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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
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601
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D rittes B uch. evi

mag wohl Ursach an dieser ausser ordentlichen Fruchtbar- Reben wachset / und zwar ohne alles Nachtheil ves

keit gewesen seyn. Wer Lust hat dieses Gewächs sauber Weins/ wie es Her: V. Lernt,. V» enr ni in der

«cstochen zusehen/ darff nur psg. Z27. Lpkem. Lurios. Untern-Pfalz/im Elsaß und ander enWeinlandern öffcers

Oec. ill. gnnum.l/i. aufschlagen. beobachtet/und daher diesem Aberglauben im

/. 7. Sonsten können wir hierbey nicht umhin /zu c» Sckvizrum ksdulol» nachdrücklich widersprochen hat.

erinnern/ Saß'billig unter die Fabeln zuzehlensey / was Was man nun in dieser Sachezu Heidelberg beobachtet/

die welche etwas von der Freystatt der ?Kilo. das hat auch Leorg. Rollenhagen im Buch rvahchass^e

lopdischen Unwissenheit / nemlich von ^nripsekis und HFgen betitelt im iH-Lap. §. z. bekräfftiget / wann er

Lympsltiis schreiben / von der natürlichen Feindschafft spricht: Der Roh! wachse unter dem wein Zu HaU

des Weins und des Kohls anführen. Darunter ist La- berstade und andern Orten / also daß beyderley Ge^

pti/is l^orrs einer / und der andere l-evinus l.emniuz. wächst frech forc wachset / und der vvein an dem

Weiches der Wahrheit sogar zuwider ist/daß vielmehr Rohl/als an etner Unterstützung/sich anhält,der Kohl an keinem Ort besser/als unter jungen Wein,

Daö XXVII, Capitel.

Von Rüben.

Innhalt. und das Unkraut zu rechter Zeit ausjäten solle / weil sie

§ i. Der Rüben Nutzbarkeit und Emtbeilunq; item. der weift dadurch verhindert werden/ daß sie nicht zunehmen kön-

sen Rüben Eyqenschafft, und Säung. h. 2. Und endlich, nen. Wann sie dann also gewachsen / werden sie im

was nach vollbrachter Saat zu verrichten, h. z. Der gel Wein - oder Winrer-Monat ausgegraben und eingesüh,

K d-st° b-qu-m-r

Eygenschafft/Aussäung/AusnehM'MidBewahrung. halten werden / m besondere Gruben verwahret / da^

Kraut aber vorhin sauber abgeschnitten / und für das

s> l. . . Vieh auf einem trockenen Boden biß in den Wmter er,

Je Rüben sind nicht allein für die Men, halten / auch ein Theil von den Rüben / weiche man nicht

fchen / sondern auch für das Vieh nützlich/ zur Speise frisch aufbehalten will / eingemachet / das ist/

absonderlich aber den Winter über wohl entweder eingehacket oder eingehechelt / und den Winter

zugebrauchen; ()uc>clpskumrr!t,uac,ek durch in dem Hause nützlich verspeiset.

. ^itlii'nscs vocsra. Im Lateinijchen hat §. z. Die gelbe Rüben sind zur Mästung weit besser

^ pskinsc, die Rube vonlNahrung > geben und erklecklicher als die andern: Wollen eine wohlgemi,

den Namen. Sie werden eingetheilet / der Farbe und stete/sandichte und etwas leimichte Erde haben/doch daß

vusserlichen Beschaffenheit nach / in weisse/gelbe und rote: sie sich mehr auf Letten als Sand ziehe. In einem stei-

worumer die weisse eine dünne leichte und wohlgemistete nichren Erdreich werden sie bißweilen auch lang / aber gar

Erden verlangen / und in lettichten unv zähen Feldern ungleich und krumm. Das Feld will dreymal geackert/

gerne wachsen ; wie auch bißweilen in Gersten - und Ha- wohl gedunget und geegget / der Saame aber ziemlich

ber-Aeckern / oder im Hanff-Feld angebauet werden; ach- weilläufftig / rmd zwar im Mertzen / May / oder auch um

ten auch die Kalt / Schnee / Nebel / Regen undReiffen Jacobi Tag / nach eines jeden Gewohnheit / im abneh«

nicht/fondern werden nur davon destos sserundgeschiach- wenden Mond/ gesaet seyn : Wo sie dann zu dick stehen/

ter. Die Früh-Ruben werden gemeiniglich im Mertzen kan man etliche davon auszichen / auch wann sie zu viel

und Apriiaesaet/und der Saamevon etlichen eineNacht Kraut haben/ihnen dasselbige benehmen.- Vorausmüs-

vorherinMilch/ darinnen Zucker oder Honig geweichet/ sen sie zweymalgefrettet oder ausgegraset/ und also von

davon sie süß und mild werden. Es wird auch einen Tag Verhinderung des Wachsthums zeitig befreyet werden,

vorher / alsman zu säen willens ist/Ruß darunter <M?i, Endlich sticht oder grabt man sie gemeiniglich gerne jespä-

schct/Wasser darüber gegossen/ der Saame des andern terje lieber/ oderum8znÄ(^alIiTag / oder wann es ei-

Tags also naß in den Grund geworfen; so hat man den nen warmen Herbst gibt / etwas später aus / lasset aber

Vortheil / daß sie vor dem Ungeziefer bewahret wer- die geschlachtesten und formlichsten zur Saat stehen / und

5>en. Der Saame selbst darff nicht in grosser Meng da- hebet selbige darnach aus: Wann sie dann ausgehoben/

Angesäet werden : Massen ein halbes Pfund auf ein gan- setzet man sie den Winter über in Keller / hernach den

LtSTagwerck genug ist / worvon dann nachgehends unter, Frühling in den Garten / und lässet also den Saamen gar

Wdliche Sorten/ klein und groß/ runde und lange wach- zeitig werden / welches bey denen andern Rüben ebenfalls

sen. Willman aber grosse Rüben haben/ so kan man die alfo beobachtet wird.

jungen Rüblein/ wann sie nur eines Fingers dick sind/zim- §. 4. Die rote Rüben/ R.ubrT Lsrorrs?, haben/was

lich weit voneinander setzen / darnach mit gutem Grund die Bereitung des Bodens betrifft / einerley Wartung

beschütten/ und mit Füssen daraustretten / dasich dann mit denen gelben/ und werden/nach Ausgang desWin-

die Nahrung / welche sonst in das Kraut und Stengel ters im abnehmenden Mond/ausgesaet/ hernach kurtz vok

schlägt / unter sich in die Wurtzel ziehen wird / und wird Winter / und ehe der Frost den Erdboden schliesset / wie-

man sich billig verwundern müssen / daß aus einem kleinen der ausgenommen / und im Keller im Sand zum noth»

Körnlein eineAche grosse Frucht wachsen kan: immassen wendigen Kuchen- Gebrauch verwahret,

man etlicher Orten/sonderlich im Thüringischen/Rüben §. s. Sonsien gibt es auch noch Steck-Ruben/tvel,

findet/ welche zo. biß 4o.Mnd schwer sind; pliniuz sagt: che gantz andere Eygenschafften als andere Rubm haben/

Vicli qus6rsxinrz lidr»5 exccljemia: Ich hab Rüben angesehen sie besser / süsser / annehmlicher / verdaulicher/

über 40. Pfund schwer gesehen. und dem Magen dienlicher sind / auch bessere Nahrung ge-

§. 2. Dieses aber ist hierbey zu mercken/daß man den den : Sie wollen ein abbängia / mürb/trocken-und

Ruben-Saamen alsobald / jedoch nicht zu tieff/ eineggen/ starckes Feld haben / welches tieff / und viermal geackert

Gggg werden