Capitel.

Von denen Wildlingen.- Item von der Stein-Kern-und

Baum-Schul.

Innhalt. schlecht seye: gestalten sonsten das Zweiglein sich mit sol-

5 l. Wie vielerlcy die Arten der Baume seyen / so man in einen chen starcken und ungleichen Holtz nicht wohl vereinigenObsgarten zu pflanzen pfleget. H. 2. Beydenen Wildlingen kan. Deßgleichen Muß man auch die Wurtzel bey denen-oder Wildpflanzen hat der Gärtner sowohl auf die Baume selben wohl in Acht nehmen / und haubtsächlich sehen / ob

n»d-'n f ÄÄ m-7s,- dl-f-lb- noch / d-rSmmm mw-rschr, / und d-r

setzet, ju sehen. §.4. Weiln aber die Wildlinge nicht aller KeM oder das Mal ck ft lsch und gut seye; dannwannes

Orten zu finden / als ist eine Baum, und Kern-Schul anzu> an einem derselben Stücke fehlet / so wird es besser seyn/

stellen / so allhier beschrieben! 5. und was darbey zu be- hgß ^ jh^m Ort stehen lasse. Dahero dann bey

obachten / an die Hand gegeben wird. §.6. Endlich nurd Ausaraben wobl daraus tU seben semi wird /da6 manvon der Art ves Steckens: §. 7. Deßgleichen auch von der ^ ^

Ieit gebandeit. Stamm - und Hertz-Wurtzel nicht verletze/ mithin die

§. i, Mutter- und Stammwurtzgantz ausgezogen werde; wel-ches zu verhüten wohl vonnothen'/ daß man die Erd herum

Achdem wir den Baumgartner Unterrich- gewahrsam und gemächlich aufgrabe / und darnach alle

m/ auf was Art und Weis/und zu wel- überflüssige Zäserlein sammt denen Zweigen und Kopf

cher Zeit die Pflanzung der Baume vor- oder Gipfel weg schneide. Dasforderste/welches hierzu

zunehmen;als wollen wir demselben in die- beobachten ist / daß man den Pfiantzsiock / wie er stehet/

^ Capitel von denen Arten der Bäume mit einem Riß oder auf andere Weise bemercke / und das

selbst einigen Unterricht mittheilen. Die Merckmal entweder gegen den Ausgang der Sonnen/Baume nun / welche in einem erstangelegten Obs-Garten oder gegen Mittag richte: aufdaß man ihn hernach imgepflantzt werden / sind entweder Wildlinge oder VOild- Einsetzen in ein anders Land wieder nach derselbigen Ge-

stamme; oder sie sind von dem Rern gepflamzt--und gend kehren könne.

tn den Gbsgarten eingesetzte; oder endlich aus der §. z. Den Ort oder Play/ woraus die Wildling

pfropfund pelz-- Schul oder Pelz-Beet verfitzte ge genommen werden / belangend / istzuwissen/daß der

Saume/von welchen allen insonderheitzu handeln ist. harte / dürr-und steinigte Grund für den besten gehalten

§. 2. Die Wildlinge werden von allerhand wilden werde / aus welchen/ so die Wildlingegenommen / und in

Obs/ aus denen Waldern/Hecken/Gesträuß und dergle«- einen bessern Ortgefetzet werden / an ihrem Wachsthum

chenzusammen getragen/und in den Obsgarten versetzet: nicht zu zweisseln/wofern nur sonst ihre Rinde glatt/ die

Bey welchen wir einem klugen Baumgärtner dreyerley Schösse lebhasst / und die Wurtzel schön ist. Massen die

zu bettachten vorstellen : tLrstlich die Beschaffenheit jenige / so in feuchten Wiesen / entweder an Wassern oder

der Wildlinge selbst : Fürs andere den Ort und Bächen und Marasten wachsen/ob sie wohl frech/geil /und

Play/woraus sie genommen: Und dann fürs dritte wohlgewächsig anfangs aussehen; jedoch Hernachmahls/

den<vrrundplay/worein sieverferzeewerden. Die wannsie in dürre trockene Oerter versetzet werden (als in

VOildUnze selbst müssen von mittelmäßiger Grösse seyn: ihrer Mutter Schoos verwahret/) nicht ausdauren kön-

angeschendiegar zu grossen und dicken allzu langsam und nen / sondern vielmehr abnehmen / und entweder gantz

schwerlich emwurtzeln / die gar zu dünnen und schwachen und gar verderben / oder doch nichts taugliches hervor-

aber lange mchtgebranchet werden können / ob sie schon bringen. Wir sehens ja an denen Menschen/ welche aus

den Boden bald annehmen und emwurtzeln: weßwegen einer magern Küche an eine fette Tafel kommen / wiewohl

diejenige für diebesten und tauglichsten gehalten werden/ ihnen dieSpeise zulege/und um wie viel sie sich verschönen,

welche etwa eines Gadels -Stiel oder eine Spindel Dicke Wann aber einer von des Reichen Manns Tisch / mit

in der Mitte haben / und zwey Reiser in dem Pelzen oder dem Iro beym Schmalhannsen in die Kosi gehen muß/wie

Pfropfen leiden können. Dann woferne sie zu starck / so er vom Leib komme / und wie sehr sich dessen lebhaffte Ge,

überwallen sie langsam; sindsie zuklein/ sogehet es gar staltverfalle. Was aber endlich den Ort und p/ay be-

zu langsam mit dem Aufwachsen und Erstarcken her. Glei-- triffc / darein die Wildlinge versitzet werden / da hat

chergestalt ist bey denen Wildlingen ausdie Rinden zu se- man grosse Fürsehung / und kierbey dieses sonderheitlich

hen / daß sie glatt / nicht grob / hatt/ mosigund unge- zu beobachten/daß man vor allen Dingen einen besondern

TNt z wohl