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mag wohl Ursach an dieser ausser ordentlichen Fruchtbar- Reben wachset / und zwar ohne alles Nachtheil ves
keit gewesen seyn. Wer Lust hat dieses Gewächs sauber Weins/ wie es Her: V. Lernt,. V» enr ni in der
«cstochen zusehen/ darff nur psg. Z27. Lpkem. Lurios. Untern-Pfalz/im Elsaß und ander enWeinlandern öffcers
Oec. ill. gnnum.l/i. aufschlagen. beobachtet/und daher diesem Aberglauben im
/. 7. Sonsten können wir hierbey nicht umhin /zu c» Sckvizrum ksdulol» nachdrücklich widersprochen hat.
erinnern/ Saß'billig unter die Fabeln zuzehlensey / was Was man nun in dieser Sachezu Heidelberg beobachtet/
die welche etwas von der Freystatt der ?Kilo. das hat auch Leorg. Rollenhagen im Buch rvahchass^e
lopdischen Unwissenheit / nemlich von ^nripsekis und HFgen betitelt im iH-Lap. §. z. bekräfftiget / wann er
Lympsltiis schreiben / von der natürlichen Feindschafft spricht: Der Roh! wachse unter dem wein Zu HaU
des Weins und des Kohls anführen. Darunter ist La- berstade und andern Orten / also daß beyderley Ge^
pti/is l^orrs einer / und der andere l-evinus l.emniuz. wächst frech forc wachset / und der vvein an dem
Weiches der Wahrheit sogar zuwider ist/daß vielmehr Rohl/als an etner Unterstützung/sich anhält,der Kohl an keinem Ort besser/als unter jungen Wein,
Daö XXVII, Capitel.
Von Rüben.
Innhalt. und das Unkraut zu rechter Zeit ausjäten solle / weil sie
§ i. Der Rüben Nutzbarkeit und Emtbeilunq; item. der weift dadurch verhindert werden/ daß sie nicht zunehmen kön-
sen Rüben Eyqenschafft, und Säung. h. 2. Und endlich, nen. Wann sie dann also gewachsen / werden sie im
was nach vollbrachter Saat zu verrichten, h. z. Der gel Wein - oder Winrer-Monat ausgegraben und eingesüh,
K d-st° b-qu-m-r
Eygenschafft/Aussäung/AusnehM'MidBewahrung. halten werden / m besondere Gruben verwahret / da^
Kraut aber vorhin sauber abgeschnitten / und für das
s> l. . . Vieh auf einem trockenen Boden biß in den Wmter er,
Je Rüben sind nicht allein für die Men, halten / auch ein Theil von den Rüben / weiche man nicht
fchen / sondern auch für das Vieh nützlich/ zur Speise frisch aufbehalten will / eingemachet / das ist/
absonderlich aber den Winter über wohl entweder eingehacket oder eingehechelt / und den Winter
zugebrauchen; ()uc>clpskumrr!t,uac,ek durch in dem Hause nützlich verspeiset.
. ^itlii'nscs vocsra. Im Lateinijchen hat §. z. Die gelbe Rüben sind zur Mästung weit besser
^ pskinsc, die Rube vonlNahrung > geben und erklecklicher als die andern: Wollen eine wohlgemi,
den Namen. Sie werden eingetheilet / der Farbe und stete/sandichte und etwas leimichte Erde haben/doch daß
vusserlichen Beschaffenheit nach / in weisse/gelbe und rote: sie sich mehr auf Letten als Sand ziehe. In einem stei-
worumer die weisse eine dünne leichte und wohlgemistete nichren Erdreich werden sie bißweilen auch lang / aber gar
Erden verlangen / und in lettichten unv zähen Feldern ungleich und krumm. Das Feld will dreymal geackert/
gerne wachsen ; wie auch bißweilen in Gersten - und Ha- wohl gedunget und geegget / der Saame aber ziemlich
ber-Aeckern / oder im Hanff-Feld angebauet werden; ach- weilläufftig / rmd zwar im Mertzen / May / oder auch um
ten auch die Kalt / Schnee / Nebel / Regen undReiffen Jacobi Tag / nach eines jeden Gewohnheit / im abneh«
nicht/fondern werden nur davon destos sserundgeschiach- wenden Mond/ gesaet seyn : Wo sie dann zu dick stehen/
ter. Die Früh-Ruben werden gemeiniglich im Mertzen kan man etliche davon auszichen / auch wann sie zu viel
und Apriiaesaet/und der Saamevon etlichen eineNacht Kraut haben/ihnen dasselbige benehmen.- Vorausmüs-
vorherinMilch/ darinnen Zucker oder Honig geweichet/ sen sie zweymalgefrettet oder ausgegraset/ und also von
davon sie süß und mild werden. Es wird auch einen Tag Verhinderung des Wachsthums zeitig befreyet werden,
vorher / alsman zu säen willens ist/Ruß darunter <M?i, Endlich sticht oder grabt man sie gemeiniglich gerne jespä-
schct/Wasser darüber gegossen/ der Saame des andern terje lieber/ oderum8znÄ(^alIiTag / oder wann es ei-
Tags also naß in den Grund geworfen; so hat man den nen warmen Herbst gibt / etwas später aus / lasset aber
Vortheil / daß sie vor dem Ungeziefer bewahret wer- die geschlachtesten und formlichsten zur Saat stehen / und
5>en. Der Saame selbst darff nicht in grosser Meng da- hebet selbige darnach aus: Wann sie dann ausgehoben/
Angesäet werden : Massen ein halbes Pfund auf ein gan- setzet man sie den Winter über in Keller / hernach den
LtSTagwerck genug ist / worvon dann nachgehends unter, Frühling in den Garten / und lässet also den Saamen gar
Wdliche Sorten/ klein und groß/ runde und lange wach- zeitig werden / welches bey denen andern Rüben ebenfalls
sen. Willman aber grosse Rüben haben/ so kan man die alfo beobachtet wird.
jungen Rüblein/ wann sie nur eines Fingers dick sind/zim- §. 4. Die rote Rüben/ R.ubrT Lsrorrs?, haben/was
lich weit voneinander setzen / darnach mit gutem Grund die Bereitung des Bodens betrifft / einerley Wartung
beschütten/ und mit Füssen daraustretten / dasich dann mit denen gelben/ und werden/nach Ausgang desWin-
die Nahrung / welche sonst in das Kraut und Stengel ters im abnehmenden Mond/ausgesaet/ hernach kurtz vok
schlägt / unter sich in die Wurtzel ziehen wird / und wird Winter / und ehe der Frost den Erdboden schliesset / wie-
man sich billig verwundern müssen / daß aus einem kleinen der ausgenommen / und im Keller im Sand zum noth»
Körnlein eineAche grosse Frucht wachsen kan: immassen wendigen Kuchen- Gebrauch verwahret,
man etlicher Orten/sonderlich im Thüringischen/Rüben §. s. Sonsien gibt es auch noch Steck-Ruben/tvel,
findet/ welche zo. biß 4o.Mnd schwer sind; pliniuz sagt: che gantz andere Eygenschafften als andere Rubm haben/
Vicli qus6rsxinrz lidr»5 exccljemia: Ich hab Rüben angesehen sie besser / süsser / annehmlicher / verdaulicher/
über 40. Pfund schwer gesehen. und dem Magen dienlicher sind / auch bessere Nahrung ge-
§. 2. Dieses aber ist hierbey zu mercken/daß man den den : Sie wollen ein abbängia / mürb/trocken-und
Ruben-Saamen alsobald / jedoch nicht zu tieff/ eineggen/ starckes Feld haben / welches tieff / und viermal geackert
Gggg werden