454 Des klugen und Rechts verständigen Haus'Vatters
bildungund übel-gegründeter Wahrsagerey erzwingen auch manche Vermuthung von Gewitter und vonderwollen / was aus dem unbetrieslichen Worte GOttes Frucht- oder Unfruchtbarkeit des Jahrs/darinn die Ver-aus desselben Munde selbst schon .langst angedrohet / und nunfft noch einige Wahrscheinlichkeit finden mögte / diedurch !o viele erschröckliche Straff-Exempel m alten/ wir sonst ausgelassen hatten ihme zugefallen / und zulängst vergangenen und noch vorhandenen neuen Zeiten fernerer Untersuchung bemercket / uns dabey erinnerende:veriüciret und wahr genmchetworden/ woraus bey Aus- daß ob solche skroio^ische Meinungen eine Haushaltungbleibung der vorher verkündigten Straffen / das langst schon nichts helffen / dock auch nichts schaden würden,eingerissene Unchristenchum gestarcket wird / und solche Wiewohlen wir ihn dabey in treuer und Christlicher Mei-Warnungen / die ausder,gleichen Wahr>agerey gegrun- nung gewarnet haben wollen / daß er sich gleichwohl deß-det stehen / in ein ackeikisch Gespött gezogen werden: wegen zu keinem Sclaven und leibeigenen Knecht aller la<wobey die Worte Christi nicht ungeschicklich gebrauchet cherlichenBauren -Reguln / abergläubischer Tag-Wah-werden möqten l.uc. i s. Sie haben Mosen und die l^ra. dreyen und allzugripplerifchen Thorheiten machen wolle/pkeren: so sie die nicht hören / so werden sie auch nicht daß er all sein Thun und Lassen / beym Ackerbau / Vieh-glauben/wo man sie mit solchen sKroloxischen Wahrsa- zucht / u.d.g. nach dem Lxempei der Henden/bloß an dergereyen bekehren wolte. Und was wolre doch wohl ein ^Krolvßorum Wahn binden und damit verknüpffensolcher Mro!ogu8 einem solchen Spotter antworten kon- wolte. Indem er bey solchem Aberglauben und Tagewah-nen/so er seiner sliroios'schen Wahrsagung mit der Gott- len sich nicht allein an GOtt versündigen / sondern auchlichenProphezey- und Warnung 1er. 10. begegnen und darüber manche gute Gelegenheit seiner Haushaltung ab.antworten solte ? So spricht der HErz: Ihr jolt nickt zuwarten verschlaffen würde. Allermeist aber und sonder-derHeyden Weise lernen / und solt euch nicht furchten für bar wolle er sein Gewissen sorgfaltig verwahren / daß erdenen Zeichen des Himmels / wie die Heyden sich furch- die Göttliche Vorseh und Regierung / die GOtt in derten. So lange w,r nun keine andere Gründe finden / als Kirchen und Regiment nicht nach dein Gestirn / sonderndiejenige worauf die Mrolog, ihre Wahrsagungen biß- nach seiner Weisheit führet / wie auch die Würckunqenher gegründet haben/so können w,r auch hiebe» kem an- in des Menschen Seele und Gemüth/und insgemcm allederes / als eben das unpartheylsche Urtheil davon geben/ desselben willkührliche Handlungen / Glück und Unglück/welches wir in dem vorhergehenden Capitel von denen Leben und Tod dem Gestirn und dessen HerWaffc nichtGestirnen und dessen fetten gegeben haben / dann so unterwersse; damit er solcher Massen nicht ins Heyden-die Finsternussen allermeist an dem Monden eine sonder- thum zum wenigsten aus eine lubrile Art zurück fallen/undbareKrafft/ diese untere Welt zu verändern / haben solte/ sich an der freyen und allweisen Vilpolirion GOttes / diedieselbige aber obangezeigter Massen bloß allein aus dem alle auch die geringste Handlungen nach seinem nngebun-Mangel / daß nur aufeinige Stunden und zwar mehren- denen jedoch gütigen Willen regnet / vergreiffcn möge:theils nur in etwas zuruck-gehaltenen und der Erden-Ku- als deren er alle dergleichen künffrige Dinge in Einfaltgel entzogenen Lichts entstehen muste / so ist unsers Erach- weit sicherer heimstellet/als daß er sie nach seinem Fürwitz/tens handgreifflich/ daß einer/edern finstern Nachr der- der solche gern vorher wissen will/aus dem Gestirn ersor-gleichen Wurckungen zugeeignet werden musten. Son- sehen und errathen wolte. Und gesetzt/ daß es gewiß wa-derlich aber ist in Betrachtung zu ziehen / daß Kraffr des re/ daß die Gestirne einen Einfluß in die Dinge auf Erden/Gestirns natürlichen und ordentlichen Lauffs amHimmel/ undausdie bloß natürliche und fleischliche Menschen hat-auch alsdann/ wann der Mensch un Stande der Unschuld ten / so sind doch rechtschaffene Christen / weil sie durch diegeblieben wäre/ und keme Straffe zu surchten gehabt hat- Wiedergeburt den Geist Christi nicht aber die Natur zumte/die Finsternussen an Sonn und Mond gleichwol eben/ k^enren haben / der Gestirne l^ximcnc entrissen / undwie jetzt nach dem Sunden.Fall geschiehet/ erjchienen wa- behersschen vielmehr ihre Natur / so ferne sie verderbet ist/ren: und noch jetzt / so sie nicht erscheinen wurden / hie- als daß sie von derselben beherrschet werden sollen: Ladurch in der Natur viel eher einige Veränderung und Un- piens clominabicur sliris.ordnung zu fürchten seyn würde / als da sie noch biß aufden heutigen Tag in ihren Erscheinungen ihre so richrigeZeit undOrdnung halten / daß die Zeit derselben von de-nen erfahrnen Mronomis etliche hundert Jahr vorher ^ D'nt?ernüt7encierermiviret und benanntwerden kan. i«/ - kl müssen«
§.6. Dieses ists/was wir von dem Gestirn/ehe wir ^ i.
von der Witterung und desJahrs Frucht und Unftmcht- H^On denen Finsternüssen undderenWürckungen kan
barkeit handelten /"(weil diese mit jenen eine genaue Ver- ^n'/üai
wandschafft und Verbindung zu haben ins gemein geach- ^ ^ ^ ^'"l!ernus;/
tet werden ) so gut als wirs nach dem Maaß unsers Wis- «acygu^en werocn.
sens/ und zugleich dem Gewissen gemäß begreissen köiinen/ / 6. K Lsp
unpartheyifch vorangehen zu lassen / dienfam und nöthig ^
gefunden. Ware nun das Gemüth eines Hauß-Vat- WJewohlen die ^Kroloß.g und Wissenschafft des Ge-
terS durch die Gewalt vorher gefaffeter widriger Mei« ^ an und vor sich selbst ei,,e herzliche undvortreff-
nungdermaffen eingenommen / oder gar allerdings über- liche.W>ift!i'chassrist/so muß sie doch / so fern sie mit zau-
wunden/daß er in feinerHaußhaltung nach der Xttrolo. berifchen Künsten beflecket wird / verworffen werden / in
xorum Wchn und Meinungen ohne einige derselben welcher Ubjlchr auch solches in denen Kayserlichen Rech-
Vernunfft-mäßige Untersuchung alles und jedes lieber geimehen / v.I. io. (7.. clexpilcop. sucl. rubr. L?r.c.
einrichten/ und einer jedweden Bauren-Rcgul folgen/ als ^ cle malet. Sc msrkem. ^cicl ?/,o.
unsere Gründe und Vernunsst-maßige Betrachtung 5.U. I.. ?4.c. >. n.6 .7.9. k seqq. lcem czp. 7.
überlegen/sondern alles und jedes so darinn vorkommet/ 5- welche^solche Betrüger und falsche Wahr-
als lautere Geheimnüssen / deren Ursachen der Schöpffer faqer mit strengen Straffen beleget baben / wie bey dem
biß hieher mit Fleiß verborgen hatte / glauben solre; so ^^Ue^^en^olnlan.ä. I.z 4.^.15. per ror. zu sehen
stellen wirs ihm zu seinem eigenen Belieben frey/ haben sä I.ib. 1. c. i.
Das
RcUs-Aiimerckuiigm.