Tamarindus indica L.
Tamarinde — Tamarind — Tamarinier.
Familie. Leguminosae (Unterfamilie: Caesaljoinieae); Gattung: Tamarindus Tourn.
Beschreibung. 20 bis 25 Meter hoher, immergrüner, langsam wachsender Baum mit weit-ausgebreitet-reichästiger, domartiger Krone, schwärzlich brauner, rissiger Rinde, graubraunen Aestenund hin und her gebogenen Zweigen. Blätter abwechselnd, paarig gefiedert, 10—20jochig; Blattspindeloben rinnenförmig; Blättchen linealisch-länglich, abgerundet, gestutzt bis ausgerandet, ganzrandig, fastsitzend, 12 bis 20 Mm. lang, ungleichhälftig, namentlich am Grunde ungleich, kahl oder am unterenRande gewimpert, netzaderig, unterseits blaugrün. Die hinfälligen Nebenblättchen lanzettlich. Bliithenwohlriechend, in meist wenigblüthigen, endständigen Trauben. Spindel kahl oder fein behaart, 5 bis10 Ctm. lang, die Blüthenknospen von einem Paare bald abfallender, oval-länglicher, hellpurpurrother,gewimperter Vorblätter eingehüllt. Unterkelch (Receptaculum) becherförmig, engröhrig, kahl, bleibend,Röhre im Innern drüsig. Kelch 4blätterig, aus dem freien Rande des Unterkelches entspringend, inder Knospe dachig, die beiden oberen (hinteren) Kelchblätter zu einem breiten, last ovalen, stumpfenBlatte verwachsen, die beiden unteren (vorderen) länglich, sämmtlich weisslich, später blassgelblich,abfallend. Kronblätter 5, jedoch nur die 3 hinteren Blätter vollständig entwickelt, gleichlang, inder Knospe dachig, wellig gekerbt, das mittlere fast kahnförmig zusammengelegt, über dem breitenKelchblatte stehend, meist schmäler, fast sitzend; die 2 seitlichen fast flach, breit genagelt, sämmtlichzuerst weiss mit purpurrothen Adern, später gelb, abfallend; die 2 unteren Kronblätter pfriemenförmig,verkümmert. Staubgefässe 9 in 2 Reihen, jedoch nur 3 und zwar die beiden oberen der inneren Reiheund das unterste der äusseren Reihe fruchtbar, bis zur halben Höhe zu einer oben offenen Scheideverwachsen, an welcher die (3 unfruchtbaren, pfriemlichen Staubgefässe als kurze Spitzchen erscheinen;die Staubfadenscheide niedergebogen und den Stempel umfassend, aussen am Grunde fein behaart; einzehntes Staubgefäss völlig verkümmert. Staubbeutel länglich, 2fächerig, am Grunde ausgerandet, obenmit kurzem Spitzchen versehen, in der Mitte des Rückens angeheftet und mit Längsspalte sich öffnend.Pollen rundlich 3seitig, 3 porig, mit feinkörnigem Inhalte. Stempel oberständig, gestielt, mit seinemStiele der hinteren Seite der Kelchröhre einseitig angewachsen. Fruchtknoten schmal, flach, einfächerig,mit zahlreichen Samenknospen. Eichen der Bauchnaht aufgewachsen, gegenläufig. Der bogenförmigaufsteigende Griffel mit kleiner stumpfer Narbe. Die bis 20 Ctm. lange, bis 3 Ctm. breite, graulichoder gelblich braune, nicht aufspringende Hülse an 3 Ctm. langem, holzigem Stiele herabhängend,länglich oder lineal-länglich, gerade oder meistens etwas gekrümmt, seitlich wenig zusammengedrückt,mit abgerundeten, nahtlosen Rändern, feinkörnig, warzig, kurz aber scharf zugespitzt, unregelmässigeingeschnürt, aus 4 bis 12 rundlich-eckigen, fast quadratischen, einsamigen Fächern bestehend. Diebis 17 Mm. langen, bis 8 Mm. dicken, der Bauchnaht angehefteten Samen, welche äusserlich durchleichte Auftreibungen der Hülse bemerkbar sind, haben rundlich 4eckige Form, sind etwas zusammen-gedrückt, der vom Nabelstreifen durchzogene Rand ist entweder schwach gekielt oder öfter schwachgefurcht, von Farbe dunkelbraun, glänzend, mit etwas eingesunkenem Mittelfelde. Embryo eiweisslos,mit geradem, halbgegenläufigem, am Nabel in den Keimlappen steckendem, dickem, mit kleiner gelberKnospe ausgestattetem Würzelchen; Samenlappen hornig, planconvex.
Eine in Ostindien kultivirte Form: Tamarindus occidentalis Gärtner unterscheidet sich durchkurze Hülsen mit 1—4 Samen und besitzt ein hellbraunes, mehr herbe schmeckendes Fruchtmuss.
131