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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
583
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wird / je besser ist es / immassen es von der Winter Feuch-tigkeit ein wenig mitbekommet / welches denjenigen Ae-ckernwohlzu statten kommen muß/die etwas hoch gele-gen sind: Es muß aber das aussäen geschehen im altenMond / oder im ätzten Viertel / aber nicht in gar zu star-cke und nasse Acker : angesehen in denenselben das Som-mer-Korn nicht gern wachset; wiewohl andere darsürhalten/ daß das Sommer-Korn einen starcken/guten undtrachtigen Grund erfordere; wie dann sonsten die Feldermit doppelter Tracht des schweren Getraids zu hart mit-genommen/ und leichtlich gar verderbet werden können.Dieses aber ist zu wissen / daß das Sommer--Korn besserin niedrigen Aeckern als das Winter-Korn gerathe: an-gesehen es daselbst der anbrechenden Hitze besser widerste-hen kan/auch nicht soviel als das Winter-Getraid aus-stehen darff. Dieses/ nemlich das Winter-Korn / wirdgemeiniglich 4. Wochen vor ^icksclizgesaet/ sonderlichaufsandichte und hohe Felder: dahingegen die niedrigeAlder um KiicKselis, oder in derselben Woche besäetwerden sollen. Wann man aber den Winter-Roggen ge-säet/so soll man ihn gleich unterziehen / und nicht über 2.Taglang im Wasser liegen lassen: Bon beeder Artist die-ses zumercken: daß das Sommer-Korn zum Brod ge-schmachaffter; das Winter-Korn aber schwerer undmehlreichn erfunden werde.

§- ?. Der Acker an sich selbst bedünget sich zum Rog-gen ausfolgende Weise bereitet zu werden aus: iLrftltch»will er gebrachetseyn/ welches im Brachmonat oder )u-nio geschiehet: Darnach soll man ihn wenden / und end-iict, zur Saat pflügen / auf einen jeden Morgen in gutenAckern hat man zween Scheffel / oder sieben Viertel; ingeringen aber anderthalb Scheffel zu saen.Wann dan dieSaat geworssen ist/als dann wird er zweymal in die Lan-ge / und zweymal in die Breite geegget / auch die Wasser-

Furchen das Wasser abzuleiten/ gemachet: Dann gleich-wie der warme und sansste Regen die Saat erfrischet; derPlatz-Regen aber die Fettigkeit abwaschet und wegnim-mst : Also verderbet im Gegentheil das in Furchen lang-stehende Wasser die Saamen nicht wenig. Wann manihn auch vor dem Winter nicht düngen können / so führetman den Mist auf den besaeten Acker / und streuet ihn feindünne darauf; etliche fükrens auch darauf / wann derAcker im Winter hartgefrohren ist.

§. 4. Der Rocken-Saamen selbst soll lauter undrein/ ohneWicken/ Lilch oder Ratten/ darneben auchfrisch gedroschen und sauber ge^utzet seyn / wann er gleichklein-körnig ist: dann/eklein-korniger ein Korn/ wann esnur seine Vollkommenheit erreichet / desto besser zumSaamen tauget es; doch daß es nicht im Mist gestandenseye/ dann ob gleich das Korn / welches im Mist ge^etworden/am erstenreiffwird/ so kan doch ein solcher ge-düngter Rocken dem Saamen nicht gut seyn: Weßwe-gen der Haus-Vatter lieber ein anders gut- und gemeinesKorn/das rein / und ohne Tropffen ist/ mithin nicht imMist gestanden hat / nehmen soll.

s. Der Korn-Saame/ehe er noch aus der ErdeHerfür bricht und ausgehet / hat einen besondern schädli-chen Feind an dem Frost / vor welchem er wohl-verwahrtseyn will. Kommet er aber in die Blühe /so kan er alles we«Niger als starcke schlagende Regen und scharffe Winde lei-den. Wer nun eine Versicherung wider den Frost gerneanwenden möchte / der lasse sich angelegen seyn/ das Kornvor der Zeit derer einfallenden Nacht-Fröste zu bauen.Smrmwind und Platzregen aber abzuwenden / dalassetsich kein Dach so groß/noch so hohe S^eidwand bauen/daß sie beydes von dem Feld abhalten könnte. GOttesGüte / der man sich obnbedinglich / und die Art des zeit-lichen Guts mit Christlicher Bedingung/ andächtig em-pfiehlst/

Drittes Buch.