468 Des klugen und Rechts-vcrstöndigen Haus-Vatters
langeZeit anhält / soll der Frühling entweder trocken oder ftr liegt / so bedeutets einen trockenen warmen Son.'.mr-
naß werden / u. s. f. Wann der erste Theil des Frühlings liegt er aber am Ufer in wenigen Wasser / so kommt ein
feucht ist / so pflegt der andere trocken zu seyn: Hingegen nasser Sommer. Die andereJahrs-Zeit / der Son»
so 0er erste trocken ist / /ö ist der andere feucht: Diß kan mer ist deßwegen die wärmeste / weil der Sonnen Stra-
auch vom Sommer/Herbst und Winter verstanden wer- len um diese Zeitmehr als sonst in geraden Strichen ab-
den. So soll auch die Witterung des -.stenJenners/ wertssallen / unddieErde in denen längsten Tagen und
welcher der Gedachtnüß 8. psuli Bekehrung zugeeignet kürtzesten Nächten am meisten erhitzen. UmdieseZeitvfie-
wird/nicht weniger der 12. Nächte und Tage / die man gen die meisten und heffligste Donnerwetter zu entstehen,
von der Christ-Nacht an zu rechnen pfleget / ein allgemein In der dritten Jahrs-Zeit / dem Herbst / wird die Lufft
?r«ZAnoliicum von der ÄZitterung des gantzen Jahrs von der Sommer-Hitze wiederum gemasslget; dann wie
und dessen zwölffMonaten geben. Nachdem wir aber diese Zeit zwischen der Sommer-Hitze und des Winters
aus dem Grunde/ den wir oben geleget haben / dergleichen Frost in der Mitte stehet / also wird sie von becden gleich
Weissagung nicht viel besser als eine abergläubische Tage- dem Frühling etwas theilhaffüg. Wann das Laub früh
wählerey zu achten wissen / so mögen wir mit dergleichen abfället/soll ein feinesgemDqtesHerbstwetter folgen; da
Erzehlungen keine Zeit verlieren. Wen dieselbe nicht hingegen das lang in den Herbst hinein an denen Bäumen
reuet / denweisen wir in des HermLolen Oecorwmie/ bleibende/einesfrühen Winters Vorbotte seyn soll. Eitt
und sonderlich in Joh. Christoph Thiemens Wunder- schöner klarer Herbst bringt einen windigen Winter.
Buch / dannn er dergleichen so viel finden kan / daß er sich Wann die Vögel im Herbst feist sind / folget ein kalter
recht verwundern wird / wie es doch möglich seyn könne/ Winter. Auf einen warmen und feuchten Herbst folget
daß eine vorgefaste / und von undencklichen Jahren fort- gemeiniglich ein langwieriger Winter. Wie der neue
gepflanlzre Einbildung / die doch weder in der gesunden Herbst-Schein eintritt / also pflegets wohl den folgender»
Vernunfft einigen Grund / noch in der Erfahrung einige Herbst zu wittern. In der vierten Jahrs-Zeit / nemlich
Gewißheit hat / so grosse Krasst hat/viele Gemüther so im Winter / ist die Kälte ordentlicher Weise am empfind-
fest und anastiglich gefangen zu halten / daß man so vieler- lichsten / weilen der Sonnen Stralen 41m diese Zeit am
!ey Geschaffte in der Haushaltung daran bindet/ und von quersten fallen / und die T äge kurtz/ die Nächte aber lang
solchen Bauren-Regeln und Meinungen zu weichen eine sind. Von dieser Jahrs-Zeit sind unterschiedliche Bau-
sonderbare Gefahr auf sich zu haben meinet. ^ ren-Regeln vorhanden / deren die besten und wahrschein-
§. z. In der ersten Jahrszeir oder dem Frühling wird lichsten in nachfolgenden Anmcrckungen bestehen: Wann
die Erve von der vergangenen Winter - Kälte durch die sich die See-Vögel zu denen Flüssen nahen / welche nickt
wieder hinauf steigende Sonne wiederum erwärmet/ und leicht zufrieren: die Wald-Vögel sich in die Wald-Bü,
vcrmittelst solcher Warme erneuert / und Früchte zu tra- sche verstecken : andere aber ihre Speise nahe bey denen
gen bequem gemachet / sonderlich wann sich der Wind Flecken und Dörffern suchen. WenndieBinge/diesonst
von Niedergang gahling und gemassig dabey mercken las- feucht sind / gantz trocken werden: wann der Schnee
set/ und seiner Art nach im April und Ma/i eindiensames ril und dinne ist/ oder zu Anfang der Fröste runde Und
Regenwetter verursachet. In dieser Zeit pfleget die Wit- weisse Schlossen fallen: so solle dieses alles und jedes eine
terung tempcriret/und im Anfang desselben mit Schnee- nahe und scharsse Kalte bedeuten. Eines langen Win-
flocken/ Hagel/ Regen/Wind und Sonnescheinverwech- ters Vorbotten soll seyn: wann die Eichen-Baume sehr
seltzuseyn / daß man auch daher Anlaß genommen/ was vielEicheln tragen: wann viele Horneißen und Bremen
wanckelbar und veränderlich / sonderlich aberunbestan- vor dem Ausgang des Wein Monats erscheinen: wenns
dige Gemüther/dem Aprilen-Wetter zuvergleichen.Von nicht vorwittert / das ist / wenn der Christ-Monat und
dieser Zeit hat man aus der Erfahrung diese Anmerckun- Jenner nicht rechte gewöhnliche Winters-Art mitvielem
gen gelernet / daß der Frühling alsdann nahe sey / wann Frost / Schnee und Kälte hat / so sollen solche Witterun--
die Schwalben und andere Vögel mehr / die vor dem gen mit Haussen in dem Hornung und Mertzen fallen/
Winter wegziehen/hauffenweise wieder kommen. Wann und grüne Weihnachte / nach dem bekannten Sprich-
derFroschleich im Anfang des Frühlings im tieffen Was- wort/weisse Ostern geben.
Das I.XXXIII. Kapitel.
Die Witterung von denen zwölff Monaten insonderheit / sonderbarst
aber von denen Frühlings-Monaten.
Innhalt. Jahrs Frucht - oder Unfruchtbarkeit zu muthmassen/
5... Vorstelwnq, wiekünfftig derAnkunfft jeden Monaks/ des. und in jedweden in der Haushaltung zu verrichten seye:
sei, Namens u. a. gedacht / auch nach der?ti!u5 Höhe von so wird dem Hausvatter hoffentlich Nicht änderst als
5o.Lr ,a.' der O Äuf.und Niedergang, und wie daraus die gefallig seyn / so wir von eines jeden Monats Bewandt-
Tag und Nacht. Längen behende «r berechnen seyen, benge- . Namen / wann er seinen Anfana nehme / unk
fügt; die A.imerckungen aber die Witterung betreffende mit ^ ^^'? ' ^ ^ " ^. ?
sondere? Behutsamkeit beygerucket worden und auszuneh» was noch mehi seyn Mogle / emen dlönsamen aber gat
wen seyen, h. -. Der Monat ^!-.rtiu5 und das darinn kurtz gefnssten Unterricht / ehe wir von der Witterung des
vorkommende ^quiooaium Vern-Ie, die unbewegliche rerselben handeln / voran gehen lassen: dem wir / um beste-
terung. §>4»?>6 »7. DiebeedeMonate^priii» und dle meicrivurr igite ^.age und unbewegliche Feste / derensamt ihnen zukommenden Anmcrckungen und Tabellen. M denen nachsolgendenHandlungen ossters gedachtwird/
§.1. . und zuletzt der Sonnen Auf-und Niedergang in einem
RDW»^^Jeweil derer zwölssMonate hin und wie- Tafelein / nach dem (-regorisnischen Calender gerech-der in diesem gantzen Werck gedacht wird/ net/beysetzen werden; woraus die Tag-und Nachtlän-sonderbar aber in diesem Buch dreyerley gen leichtlich zu haben / indenie die Stunden und MitM-Betrachtungen davon vorkommen / was ten des Ausgangs gedoppelt die Nachtlänge / die Stun»nemlich von denn Witterung / und des den und Minuten aber der Sonnen Unterganges «iupli-
ret