Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
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178v
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Vanille besitzen. Curcumin beginnt bei 165° zu schmelzen und wird in höherer Temperatur zersetzt;es ist in Wasser, selbst bei Siedehitze, kaum löslich, wird aber nach Zusatz von Alkali leicht auf-genommen und aus dieser schön rothen Lösung beim Ansäuren wieder gefällt. Weingeist, Aetlierund Chloroform lösen besser, schwierig Benzol und Schwefelkohlenstoff. Die nicht alkalischen Lösungenfluoresciren schön grün, die alkalischen roth. Mit weingeistigem Curcumaauszuge getränktes Papierfärbt sich durch Alkalien roth, beim Trocknen violett und wird durch Säuren wieder gelb. Borsäuregiebt nur beim Trocknen hervortretende orangerothe Färbung, die sich durch Säure nicht verändert,aber durch verdünnte Alkalien in Blau umgewandelt wird. Mit Curcumatinktur gelb gefärbtes Papierfärbt sich durch Auflösungen von Uranylsalzen, namentlich durch das Nitrat, braun, welche Färbungdurch Säure sofort wieder aufgehoben wird. Mit Kalk und Barytsalzen geben die Lösungen roth-braune Niederschläge, mit Bleisalzen feurigrothe. Erhitzt man eine weingeistige Curcumalösung mitBorsäure und Schwefelsäure, so erhält man gelbe, grün schimmernde, in Wasser und Aether unlös-liche, in Weingeist mit schön rother Farbe lösliche, borfreie Krystallflitter, die durch Alkali dunkelblaugefärbt werden; es ist dies Schlumberger's (nach Flückiger Schützenbergers) Rosocyanin. MitAetzkali verschmolzen, giebt Curcumin Protocatechusäure; mit Zinkstaub erhitzt, ein bei 290° siedendesOel. I. Gajewsky erhielt durch Oxydation mit Chromsäure Terephtalsäure; bei Einwirkung vonheisser Salzsäure entsteht Oxalsäure. Jackson und Menke halten das Curcumin für eine Säure, ausder sie durch Oxydation etwas Vanillin erhielten. Durch Sonnenlicht wird der Curcumafarbstoff gebleicht.(Husemann, Pflanzenstoffe 420.)

Anwendung 1 . Früher innerlich in Pulverform als aromatisches Stomachicum, Diureticumund Gelbsuchtmittel; jetzt nur noch als gelb färbende Substanz für cosmetische und pharmazeutischePräparate. In der Chemie als Reagens auf Alkalien. In der Färberei, jedoch in beschränkter Weise,zum Färben von Wolle, Seide, Holz; zur Herstellung von Buntpapier; als Gewürz; zum Färben vonGebäck, Butter, Käse, Oel, Firnis, Salben; in England namentlich als Hauptbestandtheil des Curry-powder. (Husemann, Arzneimittell. 405.)

Litteratur. Abbildung und Beschreibung. Nees v. Esenb., Plant, med., Taf. 59; Bergu. Schmidt, Offiz. Gew., Taf. XXXIV 11 (C. aromatica); Bentley and Trimen, Med. pl., Taf. 269;Luerssen, Handb. der syst. Bot. II, 452; Karsten, Deutsche Flora 470; Wittstein, Pharm. 464,

Drogen und Präparate. Bhisoma Curcumae: Ph. ross. 345; Ph. helv. 112; Cod. med. 50;Ph. belg. 25; Ph. dan. 200; Flückiger, Pharm. 336; Flückiger and Hanb., Pharm. 638; Hist.d. Drog. II, 435; Berg, Waareuk. 102; Berg, Atlas 37, Taf. XIX.

Emplastrum Meliloti s. frigidum: Ph. ross. 113; Ph. helv. suppl. 35;

Unguentiim flavum s. Althaeae s. resinosum: Ph. ross. 449; Ph. helv. 151; Ph. belg. 276;Ph. dan. 281;

Pulvis Curcumae: Cod. med. 515.

Turmeric Paper u. Solution of Turmeric: Ph. U. St. 388.

Bezügl. der Drogen und Präparate siehe auch Hager, Pharm. Prx, II, 988.

Tafelbesehreibung:

A Pflanze, verkleinert; B Blatt, nat. Grösse; C Blüthenähre, desgl.; 1 Blüthe, etwas vergrössert; 2 dieselbeim Längsschnitt, desgl.; 3 inceres Perigou der C. aromatica von den Lappen und Staminodien befreit, mit dem frucht-baren Staubgefäss, vergrössert; 4 Staubgefäss derselben Pflanze, von der Seite, desgl.; 4 a Staubbeutel der C. longavon verschiedenen Seiten, desgl.; 5 Fruchtknoten im Längsschnitt mit den unfruchtbaren untersten Staubgefässen(Staminodien), desgl.; 6 Fruchtknoten im Querschnitt, desgl. Nach einer Originalzeichnung des Herrn ProfessorSchmidt in Berlin; Farbendruck von Herrn F. Günther in Gera,