Drittes Buch.
genughat/ bey Zeiten wehle andere Taglöhner/ die ohnedem bey der Erndten-Zeit von einem Ort zum andern her-um gehen/dH diese Arbeit in ihrem Land fürgenommenwird : Dann es ist immer einLand kälter Ä6 das andere/daher erndet auch immer ein Land ehe / als das andere/worbey er sich doch fürzusehen / daß / waNn er sie vor schonkennet / dieselben also beschaffen seyn / daß sie von Jugendaufder Arbeit gewohnt/mithin nicht gerne Müfsiggangerund trage Arbeiter seyn: Dieses desto besser und genauerzu erfahren / muß er denenselben getreue und fleißige Auf-sehet/ welche die Arbeit befördern/ die Faulen anmahnen/die Langsamen aufmuntern/ und dieMiWgen forttrei-ben / vorsetzen: damit die Arbeit fein hurtig und wacker/(sürnemlich / wo vielleicht eine starcke und reiche Ernd zuhoffen ist) von statten gehe / mithin kein Betrug (zu wel-chen bißweilen solche Leute sehr geneigt sind) mit unter-iauffe / noch die Früchte über die Zeit ausdem Feld liegen-de verderben / oder bey schlimmen Wetter / da es bey gu-tem wohl hatte seyn können / eingeführet werden müssen.Sölten sich aber ein und andere darinnen finden/ die nichtrecht daran wolten/ auch wohl widerspenstig und trotzigeyni sojoll er dieselbige lieber beyzeiten fortschicken / ehe'ie nMrem Exempel auch die andere verführen / und aufZiesauleSeiten bringen:
Lieder will ich in dem Dienst einen Fleiß - erwecktenKnaben/
Als vor meinem Angesicht zwantzig faule Händehaben.
Inzrvtsihen M er sie auch mit gehörigen Speiß undTranck versehen /und ihnen an täglicher Nahrung undNothdurjfr/so lang sie iim dienen/ nichts abgehen lassen:eingedenck / daß/ ie besser das Gesind gehalten wird / je lu-stiger und fleißiger auch dasMqe seine Arbeit m verrich-ten pflege / wiewol man deren auch findet / welche bey gu-tem IrsHamenc nur lüsterner und liederlicher werden.
§. z . Fürs andere muß sich der Haus-Vatter auchvor der Erndte mit einem guten Vorrath an Bändernversehen / zu welchen er ein gut lang und starckes Korn-oder Rocken-Stroh nehmen lassen/zugleich auch daraufsehen soll/ daß die Knöpfwohl und dauerhafft gemachetwerden: damit nicht nachgehends die Bänder im Bindenbrechen oder auseinander gehen/ und darüber viel Zeitin der Erndte versäumet werde. Wiewshl an etlichenOrten die Garben Bander also gleich vom Korn im Feldgemacht werden; Weil sich aber hierdurch viel Körnleinausreiben/istes besser/ wann man schon gemachte Stroh«Bander im Vorrath hat / die man dann kurtz vorher/ehe sie gebrauchet werden / in ein Wasser duncken/ undzah machen kan: ausdaß die Garben desto fester und besserdamit zusammen gebunden werden können.
§.4. In der iLrndee selbstenhat derHausvatterwieder so wohl auf die Zeit als aufdie Art des Schnei-denszusehen: Die Zelt betreffend/soll man es fürneh-men / wann die Früchte vollkommen reiff und zeitig sind/welches er daher mercken kan / wann er sihet / daß dieFrucht - Aehren aufdem Acker allezugleich beginnen gelbzu werden/ da er dann nicht warten soll / biß sie verdorren/oder gar ausfallen / und denen Vögeln zur Speise wer-werden. Dieses ist gewiß / daß es allzeit besser sey ein we-nig früher als spater mit dem Schneiden anzufangen. InErwegung man der Beständigkeit des zukünftigen Ge-witters niemals versichert leben kan. Sonsten halten et-liche dafür / daß der Schnitt im alten Mond am besten zubewerckstelligenfey: Weil man aber denselben nicht alle-zeit erwarten kan/ als muß sich der Haus-Vatter auchhierinnen in die Zeit ungefehr schicken / und vielmehr die-ses betrachten / daß die beste Zeit zu erndten vor Tags sey/sobald esnemlich anfanget licht zu werden; Oder auchnach dem Untergang der Sonnen / bis etliche Stundenin die Nacht/wann der Mond scheinet; fürnemlichwann