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2 (1887)
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einer braunen und einer weissen, von denen die erstere die echte'Ipecacuanha, die letztere Richard-sonia scabra war. Ueber die Familie, welcher Ipecacuanha angehörte, war man lange im Zweifel;ßajus erkannte in ihr eine Paris, Morison eine Lonicera, Linne eine Viola. Erst der portugiesischeSchiffsarzt A. B. Gomez entdeckte um 1800 den wahren Charakter der Pflanze, die er unter demNamen Psychotria Ipecacuanha beschrieb und abbildete. Die ersten Proben der Droge wurden durchden Arzt Legras 1672 nach Paris gebracht, wo sie zwar in einigen Apotheken Eingang fand, jedochden meisten Aerzten unbekannt blieb und namentlich wegen Verordnung allzugrosser Dosen keinenguten Erfolg zeigte. Im Jahre 1680 brachte der Kaufmann Garnier oder Grenier ca. 150 PfundIpecacuanha nach Paris, auf die er seinen Arzt Afforty aufmerksam machte und schliesslich damitbeschenkte. Letzterer scheint jedoch das Mittel wenig beachtet zu haben, um so mehr sein aus Hollandstammender Schüler, der Student Jean Adrien Helvetius, welcher darin ein werthvolles Mittel gegenDysenterie erkannte, seine Erfahrungen als Geheimniss behandelte und damit grosses Aufsehen erregte,so dass ihm Ludwig XIV. die Bekanntgebung seines Geheimnisses um 1000 Louisdore abkaufte undihm ausserdem das Privilegium des Alleinverkaufs ertheilte. Ein in Folge dessen von Garnier an-gestrengter Prozess endete zu Gunsten des Helvetius. In Deutschland war es Leibnitz, der 1696durch seine Abhandlung „De novo antidysenterico americano" die Aufmerksamkeit auf Ipecacuanhalenkte; ihm folgte Valentin mit „De Ipecacuanha, Giessen 1698." In der ersten Hälfte des 18. Jahr-hunderts war die Droge so theuer, dass die Dosis mit 1 Louisdor bezahlt wurde. Der Professor derBotanik an der Universität zu Coimbra, Felix Avellar Brotero, lieferte 1802 eine gute Beschreibungnebst Abbildung.

Offizineil sind die von dem Wurzelstocke getrennten Wurzeln: Radix Ipecacuanhae (Rad.Ipecacuanhae annulata s. grisea, graue Ipecacuanha, Poaya der Brasilianer), welche in 5—15 Ctm.langen, strohhalm- bis federkieldicken Stücken in den Handel gebracht werden. Sie sind äusserlich, jenach der Einsanunlungszeit, Alter, Standort, Behandlung, graubraun bis schwarzbraun gefärbt, innenweiss oder graulich, zum Theil harzartig glänzend, hornartig durchscheinend und mit blassgelbem,dünnem, holzigem Kern ausgestattet. Sie besitzen einen dumpfen Geruch und einen bitteren, wider-lichen Geschmack; der Bruch ist kurz, körnig, nicht faserig.

Die aus Columbien stammende Cartagena Ipecacuanha ist etwas stärker, weniger geringeltund deutlicher strahlig als die brasilianische. Nach Flückiger ist diese Sorte wahrscheinlich die vonPlanchon beschriebene kleine, gestreifte Ipecacuanha (Ipecacuanha strie mineur) und jedenfallsdie Berg'sche Ipecacuanha cyanophloea, welche sich durch die blaue Farbe der Mittel- und Innenrindeauszeichnen soll und in einzelnen wulstig eingeschnittenen Wurzeln und Bruchstücken in den Handelkommt. In der kleinen, gestreiften Ipecacuanha ist von Pelletier zuerst das Emetin aufgefundenworden.

Die Brechwurzel wird zur Blüthezeit und zwar in Folge der Ueberschwemmungen und dessumpfigen Bodens unter ziemlich schwierigen Verhältnissen gesammelt, möglichst rasch an der Sonnegetrocknet, in Stücke zerbrochen, in Sieben vom Sande gereinigt und in Ballen verpackt. Gegründetauf die Wahrnehmung, dass jedes Stück der Pflanze lebensfähig ist, sogar die Blattstiele leicht Ad-ventienknospen entwickeln, lassen die Wurzelsammler (Poayeros) einzelne Wurzelreste im Boden, umnach 3—4 Jahren an derselben Stelle von neuem Wurzeln zu sammeln. Kulturversuche haben bis jetztkein günstiges Resultat geliefert.

Der südwestliche Theil von Matto grosso liefert die meiste und beste Ipecacuanha, in gutenJahren bis zu '/ 2 Million Kilogramm. Die Schwierigkeit des Transportes aus dieser abgelegenenGegend, der bis Janeiro 5 Monate dauert, soll (nach Flückiger) der Hauptgrund des hohen Preisesder Wurzel sein.

Die Aufbewahrung der Ipecacuanha erfolgt contundirt, grob - und fein gepulvert in gut ver-stopften Glasflaschen. Bei schlechter Aufbewahrung verliert die Wurzel an Wirkung.

Die äussere Beschaffenheit der echten Ipecacuanhawurzel ist so charakteristisch, dass Ver-wechselungen nicht gut vorkommen können; dennoch kommen verschiedene falsche Ipecacuanhawurzeln

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