Viertes Buch. 721
richttgstehen / etwasfrechen / aber nicht allzu fetten oder sie davon öffters truncken werden. Alle Bäume sollen liebee
brennenden Bau / als etwan schwache Gassen-Erde / bey zu weit voneinander/als zu nahe zusammgesetzet werden.2. Fingern hoch / und gegen dem Stamm hin noch höher Einen alten aber mchtgar veralten Baum zu verjun-
zulege / welche man hernach nach und nach / wann der gen: Nimm ihme die unfruchtbaren Aeste hinweg / und
Stamm schon bekommen / hinweg und ausziehen / und beschneide ihn wohl / gib ihm frischen Bau / und vor ichs
nur das wenigste ligen lassenkan. Das dienet wider an- besagten Dung alt verlegen Menschen-Dung/V ogelmisi
haltendeHitze/und schadet auch nicht bey nässendem Wet- oder Pserdatel mit Regenwasser vermischt: so wird er
ter. Wann dergleichen versetzte Baume schon bekommen/ neue Schößlinge antreiben. In diesem allem aber vergiß
mag man sie Abends /wann dürres Wetter / besprengen/ ja nicht des Baums des Lebens / der Pflanzen der Gerech-mit Wasser / darinnen Pserdatel / crlegenes Menschen- tigkeit / und der Früchte des Heils. Deine Seele ist meheKot/oder Menschen-Urin / oder Vogelmist eingeweichet werth denn Millionen Baume / deren jeder /ährlich vielworden. Das machet sie desto frecher; jedoch der keines Futter Früchte träger. Merckts: denn was hast du vonallzuviel. Wann sie aber einen Zulauffvom Regenwas- allen fruchtbringenden Bäumen / wenn du selbst ein kah«ser / das Gassen-Dung mit sich führet / haben können / ist ler unfruchtbarer / zweymal erstorbener und ausgewurzel,solches besser als das vorige / schadet auch nicht / wann ter Baum bist?
Das XXXI. Capitel.
Von denen Wildlingen.- Item von der Stein-Kern-und
Baum-Schul.
Innhalt. schlecht seye: gestalten sonsten das Zweiglein sich mit sol-
5 l. Wie vielerlcy die Arten der Baume seyen / so man in einen chen starcken und ungleichen Holtz nicht wohl vereinigenObsgarten zu pflanzen pfleget. H. 2. Beydenen Wildlingen kan. Deßgleichen Muß man auch die Wurtzel bey denen-oder Wildpflanzen hat der Gärtner sowohl auf die Baume selben wohl in Acht nehmen / und haubtsächlich sehen / ob
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setzet, ju sehen. §.4. Weiln aber die Wildlinge nicht aller KeM oder das Mal ck ft lsch und gut seye; dannwannes
Orten zu finden / als ist eine Baum, und Kern-Schul anzu> an einem derselben Stücke fehlet / so wird es besser seyn/
stellen / so allhier beschrieben! 5. und was darbey zu be- hgß ^ jh^m Ort stehen lasse. Dahero dann bey
obachten / an die Hand gegeben wird. §.6. Endlich nurd Ausaraben wobl daraus tU seben semi wird /da6 manvon der Art ves Steckens: §. 7. Deßgleichen auch von der ^ ^
Ieit gebandeit. Stamm - und Hertz-Wurtzel nicht verletze/ mithin die
§. i, Mutter- und Stammwurtzgantz ausgezogen werde; wel-ches zu verhüten wohl vonnothen'/ daß man die Erd herum
Achdem wir den Baumgartner Unterrich- gewahrsam und gemächlich aufgrabe / und darnach alle
m/ auf was Art und Weis/und zu wel- überflüssige Zäserlein sammt denen Zweigen und Kopf
cher Zeit die Pflanzung der Baume vor- oder Gipfel weg schneide. Dasforderste/welches hierzu
zunehmen;als wollen wir demselben in die- beobachten ist / daß man den Pfiantzsiock / wie er stehet/
^ Capitel von denen Arten der Bäume mit einem Riß oder auf andere Weise bemercke / und das
selbst einigen Unterricht mittheilen. Die Merckmal entweder gegen den Ausgang der Sonnen/Baume nun / welche in einem erstangelegten Obs-Garten oder gegen Mittag richte: aufdaß man ihn hernach imgepflantzt werden / sind entweder Wildlinge oder VOild- Einsetzen in ein anders Land wieder nach derselbigen Ge-
stamme; oder sie sind von dem Rern gepflamzt--und gend kehren könne.
tn den Gbsgarten eingesetzte; oder endlich aus der §. z. Den Ort oder Play/ woraus die Wildling
pfropfund pelz-- Schul oder Pelz-Beet verfitzte ge genommen werden / belangend / istzuwissen/daß der
Saume/von welchen allen insonderheitzu handeln ist. harte / dürr-und steinigte Grund für den besten gehalten
§. 2. Die Wildlinge werden von allerhand wilden werde / aus welchen/ so die Wildlingegenommen / und in
Obs/ aus denen Waldern/Hecken/Gesträuß und dergle«- einen bessern Ortgefetzet werden / an ihrem Wachsthum
chenzusammen getragen/und in den Obsgarten versetzet: nicht zu zweisseln/wofern nur sonst ihre Rinde glatt/ die
Bey welchen wir einem klugen Baumgärtner dreyerley Schösse lebhasst / und die Wurtzel schön ist. Massen die
zu bettachten vorstellen : tLrstlich die Beschaffenheit jenige / so in feuchten Wiesen / entweder an Wassern oder
der Wildlinge selbst : Fürs andere den Ort und Bächen und Marasten wachsen/ob sie wohl frech/geil /und
Play/woraus sie genommen: Und dann fürs dritte wohlgewächsig anfangs aussehen; jedoch Hernachmahls/
den<vrrundplay/worein sieverferzeewerden. Die wannsie in dürre trockene Oerter versetzet werden (als in
VOildUnze selbst müssen von mittelmäßiger Grösse seyn: ihrer Mutter Schoos verwahret/) nicht ausdauren kön-
angeschendiegar zu grossen und dicken allzu langsam und nen / sondern vielmehr abnehmen / und entweder gantz
schwerlich emwurtzeln / die gar zu dünnen und schwachen und gar verderben / oder doch nichts taugliches hervor-
aber lange mchtgebranchet werden können / ob sie schon bringen. Wir sehens ja an denen Menschen/ welche aus
den Boden bald annehmen und emwurtzeln: weßwegen einer magern Küche an eine fette Tafel kommen / wiewohl
diejenige für diebesten und tauglichsten gehalten werden/ ihnen dieSpeise zulege/und um wie viel sie sich verschönen,
welche etwa eines Gadels -Stiel oder eine Spindel Dicke Wann aber einer von des Reichen Manns Tisch / mit
in der Mitte haben / und zwey Reiser in dem Pelzen oder dem Iro beym Schmalhannsen in die Kosi gehen muß/wie
Pfropfen leiden können. Dann woferne sie zu starck / so er vom Leib komme / und wie sehr sich dessen lebhaffte Ge,
überwallen sie langsam; sindsie zuklein/ sogehet es gar staltverfalle. Was aber endlich den Ort und p/ay be-
zu langsam mit dem Aufwachsen und Erstarcken her. Glei-- triffc / darein die Wildlinge versitzet werden / da hat
chergestalt ist bey denen Wildlingen ausdie Rinden zu se- man grosse Fürsehung / und kierbey dieses sonderheitlich
hen / daß sie glatt / nicht grob / hatt/ mosigund unge- zu beobachten/daß man vor allen Dingen einen besondern
TNt z wohl