298
D. Jacobi Theodori Tabemcemontani /
Zähn ma-che» aus-fallen.
L
KalteFeuch-
tigkcitdes
HaubtS.
FeuchtHün.
fallendSucht.
Schlaq.Fallcndsuchtleicht Haubr
Aunqeii-kähmdt.
v
VerloreneSprach.
?unqcii Ge-schwulst.
Haubtlissel
e
das Zahnweh. Etliche sieden die Berthramwurtzel mir ?halb Eßig und Wasser/ und etliche mit Wasser alleinund gebrauchens. Es werde aber gebrauchet gleich wiees wolle/ so ist es dienlich und gut.
Die Zahne selbst machen auszufallen -. Nimm Ber-thram/Schampanierwurtz oder weiß Nießwurtz/ desaufgctrucknctcn Sasscs Lupkord», des aufgelruck-neten Sassrs 5czmmonü> jedes i. ^uimlein. Stoßdie zu Pulver/ temperiers darnach mir Eßigzu einemSälbelein/ lasse das Zahnfleisch und den jchmertzhaff-tigenZahn bickenmit einer Flieten/und reibe dasselbi-ge Ort des Tages offtermals darmit/es hilffr/ ist aberein starck Mittel/ derowegen soll es nicht an das ge-sunde Ort angestrichen werden/ es machet sonst dieguten Zahn auch ausfallen.
Die Alten haben den Berthram sehr im Gebrauch Qgehabt/die kalren Feuchtigkeiten und zähen Schleimaus dem Haubt und Hirn zu reinigen/dieWurtzel wieoben gemeldet im Mund wol gekeuet/welches nicht al-lein Ololcoriäes und Paulus ^Ainera, sondern auchder Poet Lerenus mit folgendem Verß bezeuget/ alser spricht:
Berthramwurtzel mit Feigen in Eßig oder in süs-semWein gesotten/ und den Hals darmir gegurgelt/und wann im Mund gehalten/ reiniget das feuchteHirn/und zeucht den zähen und kalten phlegmatischenSchleim heraus.
Berthramwurtzel an Hals gehenckt/ und aufblosserHaut genagen/auch oftermals daran gerochen/ist guteHülss wider dieFallendsucht/welche Artzney dem Poe- »ten ^Iscro nicht unbewust gewesen ist/ der infolgenden Versen von dem Berthram also spricht :
co//o
c?' /ö/o o^o?e.
Nimm gepulvert Berthramwurtzel/ gepulvertenMastix/jedes gleich viel/vermische die mit zerlassenemWachs/und mach kleine Zeltlein daraus wie die Feig-bonen/ die käue alle Morgen nüchtern sehr wol imMund?/so ziehen sie ein kalten Schleim heraus/ denspeye aus/das verhütet den schlag und Fallendsucht/machet ein leichtfertig gesund Haubt/und verhütet dasGesicht vor Flüssen und andern Zufallen.
Wider die Lähmde oder Unbeweglichkeit der Zun-gen : Nimm Berthram und langmPfeffer/ siede diemit Wein/seihe sie darnach durch ein Tuch/ thue Ma- ijeranjassr nach deinemgefallendarzu/und halte solchesso warm du es leiden kanst im Mund: wann es nunein schleim gezogen und kalt worden ist/ so seihe esaus/und nimm wieder von gemeldter Artzney/ dasthue offt/ es hilsst sehr wohl.
Berrhram geflossen/ und in gebrandtem Wein ge-beitzet/und die lahme Zung darmit bestrichen/ bringetwiederum die verlohrne Sprach.
Berthram mitVeyelwurtz und weissem Sensssaa-men/ jedes gleich viel/in Wein gesotten/und mit derdurchgesigenen Brühe den Mund warm gewaschen/und so warm es zu leiden im Mund gehalten/ ist gutwider die Gesichwulst der Zungen.
Wider den Haubmagel/das ist/wider das schmertz-
i z.Loth.Seude diese sittiglich mit einander über einemKohlfeurlein/ so lang biß der Wein sich verzehret/als-dann seihe es durch ein Tuch/ und behalte es zum Ge-brauch. Mit diesem Oele schmiere alleTag die erlahm-ten Glieder zweymal/ nemlich des Morgens und desAbends wann der Magen wieder nüchtern worden ist.
Dieses Oelfördcrtden Schweiß/den Leib damitge- Schweißsalbet/erwärmet die Spannadern/und alle kalte Ge- Ar?.""-werb der Glieder. Obgemeldeter! massen gebraucht/ wer/ der"bringet wieder zu recht die fchwinendenGlieder/bringt Zu.eder.wieder Herfür die verlohrne Wärme der Glieder/ so ve Med"r^durch den Frost undWinterkälte dahinden blieben ist.
Das gemeldr Oel verhindert das schaudern oder den SchaudernFrost der Fieber/so man den gantzenRückgrad und un- der Fieber,ten die Solen an den Füssen warm damit salbet/ ohn-gefehrlich i. stund zuvor ehe einen das Fieber ankomt.
Es vertreibet auch den Schmertzen der Lenden und Lendm-undNieren/von Kälte verursachet/so die schmertzhafftigen Schmertzen.Ort damit warm gesalbet werden. Obgemeldre Wür-ckungen alle sind dem Poeten ^milio kZacro nichtunbewust gewesen/welcher sie fleißig mit nachfolgendenVersen beschrieben hat/ wie folget/ sprechende:
o/eo
»«F»e»?A/e c/o/o^c?»
^ /ck/>e
/? kok«»» z/?o,
/s/t-5 /-st
Der Rauch der angezündten Berthramwurtzel/Giftig« rhiervertreibt die Schlangen und andere gisstige Thier, verrmbe».
klorenlinus bey dem Lonstznrino von dem Feld-bau l. I z.c.8. lehret mir folgende? Artzney dicSchlan-gen und alle andere gisstige Gewürm und Thier zu ver-treiben : Nim Verthram/Laferfaffr/Nardensaamen/Galbenfafft/Hirtzhorn/Mp/Schweffel/Harnstrang-wurtzel oder Geißklauen/diese Stück vermische durch-einander und stosse sie klein/ temperir sie darnach mitscharssem Weineßig / und mache Kügelein daraus/deren lege eins nach dem anderen auf glüende Koh,len/und räuchere damit/so bleibet keingisstig Thier mderselben Gegend.
Berthram in guten Wein gelegt und in die Sonn Guten E5,zgesetzt/ gibt ein scharffen und starcken Eßig. i» machen.
Zu verhüten daß das Bier nicht sauer werde/son- zu verhütendem frisch und gut bleibe/so soll man 2. oder z. Loth Ut'kuer"Berthramwurtzel klein schneiden/und ein gute Hand- werde,voll Tausendgulden-Kraur darzu thun/ auch klein ge-schnitten/und soll sie in einem sauber» leinenen Säck-lein in das Vier hencken.
Das II. Cap.
Von dem Bactllmkmul.
Er Bacillen oder des Meerfenchels/ beschrei-bet Oioicoriäes üb. 2. czp. 11s. nur ein Ge-schlecht/welches gleichwol von Olumella undl.vs. ^ ^ " andern in zwey Geschlecht abgetheilet wird/ wie wir
^ b-mach Wir lmbm wtigkS Ta>
ges dieser Bacillenkrauter vier unterschiedliche Ge^
Lähmde.Scklaqsuch-tigeGlieder.
ttemicranizm nennet: Nimm Berthramwurtzel/Steffenskörner/ Pfefferkörner/ Mastix/ jedes gleichviel zu einem reinen Pulver geflossen/ vermische es mitdem Marck von kleinen Roseinlein und zerlassenemWachs/und mache kleine Zeltlein daraus/in grosse derFeigbonen/ die käue alle Morgen nüchtern wol imMu de/ft> ziehen sie den bösen schleim heraus/dar-von der Schmertzen kommt/ den speye aus/und beharrdas ein Tag etlich/ es hilsst wol.
Wider die Lähmde/das Parlyß und fchlagsüchrigeGlieder: Nimm Berthram groblechr zerflossen/vierLoth/Baumöl/16. Loch/ gllten sürnen weissen Wein/
schlecht/ nemlich drey die vor sich selbst an der Seeoder am Meer wachsen/und eines das bey uns in denFrucht-Feldern wächset.
1. Das erste Geschlecht des Bacillenkrauts/ dessen 1-Oiolcori^es an dem gemelten angezogenen Ort/ und IAÜt.""?Iinius lil,. 26.c.8.gedencken/hat drey oder vier weisstWurtzeln/Fingers dick/ eines lieblichen Geruchs undGeschmacks.Das Gewächs ist stqudelechtig/allenthal,ben voller Blätter/wird fast einer Elen lang/dieBlät-ter sind feist und dick/ Iwie die Blätter des Burtzel-krauts/ sind doch viel länger / eines gesaltzenen Ge-
schn>acks.