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2 (1887)
Entstehung
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138r
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Piper angustifolium Ruiz et Pavon.

Syn. Piper elongatum Yahl. Artanthe elongata, Miquel. Stejfensia elongata Knth.

Piper granulosum R. et P.

Matico.

Familie: Piperareae (Unterfamilie: Pipereae). Gattnnw: Piper L. (Untergattung:Stejfensia).

Beschreibung. Ein Strauch mit über 2 Meter hohen, aufrechten, knotigen, ca. 3 Mm. dickenStengeln und kurz gestielten, abwechselnden, über 10 Ctm. langen, über 3 Ctm. breiten, oblong-lan-zettlichen, lang zugespitzten, am Grunde unsymmetrisch abgerundeten oder herzförmigen, derben, fastlederigen, oberseits warzigen und rauhhaarigen, unterseits weicher behaarten, am Rande fein gekerbtenBlättern, deren Oberseite mit einem rinnigen Adernetze, die Unterseite mit stark vortretenden Ilaupt-und fiederigen Seitennerven ausgestattet ist. Fliickiger, welcher die Form der Blätter abweichendvon unserer Zeichnung und der Abbildung in Bentley and Trimen beschreibt, sagt:Die Blätter sindkurz gestielt, bis 15 Ctm. lang, ungefähr 4 Ctm. breit, von derber Consistenz. Im Umrisse länglich-eiförmig, wenig und kurz zugespitzt, sind sie am Grunde unsymmetrisch abgerundet. Ihre stumpf ge-kerbte Spreite ist sehr stark geädert, so dass die obere dunkelgrüne, mit starren, knotigen Haarenspärlich besetzte Blattfläche ziemlich regelmässig in 1 Mm. grosse, gewölbte, körnig rauhe Quadrateabgetheilt erscheint. Letztere treten noch schärfer, aber wenig regelmässig auf der graulichen, kurzfilzigen Unterfläche hervor, ebenso der starke Mittelnerv und die 3 bis 5 Seitennerven jeder Blattfläche."Die zahlreichen, zwitterigen Blüthen in blattgegenständigen Aehren, dicht ringsherum in die starke,schlanke, cylindrische, stumpfe, kurzgestielte, kolbenartige Blüthenaxe eingesenkt, jede derselben untersich eine freie Brakte, welche oben schildförmig, rund oder dreieckig, stark gefranzt ist und die Bliitlieüberdeckt. Blüthenhülle fehlt. Staubgefässe 2 bis 4, unterständig, in gleichen Abständen um denFruchtknoten gestellt; Fäden schlank; Beutel rundlich, 2fächrig. Fruchtknoten sitzend, krngförmig,oben dicker, nach unten verjüngt, glatt, so lang wie die Staubgefässe, 1 fächerig, eineiig; Eichen auf-recht. Der endständige, kurze Griffel mit drei ausgebreiteten Narben. Frucht sehr klein, von derGrösse eines Mohnsamens, trocken, nicht aufspringend, eiförmig, etwas zusammengedrückt, linienförmigzart punktirt, hart, schwarz. Der Same die Frucht vollständig ausfüllend. Embryo in einer Höhlungan der Spitze des reichlichen, mehligen Eiweiss.

Anatomisches. Die Blätter enthalten im Innern des Blattgewebes in grossen Räumenätherisches Oel; andere Sekretbehälter, wie Hautdrüsen, sind nicht vorhanden.

Blüthezeit. ?

Vorkommen. In feuchten Wäldern des nördlichen Südamerika, in Peru, Brasilien, Panamaeinheimisch, auch auf Cuba. Nach Karsten in den äquatorialen Cordilleren in einer Höhe von20003000 Meter.

Name und Geschichtliches. Der Name Matico ist peruanischen Ursprunges und angeblichnach einem Soldaten Matico (Verkleinerungswort des spanischen Mateo, Matthäus) benannt, der durchZufall die blutstillende Wirkung der Blätter entdeckte; daher auch die spanische Bezeichnung Hcrbasoldado, palo clel soldado. Da der Name Matico noch für verschiedene andere Pflanzen auftritt, sonimmt man an, dass dieser Name als die volksthiimliche Bezeichnung zu betrachten ist, überhaupt fürBlätter, welche eine blutstillende und wundenheilende Kraft äussern. Einige führen das Wort auf dasperuanische matc zurück, welches einen warmen Aufguss bedeutet; andere bringen es mit haematicus(alfja Blut) in Verbindung.

Piper sieh e,Piper nigrum; Artanthe susammengesetzt aus uoiog Brod und uvSij Blüthe, weildie Blätter gekaut werden. Steffensia nach Heinrich Steffens benannt, 1788 in Stavanger (Norwegen)geboren, 1804 Professor der Naturwissenschaften in Halle, 1811 in Breslau, 1845 in Berlin gestorben.

Flückiger führt an, dass schon vonHernandez (im 16. Jahrh. Leibarzt Philipps II. von Spanien)die Abbildung eines Maticoblattes unter dem mexikanischen Namen Tlatlancuate geliefert worden ist,dass aber das abgebildete Blatt sich nicht mit Sicherheit auf P. augustifolium zurückführen lasse.Erst Ruiz und Pavon gaben 1798 eine gute Abbildung. Die Droge hat seit 1827 von Seiten dernordamerikanischen Aerzte Beachtung gefunden; 1834 wurde sie von dem Marinearzt Ruschenbergerin Nordamerika empfohlen; 1839, nachdem sie schon 1832 von Merat und de Lens in Paris be-sprochen worden war, durch den Arzt Jeffreys in Liverpool in den europäischen Arzneischatz ein-geführt. In Deutschland ist sie 1842 durch Martins bekannt geworden.

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