Drittes Buch. 59z
siarcken/ und des Winters Frost desto besser ausdauren der kommen / unter weicher Zeit er die ihr zugestellte Eh'
können. Bey der C-ndte muß man sie nicht uberzeiti- Verschreibung zu erbrechen und zu eröffnen verbotten-
aen lassen/anerwogen sie sonst auszureissen pflegen. Bey Diese Zeit gieng auch herum. Der Briefwurde eröffnet/
denen Bohnen/können wir zu einem ergötzlichen Unter- und bey Wegraumung des Sigels/ an statt der Ehver-
marck /dencnMen Dienst-Mägden zum besten und zur schreibung/ diese Wort/ zu höchster Bestürtzung / der ih»
Warnung /diese artige Geschichte wohl mit anführen, rem Liebsten zuviel trauenden Braut/gelesen:
sich d-ch
Vertraulichkeit nimmt zu. Allein der Liebhaber wurde
seiner Meynung nach / nach Haus gefordert. Der Ab- Die Freunde der Magd werden gewiß ins künfftige die
schied fiel schmertzlich; Dock bey versprochener Eh-Ver- Bohnen ihrem Baslein so gut7 als l^rksgoi-ss
schreibung noch erleidlich. Nach der Abreise des Galant Lehrlingen/ verbotten haben : Weil sie / ihrer 8,'ßnzcur
unterliessen die Freunde nicht/ das guteMensch zu schrau- nach/ denen Nieren gleich sehen und zur Geilheit reitzen
den / daß nun der Herr Liebste nicht mehr kommen/ und und ein gutes wucnmenc geben sollen : daher die Boh-
der Vogel einen solchen Flug genommen haben würde / nen von küssen und schwanger seyn/ weil sie zu
in welchem er nimmer zu fangen wäre. Sie blieb aufih- beyden meisterlich helffen/ den Namen haben,rsr tröstlichen Meinung/ er würde nach einem Jahr wie-
Das XXlj. Aapitcl.
Vom Reiß.
I'Utthült. belangend / so gefchicht dasselbige gemeiniglich im Früh?
tz. l. Des Reises Nutzbarkeit. 5.2. Eintheilum; und Eigen- ling/nach verniuthlich geendeter Kälte' worbey viele auf
' schafft; und was er für einen Grund erfordere, h. z. Die die Zeit zu mercken pflegen / zu welcher sie den Hlrß säen/
Zurichtung des Grund und Dodenö^ die davon hier neben gedacht worden lst.Die Art des Zaens/
Ä-Än" w muß.İg.schch-n: d.«.. so dÄ ->-ö Ü..S K°m ^S.t,
andernFruchten tügUch werde. nach erst erinnerter Manier benetzet oder befeuchtet in die
Erdegeworssen/mit der Eggen bedecket: und ohneVer-
§- zug ein paar Finger hoch A? assers darüber geleitet werde/
W^^JeBohnen habenihr Recht: drum gehen massen er anfangs nothwendig unter demWasser gelast
wir auf den Reiß / welcher gleichfalls zur ftn werden muß.
Erhaltung des Menschlichen Lebens und F. 4-Wann er demnach in etwas unter dem Wasser
dessen Gesundheit eine von den nützlichsten gestanden/ wird er in kurtzerZeit also frech herfür schiessen/
Früchten ist; anerwogen er nicht allein daß man sich darüber zu verwundern Urjach haben mag;
wohl nähret / und eine von denen wohl- Weswegen bey dem Schnitt das Wasser etlicbe Tag
geschmackesten Speisen bMch gerühmt wird / sondern vorher wieder abgezogen werden muß: Damit die Frucht
auch das Geblüt vermehret / und in etwas stopffetwes- gantz abtrockene/ mithin wohl dürz in die Scheu» en ge-Wegen er denen Bauchflüssigen nicht undienlich; Und ob bracht werden könne. Solche Wasserung »nacht nun
er zwar in unsern Landen nicht so ftarck gebauet/ vielmehr dieFelder/ worausder Neißstehet/ dermassen settund
aus Indien/ Italien und Türckeyzu unsgebracht wird; trachtig / daß sie/ wann der Reiß zwey oder drey Jahr
so ist doch nicht zu zweiffeln / daß / so man ihn auf gute ohngesehr darauf gestanden/allerley Winter - und Som-
Gründe und Felder säet/ und über dieses auch wohl war- mer-Früchte zu bewirthen füglich sind; Zugefchweiqen /
tete/ den Hausvatter/denselben anzubauen/nicht schwer- daß durch das Wasser alles fchadhaffte Ungeziefer und
lich eine Reue beschweren sollte. Unkraut vertrieben wird/ welche Beschaffenheit aber ei-
§. 2. Er wird eingetheilet in rothen und weissen Reiß: nen gantz geraden und ebenen Boden / der an keinem Ort
dessen Eigenschafft ist/ daß er ein ebenes / und aufs wenig- abhangig ist / haben will. Oben ist bey dem Gebrauch
mittelmäßiges Land erfordert/ welches nahe an einem des Reises / OryTsc, zu erinnern vergessm worden / was
Bach oder Wasser gelegen / daß man dasselbige zur ge- an dieftm Ort eben so gutgelesen wird: Daß/ wann man
iMnen Zeit daraus wässern könne. Damit aber das in der Milch/ womit der Reiß gekocht wird / vorher glü-
WGr nicht ausbrechen möge/soll der Haus-Vatter in ende Kistlsteine ablöschet / er wider die rothe Ruhr sehr
dasWdgewisse Beetlein machen / und dieselbige rings- dienlich sey. Der Reiß sühretauch einen guten Brand-
herummit einem kleinen aufgeworffenenDamm verse- wein bey sich/welchen man darausciettilliren kan/wann
hen: McAen sonsten das Wasser von denen Beetlein ab- man den Reiß vorher mit Wasser jähren oder terrnc nri>
fiiessenwmde. Im übrigen muß das Feld gleich An- renlässt. Gestalten in Spanien der Reiß mit Milch ei»u
fangs auchwchl gedunget werden. geweicht/termenrirt/ und hernach ciettillirt wird. Also
§.z. Wann der Acker also zugerichtet / schicket sich bekommen die Herrn Spanier ein Getrancke/welches ihr
der Haus-Vatter zur Aussaung / worbey er beobachten melsnckolisches Gemüt erfrölicht und truncken macht.
soll/daßerdenSaammvorhero/eheerihn ausfaenwill/ Wie Herrv. L^rcliluciusp. 8ss. im SsmmerderEv.
in ein frisches Wasser einweiche / damit er desto milder Kunst Schul anführet,werden und besser gerathen möge. Die Zeit des saenö
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