Druckschrift 
Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
581
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Dri ttes Buch. 581

lauter Unkrautbestchet ^und bey nassen Jahren/ auch zen / der zum Saamen gebraucht werden soll / gefassetauf guten und wohlgebauten Boden wachjet/ worvon/ wird /sauber aus/ weil sie glauben/ daß der inmehlichtewann etwas in das Brod oder Bier von andern Wai- Sacke geschutteteWeitzen gern brandicht we:de.Von an-tzen kommt / der Kopf sehr verwirret und toll gemacht dern Mttteln/welche von andern Hausbüchern zusammenwird: Zmmassen es grossen und harten Schlaffbringel/ geschmieret worden/ mag man wohl sagen/was man vonüberdiß auch denen Augen schadet/ und das Gesicht ver- denen Mitteln für dasZahnweh spricht: KeineKranckheitderbet. Weswegen einem fleissigemHaus-Vatter wird hat mehr Mittel als der Zahnschmertze/und keine Kranck-zu rathen seyn/ daß er sich zur Dresch-Zeit mit guten Sie- heit ist / wo weniger hilsst / als diese. Und ich möchte wohlben versehe / damit er solchen falschen / von dem guten einen Menschen sehen / der nicht etwas dafür wüste.Waißen absondern und scheiden / mithin denselben für §. 6. Wann nun der Weihen also gesaet worden/semGeflügel / welches wenig Nachsinnen braucht/ auf- erwartet der fleissige Hausvatter die Ernde mit Freuden,heben könne/ welchem er deswegen keinen Schaden brin- Worbey wir ihn kürtzlich dieses noch nach erinnern / daßMsondern es vielmehr mästet und fett machet: in Anse- er besser thue/ wann er den Weihen ein paar Tag zu früh/hung er voll weises / aber dem Menschen nicht dienlichen als ein paar Tag zu spat abschneide: Massen er gar gernMehls ist. ausfället / am besten aber ists / er schneide denselben ab/§. z. DieNatur undEigenschafft desWaitzens mitein- ehe das Körnlein hart wird / und wann es eine gelbe Far-ander bestehet bierinnen / daßer hitzig und warmend ist/ be bekommen hat; wann der Schnitt vorüber/ kan er dasweswegen er in feuchte Aecker will gesaet seyn : Wiewol Stroh für sein Vieh gebrauchen: wiewohl das Weitzen-etliche Landsverständige denselben lieber in ebene trockene Stroh denen Pferden nicht fo fürtraglich als denen-und gegen der Sonnen liegende / als feuchte / schattichte hen tauglich seyn solle. Dieses Weitzen-Korn ist demTür-und hügelichte Acker säen wollen: Dieses ist gewiß / daß ckischen Weitzen/(welcher erstlich aus dem()i.cicienrsl-man den Waitzen früh säen solle / damit er beyzeiten ein- locken in dieTürckey / und hernach zu uns gekommen)wurtzele und ausschlage / in Erwegung derselbige sonst weit überlegen; dann obwohl dessen Saame mehlreicb ist/von denen Vögeln/ als welchen cr eine sehr angench-- und ein starckes Brod gibt / so ist doch dasselbige dem Ma-me Speise ist/ rveggefresstn wird / welches eben eine gen wegen seiner trockenen und unsasstigenNahrung nichtder fürnehmsten Uriach ist / warum man ihn gemeiniglich gar angenehm; Dieser unser Teutscher Weihen aber er-unterackert. Der Saamen aber selbsten wird gemeini- warmer gemassigt / erweichet / zeitiget / zertheilet / wirdglich öffters verändert / und nicht immer auf einem A- innerlich als eine gesunde Speise gebrauchet: weil er vielcker gesäet: Gestalten Lolumella beredet ist / daß / wo Nahrung gibt/ und daher fett und dick machet. Die bloss-er zum vierdtenmal auf einen Acker komme / er zum Ro- fe Gerste mit Wasser gemischt/ wo man sie den Kinderncken werde/der von vielen bey uns / und sonderlich bey eingibt / vertreibet ihnen die Spulwurm ; äusserlich ge-denen Ungarn/die davon jahrliche Proben haben / Bey- brauchen sie das Mehl inErweich-oder Linderung der Ge-fall findet. , schwulst/in Entzündung der Augen/und in allen Flüssen/§.4. Der Saame soll kleine/zugleich aber schone voll- wann mans als ein Lzraplslms überleget/im Rothkmffkommene Körner haben/wann er auch nicht aufeinen gar zc.wann mans trucken überleget. Ich kan hier nicht vor-zugutenAckergewachsen ist: gestalten insgemein der)e?i- bey/neben her einzustreuen/was piin. I. 22. c.2f N.N.gefür den besten Saam^Weitzen gehalten wird/ der nicht erzehlet: ?omp<zmu5 8exrus. war bey seinen Dreschernzum dickesten und besten/ sondern zum geringsten / darne- in derScheune / da sieeben denWeitzen gewörffelt. Esben aber auch auf einen mit Küb<Mist getunoten Acker habe ihn ohngefehr das Zipperlem am Fuß überfallen: alsgestanden hat; massen der von Sckac^ und Mrd-Mist er sich nun im grösten Schmertzen biß über die Knie in dengar zu hitzig ist / und wann ein heisser Ssnimer folget/ den Weitzen gesetzet /habe er nicht allein augenscheinliche LwWeitzen gar leicht ausbrennet. Die(^i!»nricät des Saa- derung gespüret; sondern er sey auch gäntzlich vom?ocls-men/berreffend isigenug/wo man aufzween Aecker zehen gra befreyet worden. Auch zu unsern Zeiten brauchetMetzenKorn bedarss/ daß man aufzwey Felder 8. Metzen man die Weitzen - Kiepen mit Essig zu einem Pflaster ge-Weitzen nehme; /edoch daß solcher Saame aufs wenigste sotten zur M ilderunq der poetischen Schmertzen mitdrey Ä?onat alt seye / zu welcher Seit aber derselbige zu Nutzen, »erc. 5ax. IVzel. k>rsäi. p. 2. c. 27. rühmet dassäen ist im vorigen 7. und zum voraus mit an- Weitzen-Wasser in der Wassersucht / daß es sonderlichgewiesen worden- ^ tange das Wasser abzuführen : Wann sich der Krancke§. s. Nächst diesem sind von einem klugen Haus- biß an die Brust in truekenen Weitzen setze / und LalenusVatter bey dem Weitzen insonderheit diese zwey Stück 1.1.6enst. tac. 14. schriebe vor diesem schon : dieKrasst^beobachten; iLrstlich / daß er denselben/ wann er im desWeitzensfty besser das Wasser an sich zu ziehen / alsKühling gar zu starck wachset und zu fett ist / dingle / das der Weitzen-^aamen. Sonsten wird derselbige Weizenist, die Spitzen oben mit einer Sichel abschneide/welches im April oder gesäet / oder vielmehr wie die Erbsendann denen Kühen im Winter ein nützliches und gutes geßecket / und zeitiget im September, oder osst eher undFuttmsi; doch / daß er fleissig Acht habe / daß er nicht all- später/ nachdem das Gewitter ist. Er ist gelb/ weiß / rothzulieff untersich hineinschneide / damit er das Schoßbalg- und Veyelsarb / auch wohl bißweilen gesprengt,lein / in welchen die Aehre stecket / nicht verletze; vsrs §. 8. Biß hieher von dem Weitzen: Weilen abeeandere / daß er den Brand oder Meelthau verhüte/ der Dünckel eine mittelmäßige Natur zwischen dem Wei,welches zugleich also geschehen kan / wann nemlich etliche zen und der Gersten hat / auch so gar von vielen vor eineGarben vomSaam -- Weitzen alsobalden überschlagen/ Art des Weitzens oder für einen Zwitter gehalten wird:auf den Boden geschüttet und ausgebreitet / daß er nur Als wollen wir von demselben auch in diesem Capitel miteiner Hand dickdaliege / darnach Aschen darein gestebet/ wenigen handeln. Er istzweyerley Art / davon eine demwohl durch einander gerühret / und also z. Tag liegen ge- Weitzen / die andere hingegen der Gersten ahnlich siehet/lassen / nachgehends aber ausgesäet werde; Etliche wa- beyde müssen aufder Mühl zum Gebrauch geroliet undschen den Brand zu verhüten / den Weitzen einen Tag gestampfet werden / weil man sonst die Hülsen nicht wegZvorher/ ehe sie ihn aussäen / aufs reineste mit fliessenden bringen kan. DieFelder/darauf er gefäet wird / müssen

Wasser; Et!ichewafthendie Säcke/in welche der Wei- also beschaffen seyn/wie die Korn-und Weitzen-Felder.

Dddd z Der

»