Essigsäure und wahrscheinlich auch Buttersäure, Phloroglucin, Brenzweinsäure und 2 durch Bleizuckerfällbare Säuren, eine amorphe und eine in kurzen, farblosen, rhombischen Säulen krystallisirende,
Isuvitinsäure (C 9 Hg0 4 ).
Das Gummi, mittelst Alkohol und Aether möglichst vom Harz befreit, löst sich in Wasser zueiner Lackmus nicht röthenden Flüssigkeit, die nicht vollständig entfärbt werden kann; es unterscheidetsich von dem arabischen Gummi insofern, als die wässerige Lösung mit Bleizuckerlösung, Eisenchlorid,Borax und Wasserglas keine trüben Mischungen giebt. (Hnsemann, Pflanzenstoffe 815.)
Anwendung. Gummigutt ist ein starkes Drasticum; es bewirkt wässerige Stuhlausleerung,nach massigen Dosen nicht beschwerliche LeibesöfEnung, nach starken Gaben Erbrechen; früher dientees auch zur Abtreibung des Bandwurmes. „Das Gummigutt wirkt im wesentlichen den Coloquintengleich und wird wie diese besonders wegen der flüssigen Stühle, die es bedingt, als Antihydropicumbenutzt; doch ist der Wassergehalt der Stühle nach Gutti nicht grösser als nach anderen Drastica.Galle fehlt darin." (Husemann, Arzneimitteil. 637.) Ausserdem wird es als Tuschfarbe, zu Lacken undGoldlacken verwendet.
Litteratur. Abbildung und Beschreibung: Bentley and Trimen, Med. pl. Taf. 33;Hanbury in Transact. of the Linn. Society XXIV, Taf. 50; Science papers Bl. 326—331 mit Tafel;Berg und Schmidt, Offiz. Gew. Taf. XXXIII d enthält G. monosperma Berg; Hayne, Arzneigew. IX,Taf. 4 und Nees v. Esenbeck, PI. med. Taf. 421 enthalten G. Camboyia Desr.; Luerssen, Handb.der syst. Bot. II, 649; Karsten, Deutsche Flora 627; Wittstein, Pharm. 287.
Drogen und Präparate. Gutti: Ph. germ. 127; Ph. hung. 219; Ph. ross. 198; Cod. med. 55;Ph. belg. 42; Brit. ph. 66; Ph. dan. 128; Ph. suec. 98; Ph. U. St. 63; Flückiger, Pharm. 29;Flückiger and Hanb., Pharm. 83; Hist. d. Drog. I, 160; Berg, Waarenk. 507.
Pilulae catharticae compositae : Ph. ü. St. 253.
Pilulae Guttue aloeticae s. Cambogiae compositae: Brit. ph. 236; Ph. suec. 151.
Pulvis Gummi gutti: Cod. med. 521.
Bezüglich der Drogen und Präparate siehe auch Hager, Ph. Prx. II, 66; III, 518.
Tafelbesehreibung:
A Blüthenzweig der männlichen Pflanze, natürl. Grösse; B Fruchtzweig, desgl.; 1 Zweigstück mit männlichenBlütlien, vergrössert; l a Staubgefässköpfchen nach Hanbury, desgl.; 2 Zweigstück mit weiblichen Blüthen, desgl.; 3 männ-liche Blüthe im Längsschnitt, desgl.; 4 geöffnetes Staubgefäss, desgl.; 4 a 2 Staubgefasse geöffnet und ungeöffnet,nach Baillon; 5 Fruchtknoten mit Staminodienkranz, desgl.; 5 a dieselbe Figur, nach Hanbury; 6 Fruchtknoten mitNarbe, desgl., nach Hanbury; 6 a weibliche Blüthe im Längsschnitt, desgl.; 6 b Fruchtknoten im Längsschnitt, desgl.,nach Hanbury; 7 Fruchtquerschnitt mit nur einem fruchtbaren Fache, natürl. Grösse; 8 derselbe mit 4 fruchtbarenFächern, desgl.; 9 Querschnitt durch den Fruchtknoten, vergrössert. Nach einer Originalzeichnung des HerrnProfessor Schmidt in Berlin.