Drittes Buch.
scherer/ungescheur utt0mel?terilch zu rühmen und zu bedie-nen wissen. Aller anderen Ungebühr und Unfugs / als desFluchens / des heuchlerischen Gassenbetens/ undGebet-creutzigens/und Laster vollen Faullentzens / daraus unterandern auch endlich dieDieberey entstehet / zu geschwei-gen. Mermajsen dergleichen Lxempla zur Genüg leider!am Tag liegen >- Als hat ein Hausvatter um so viel destomehr aus das Seinige zu sehen / als er in Unterlassungdessen /durch gefährliche Diebsiähl und Rauberei)leichtlich darum kommen/und wo nicht gar an den Bet-telstab/ jedoch in empfindlichen Schaden gebracht wer-den kan: Weßwegen ihme vor allen Dingen obliegenwill, daß er alles wohl verschließe / sonderlich aber die Ge-wölber/ Fenster und Thüren wohl und nebst starcken eiser-nen oder mit Eisenblech beschlagenen Laden verwahren/und so er nicht selbsten allzeit zugegen seyn kan / die Sper»rung und Eröffnung seines ^austhors einer treuen/versicherten und unverdächtigen Person anvertrauen/mithin in allen Stücken semer Haushaltung jederzeit einmunteres und wachsames Aug aufalles dasjenige/ so dar-um vorgehet / sonderlich aber auf seine Bediente undDienstboren habe.
§. z. Diese sonderbare Aufsicht müssen sich vor allenandernso viel desto mehr diejenige lassen empfohlen seyn/welche zwar in denen Städten nicht wohnen / jedoch aberabsonderlich Häuser oder Höfe darinn haben / welche siezu dem Ende mir allem Haußrath und Zugehörung verge-hen/ dannr sie desto bequemer in denenselben/so sie viel-leicht Geschafft halber in der Stadt zu verrichten haben/wohnen und sich darinn aushalten können ; dann weil sienichtzu allen Zeiten selbsten zugegen seyn /und alles das-jenige/ was zu solcher Haushaltung gehöret / anordnenkönnen / fondern dasselbige bey so gestalten Dingen noth-wendig anderen anvertrauen müssen: Ais hat eine solcheWirtschafft ein desto mehr gefahrliches Aussehen / undkan dergleichen Haus-Vattern in diesem Fall nicht an-ders gerathen werden/ als daß sie bey ihrer Ruckreise al-les mit guten Schlossern verwahren / und die Verwal-tung in chrer Abwesenheit solchen Person anvertrauen/deren Treue sie in alle Wege versichert sind / und welchedie Gefahr / so sich entweder durch Feuer / oder gefährli-chen Emstcigcn und Stehlen ereignen mögte/ nach allemVermögen abwenden können. Au welchem Ende dannsie diestlbtge mit nöthigen Waffen versehen/und in ei-nen solchen Srandse/M müssen/damit sie denenjenigen/welche M Gewalt etwas zu cenr/ren oder zu versuchentrachten/gebührend abtreiben können.Welches insonder-heit diejenige Haus-Vatter zu mercken haben/derenHau-ser oder Garten an Abseit und in abgelegenen Oertern li-gen/ an welchen man nicht leicht um Hülffniffen kan.
§. 4. Nicht allein aber sollen sich dergleichen Haus-VäMr/welche in denen Städten wohnen / die sonder-'bare Vorsorg und Aufsicht in dem Ihrigen / sondernauch die Verträglichkeit mit anderen lassen empfohlenseyn/damitsie nicht allein sich selbst reinen Verdruß undAbbruch dißherigerRuhsamkeit erwecken / sondern auchsich bey ihren Nachbaren und anderen Bürgern in kei-nen bösen Leumuth / Geringschätz- oder Verachtung setzenmögen. Und weilen diese zweyStück aus demHandel undWandel/ welchen man mit denen Bürgern / absonderlichaber denen Handwercks-Leuthen pflegen muß / leichtlichentspringen / als wird solchen Haus-Vattern vornemlichzur Vermeidung alles Streits und Haders zu rathenseyn / daß/tvann sie von dergleichen L.emhen ( wel-che man ja nickt entbehren kan) erwas zu kauffen / oder zumiethen/ oder ihnen eine Arbeit anzusummen benöthiget/sich lieber des Werths halber vorhero mit ihnen verglei-
chen und abkomen / als erstlich hernach/ wann sie schon dieSach angenommen/und zum Gebrauch nach Hause ge-tragen / auch eine geraume Zeit bey sich beHaken / denWerth mit ihnen deßwegen machen / da dann die Hand-wercker(umcr Hunderten kaum einer ausgenommen)aufsgeschicklichste dahin abgerichtet / daß sie ihre Arbeit ent-weder überbieten übersteigern/und bald die Heisst/balddas Drirrel/bald wohlgar doppelt so viel drauf schlagen/als die Sache werth ist/da derHausvatter noch wol darzustachlichtefpitzigeWorteinschlucken/und sich in ein Wort-Gefecht einlassen muß. Gewiß gehets nicht leer ab/er mußsich nesteln und über das Seil werffen lassen / oder dochüber die Zunge springen / und darffdoch niemand als sei,ner Unbedachtsamkeit die Schuld beymessen. Da-um;wann bey Anstimmen du nach dem Lohn fragest / und derHandwercker mir der Sprach nicht heraus will / drucketund spricht: Du sollest vor die Arbeit ansehen / er begeh-re nicht mehr/ als sie werth ist/ wolle schon ein bill-ges neh-men /so dencke gewiß / daß du einen Schalckvor dir hast/der dich nesteln und übernehmen / und in einen Schweißführen will. Und dencke nur / daß der Freund von dir dennächsten Weg ins Wirthhaus nehmen/ und eine frischeMaßBier oderWein aufden doppelteLohn ausstechen/Und den erwartenden doppel Lohn frisch anschreiben lassenwird. Wers nicht glauben will / der habe sichs. Es istauch kein Fürwitz/sondern eineFmficht/wann man dasBeding vor des Meisters Angesicht ins Re ister einschrei-bet/ wann/wie und was man mir ihnen gedungen / undeinia worden / zumal so es was namentlich beknsst. IstSchlangen Klugheit vonnörhen / so ist sie gewiß hie von-nörhen / die nicht so wol den Geld«Verlust zu umgehen/(davor sich doch fast jederman scheuer) sondern vielmehrnichi Ursach und Gelegenheit zu sündigen zugeben / zu ge-brauchen ist. Wie sehr du jetzt dich auch sürsihest/ kansdoch wol kommen / daß du eines auf ein Aug oder an demBeutel bekommest. Wie aber dem allen/und wann manjader Migen Schlangen nicht witzig/fürschlagig genugist/so schlage man dann den erlittenen Verlust aus demSinn / oder vielmehr / man lasse ihn Nicht einen Augen,blick einen Zutritt in den Sinn / und versehe sich schonvoraus auf solche verschmitzte Rencke / und die dazu qeho-rige Gleichmüchigkeit; so verliere lieber Geld alsGOtt/als Unschuld / als Frieden/als Ruhe. Dann das Verlie-ren hat doch auch seine Zeit: die kanst und solst du ihmnicht nehmen. Dann Scbwenck und Renck sind jetzt inunserer Lumpfischen Welc nicht'ungemein / da mehrern-theils das Maul scheinredlich / das Gewissen Galgenmas-sig und aufder Höllenfahrt ist. Man muß aber gleichwolauch in solchen Fallen nicht zu karg und filtzig seyn / undnickt selbst Ursach dazu geben / daß die Handwercks-Leutetheuer werden nMen/welchesgeschiehet / wan sie diererislien und den Zeug :c. in unbilligen Preiß etwan vondem Hausvatter selbst annehmen müssen: daher geschiehetes/daß sie hernach / wann man ihnen die Arbeit abknickenwill/ auffahren/ stochern und zu andern einrissigen Wort-wechslungen und Mißvergnügen Anlaß geben und neh-men/mithin sich'vor die Obrigkeit ziehe/oder auch von demWide:pa:t dahin gezogen we:den/welches dan einem Ehr-und Friedliebenden Mann / der sich ohne dem bey andernin Lrecht gesetzet/nicht anstandig ist / vornemlich / wannderselbige bey sicherweget/ daß er sich hierdurch sowohlbey der Obriakeit / als auch bey anderen / insonderheitaber bey der Nachbarschafft/verhaßt/wenigstverdachtigmachet/bey denen erso dann leicht für einen kargen Filtzausgetragen wird / und sonst sein guter Nam vielfal-tig einen heimlichen Zwick leiden muß / welches man inalle Wege vor allen Dingen im bürgerlichen Leben zu
oer-