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Des klugen und Mchts-verstündigen Haus-Vatters
Wann viele trockene Winter aufeinander folgen/ sopflegt das Holtz abzudörren.
Schneewasser erquicket die Erde zwar vortrefflich/wo aber Regen und Frost dazukommt / so ists schädlich/weil das Eis / so von derKa/te über sich gezogen wird / dieWurtzeln zugleich mit aus der Erden ziehet / daß sie davonverderben muß.
§. 2.
Der KM-Monat/Vecember.
Wann die Milch-Strasse in diesem Monat schönweiß und hell scheinet / so hoffer man ein gutes Jahr.
Wann nach Weihnachten viel nasses Werter ein-fällt / so stehet der Rocken in keiner sonderlichen Gefahr/aber nach Weihnachren ist die Gefahr grösser.
Grüne Weihnachten/weisse Ostern / welches ohneGefahr der Saat selten abgehet.
Wann die Zeit von Weihnachten biß auf der Heil,drey König Tag neblicht und dunckel ist / soll das Jahrdarauf Kranckheit folgen.
Man berichtet / daß in der Christ-Nacht die Weinein denen Fassern sich bewegen; so sie übergehen / soll eingutes Wein-Jahr zu hoffen seyn. Die Warheit stehetauf der Erfahrung.
§.z.
Der Jenner /
Viele Regen im Jenner sind der Saat schädlich.
Wenig Wassers im Jenner/ viel Wein / viel Was-sers/ wenig Weins.
Wann der Erdboden in diesem Monat offen Psonderlich die Südwinde dabey starck brausen / so werdenkalte Flüsse und Kranckheiten verursachet.
Von Vincenzen Tag sagt man:
Vincenzen Sonnenschein/
Füllt dieVaß mit Wein.
Von 8. pguli Bekehrungs Tag Heisset die bekannte/aber ungegründete Bauren - Regel:
8. Pau-Ius klar / bringt gutes Jahr;
So er bringt Wind/ kommt Krieg geschwind;Auf Nebel starck / füllt Pest den Sarck; .NachSchnee undRegen/kommlwenigSeegen.
§. 4.
DerHornung/
Nordwinde / die in das Ende dieses Monats starckwehen / sollen fruchtbare Zeiten bedeuten.
So aber die Nordwinde jetzt ausdleiben/ so pflegensie im April zu kommen / und dem Rebftock und andernGewachsen Schaden zu thun. Dannenhero sagten diealten Bauren : siewolten um diele Zeit lieber einen hun-gerigen Wolff / als einen Mann im Hembde au, demFelde arbeiten sehen.
Wanns im Hornung nicht wohl frieret / so besorgetman ein kaltes und der Saat schädliches Vor- Jahr.
Wann die Mücken in diesem Monat spielen / so ster-ben die Schaase; weil dasFrüh-Jahr gemeimglich Kältemit sich sühret / welche die Schaase nicht leicht ertragen.
Wann das gesrorne und bißber verschlossene Erd-reich ausrhauer / so steigen faule Dunste heraus / davonsonderlich diejenige / die der Lufft nicht gewöhnet sind/kranck zu werden pflegen.
Das XLUI. Lapitcl.
Wom TebrauZ derer vorhergehenden Vermuthungen.
Innhalt.
§. 1. Wie der Hausvatter vorhergehende angezeigte Vermutbun»gen sich in Christliche.' Vorsichtigkeil zu Nutzen zu machen.§. 2. Ein von GOtt gesegnetes Jahr nicht dem blossen Giäckund natürlichen Ursachen alleine zuschreiben / sondern zu«»orderst dem gütigsten Schöpffer m,l schuldigstem Oa»ck«ch in der That erkanntlich dasur bezeigen, h. z. Ein Miß-Jahr aber als eine Göttliche über der Menschen Sündenund verübten Mißbrauch der vorigen fruchtbaren Jahre,verhengete Straffen ansehen/ solche durch wahre Busse abzu-wenden sich beste,ssigen; indessen aber mit Christlicher Ge-dult sich in die kümmerliche Zeiten schicken solle, h. 4.5. EinvermöglicherHausvatter kan bey wohlfeiler Zeit seine Bo<den wieder besorglich vorstehende Theurung für sich und dieSeinige mit Vorrath wohl versehen / auch anderen Durffti-gcn bey anscheinender Noth um billigen Preiß davon abge-ben / sich aber der verdammlichen Fruchtsteigerung zur un-christliedenGeiktheurunq allerdings enthalten / auchmeh«rere allgemeine und sonderliche zumahl h. 6.7. enthalteneErinnerungen wohl in Obacht nehmen, h. 8. Wie sich inKranckheir und Sterbs - Laufften zu verhalten/ wird sich aufdas im vorhergehendei.Buch hiervon handlendc Capitel/undso viel ein in solchenFällen ohne sonst ersorderleSotennitatenerzeugtes ^ett,ment betrifft / auf die angefügte RechtlicheAnmerckungen bezogen. 9.10. l 1. Wie sich inKriegszei-ten/ bey besorgenden Einfall unchristlich-barbarischer Völ-ker 1 vder auch eines Feindes Christlicher dlstion auf allerleyAalle vor kuin Haab und Gütern / auch Verlust der Frey.heit/keVizvon/ Leibs und Lebens bestmöglich und zeitlich zuretslvicenund zu verwahren seye.
§. 1.
Jeweil diese vorhergehende Vermuthun-gen demHausvatter zu nichts nutzen wür-den / wo er sie nicht nützlich anzuwendenwüste/ so ist nock übrig / daß ihm meinerdeutlichen Anweisung gezeiger werde/ was
er bey bevorstehender oder allbereits vorhandener Jahrs-Frucht - oder Unfruchtbarkeit/ Gesund - oder Kranckheit/Friede oder Kriege zu thun / und wie er sichchriss chundvorsichtig dazu anschicken möge. daß c
§. 2.
Das erste so zuvörderst und vor allen Dingen bey ei-nem guten und von GOtt geseegneten Jahr betrachtetwerden und geschehen so!/ / »st die Dankbarkeit gegen demSchöpffer / als den, höchsten Ursprung aller Fruchtbar-keit/ Gesundheit und Friedens/ und ins gemein aller Wol-thaten / die dem Menschen sonst wiederfahren mögen.Woraus alsobald dieses folget / daß dieser Danck bey je-der Vermuthung / die man aus vorbesagten Bemerckun-gen davon nehmen kan/ zu erst/ und wann der Erfolg selbstvorhanden ist / zuletzt aufdenselben allein gerichtet werdensolle / aber also / daßnian ihm nicht allein pro torms mitleeren Worten/ wiezu sorgen/daß in denen meisten Haus-haltungen/und namentlich bey den Tisch-Gebeten/geschie-het / wobey ihrer viele nicht einmahl aus die Wort / die siereden/achtgeben/sondern mit einer solchen Art und Thät-lichkeit / deren der Schöpfer würdig ist / nach deren manfruchtbare Zeiten / Gesundheit / Friede und andere Ga-benmehr als lauter unverdiente Wohlthaten erkennet/und dabey zugleich und allermeist sich selbst mir Seele/Leib und allen Kraffren zu seinem Dienst / als da^brsteDanck-Opfer dargiebt. Wo man aber in einer vergeß-lichen Unachtsamkeit oder gar Atheistischen Ruchlosigkeitsich nicht einmahl dahin besinnen noch erkennen will / daßsolche Wohlthaten von GOtt kommen / sondern des
Jahrs