Das Erste Buch / Von Kräutern.
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^ bey uns in den Lustgärten gepflantzet. In Italien aberund Languedock/ wächset es von sich selbst in grosserMenge/ in truckenem und Heissem Erdreich/ und mußviel Sonnenschein haben. i>Von dieser ist auch hiebe-vor gehandelt woi den/ unter dem Namen des andernGliedkrauts/ am 26. Cap.^Z
Von dem Namen der Hundsrauten.
Hundsrauten wird heutiges Tages von denKräutlern/ mit einem Griechischen Namen
Lateinisch/ Lzmopegznum, kurz csninz,uno Laniruta genannt. Englisch/ Doggerue. Flam-misch/ Helmcruyd und Helmruyt. Hochreutsch/Helmraut und Hundsraut. Welche- Namen es zumTheil von wegen der gebelmten Blumen/und mehren-L theils aber von wegen des unlieblichen/ abscheulichen/stinckcnden Geruchs bekommen hat. Wie aber diesesGewächs bey den Alten genennec worden/ hat noch nie-mand angezeiget/sintemal es noch einunbekandtKrautist. Es ist auch noch keine Beschreibung der Alten zurHand komm/die mit diesem Gewächs durchaus über-ein käme/ so ist gefährlich etwas mit diesem Kraut zuversuchen/dann zu besorgen/ daß es etwan von wegendes abscheulichen stinckenden Geruchs/ eine giffrigeQualität und Eigenschaft in ihm verborgen habe/da-durchkichrlich ausUnfürsichrigkeir einem ein tödtli-cher Schade entstehen möchte/derwegen wir auch auffdißmal weiter darvonzu schreiben nicht wissen. I^cro-
pkulzriz, kurz cznmz ciicia vulAzns, L. L.rerriz Docl. (Zzl. kurz cznina. icon. 6c obs.
L I^UAcl. Llu^ luit. 8cropkulzrjse limilis plzntz mzjor,Lsel. 8icieriu5 2. Orotc. Licj. 8iäeriris zlrerz Oiolc.I^ac. Lztt. primz, l^on. rerriz- IVlarrli. Lali.^
Das XXXVtU. Cap.
Von der Monrauten.
Mourauten. Kura lunaria«
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Msnraut.
^Jeweil wir biß daher vielerley Geschlecht derRauten beschrieben/ haben wir nicht unter-lassen wollen/ hier auch die Monrauten denandern gleich nachzusetzen/und auch zu beschreiben. Eshat dieses edele Krämlein ein kleines/ weisses Würtz-
k lein/ mit vielen kleinen Nebenwürtzlein oder Zasein/davon wächst nur ein eintziges rundes Stenglein/wel-ches kaum einer halben Spannen oder Zwnchhandhoch wird/daran auch nur ein Blatt gesehen wird/dasist auff beyden Seiten in sieben oder achrKeiffen zer-spalten/ein jedes Theil anzusehen wie grosse Rauten-blätter/ oder wie zween halbe Möne gegen einanderüber. Am obern Theil des Stengels gewinnet es eingedrungenen/röhtelechtigen/ runden Saamen/gleichdem Ambrosien - oder Traubenkraut. Es wird diesesKräutlein im Heumonar in den hohen gra5echtigenWälden an Sonnreichen Orten gefunden/sonderlichaber bey Heidelberg auf aller Heiligen Berg. In denGärren wil es sich nicht halten/ wann es schon gepflan-tzet und seiner wol gepflogen wird.
Von den Namen der Monrauten.
Je dieses Kräutlein bey den alten Lehrern geheis-sen/oder ob sie es auch beschrieben haben/ ist un-gewiß/ dann keiner noch darvon elwas geschrieben/ soist auch uns nie keine Desiription der Alten zukom-men/ die sich mir diesem Kräutlein vergleichen wolle/derowegen wir mit dem gemeinen Namen zu friedenseyn müssen/ dieweil feineKrasste/ Tugend und Wür,ckungen uns bekandt sind. Es wird von den Kräut-lern heuriges Tages/ mit einem Griechischen Namen/genannt. Lateinisch/ 8eleniri5, kurz lunariz>I^uriariz minor, I^unzriz jecorzriz, kurz Seleniris, ku»tz jecorzriz, I^unariz, öorr^tris, I.unzriz izcemolz»Und l'orz lzlurisera. ^unsria minor rzcemolz vel vul-AZN5, L. ö. I^unzria, l'rzZ. Oocl. minor, IVIzrr. ?uck.Oocj. ^zl. Qes. borr. I.on. I^uZcl. (-er. perrea,Oes. I^unzriis» rzcemotz, ^cl. I^olii ic^ Lorr^iris,l'kzl. Lzm. Lol. minor korr^'irez, Llus. bitt,
rrizjor Lzli. Lpimeciium Oiotcor. Lolumn. ^ Italiä-nisch/ Und mi»ore, FtaN-tzönsch/ und /-erirc.Böhemisch/ Wratsezase. Englisch/ Moonewoort.Flammisch und Brabändisch/ clein Maenkruyt undMaydruyflin. Hoä)teutsch/ Leberraut Monraut undklein Monraut. Es sagen etliche/ es solle diß Kräut-lein mit dem Monschein zu und abnehmen/ also / somancher Tag der Monat alt/ also viel sollen die Kräut-lein unterschiedliche zerkersjte Blätter bringen. Mantreibet viel Abentheur mit diesem Gewächs/ sonderlichI aber die Alchmnsten.
Von der Natur/Krafft/ Würckung undEigenschafft der Monrauten.
A-S ist die MonraUte / oder das klein Monkrauk^ kalter und truckener Natur/ wie man aus dem Ge-schmack leichtlich abnehmen kan/die Wunden zu hess-ten fast dienstlich.
Innerlicher Gebrauch der Monramev.
AzvOnrauten heilet alle innerliche Bruch undVer-sehrungen. DasKrautzu Pulver gestossen/undeines Quintleins schwär mit rauhem Wein/ darinnenWallwurtzel ist gesotten worden/ dienet wider aller-hand innerliche und äußerliche Brüch/ viertzig Tagnacheinander getruncken/ doch daß man sie nicht vielX bewege. Diese Artzney ist sonderlich gut den Knaben/so an den Gemächten gebrochen sind.
Es dienet auch gemeldter Tranck wider das Blut-fpeyen/ rohte Ruhr/ und andere Bauchflüß: Deßglei-chen wider den unmäßigen Blutfluß der Weibcr/ wi-der den weissen Mutrerfluß das weiß Gesicht genannt/und ist denen eine gute heilsame Artzney/ denen dernatürliche Saamen ohne ihren Willen enrfleusset.
Die Monraute wird auch höchlich gepriesen in denWundträncken/ dann sie eine treffeuliche Krafft hatdie Wunden zu heilen/ und wird sonderlich nachfol-gender Wundtranck sehr gepriesen/ der die Wundenfürderlich vom Grund heraus heilet: Nim Monrau-
M m z ten/
Wttnvesheffren.
InnerlicheBrüch undVerschruiis«-
Knaben ssan Gemach?tek gebro-chen.
Blutspe»en>Rote Ruhr.Bauchflüß.UnniäßiaerWeiberfluß.
WeifirMutterfluö.Samenfluß/
Wunde!».