einer Beimischung von Pfeifer, schmilzt bei 198° und kocht bei 212°. Der Borneokampher, welchersich durch feineren Geruch und grösserer Härte von dem gemeinen Kampher unterscheidet, ist im Orientsehr geschätzt, besitzt einen bedeutend höheren Preis und kommt nur sehr selten nach Europa.
Der Blumea-Kampher ( Ci 0 H 18 O ), von Blumea balsamifera DC., einer in dem tropischenIndien und durch den Archipelagus verbreiteten granfilzigen, halbstrauchartigen, stark kampherartig riechen-den Composite stammend, besitzt einen Schmelzpunkt von 204° und einen Siedepunkt von 210°; erwird in China medizinisch benutzt und dient als Zusatz zur Tusche.
Flückiger giebt nach Rondot für den Kampher in China für 1 Picul = 60,47 Kilogr. folgendePreise an: Gemeiner Kampher aus Formosa = 25 Dollars, Gemeiner Kampher aus Japan = 30 D.,Blumea-Kampher = 250 D., Dryobalanops-Kampher = 1000 D., derselbe erste Qualität = 2000 D.
Präparate: Der Kampher dient zur Herstellung von Oleum camphoratum, Spiritus campho-ratas, Vinum camphoratum,Linimentum camphoratum, Aqua camphorae, Acetum camphoratum, Camplioramonobromata und bildet einen Bestandtheil von Spiritus Angelicae compositus, Emplastrum fuscumcamphoratum, Emplastrum Scliiffhausensi, Emplastrum Cantharidum camphoratum, Emplastrumsaponatum, Emplastrum Minii adusfum, Unguentum Cerussae camphoratum, Unguentum oplithalinicumcompositum, Unguentum Plumbi subacetatis compositum, TJnguentum Hydrargyri compositum, TincturaOpii benzoica, Linimentum ammoniato-camphoratum, L. saponato - camphoratum, L. saponato-campho-ratum liquidum, L. saponis, L. Aconiti, L. Belladonnae, L. Cliloroformii, L. Hydrargyri, L. Jodi,L. Sinapis compositum, L. Terebinthinae, Lapis divinus, Coüyrium adstringens luteum.
Bestandtheile. Der Laurineen- oder Japankampher besitzt die Formel C jn H 16 O, der Borneo-kamp her C 10 0(8 O. DciS ätherische Oel hat die Zusammensetzung von C lft H, 6 , siedet bei 180° undhat ein spez. Gew. von 0,945. Der Laurineenkampher löst sich in 1000 Theilen Wasser, leicht inAlkohol, Aether, Oelen und Schwefelkohlenstoff. Beim Erhitzen mit alkoholischer Kalilösung geht erin Borneokampher über, während bei Behandlung des Borneokamphers mit Salpetersäure Laurineen-kampher entsteht. Durch Destillation des Borneokamphers mit wasserfreier Phosphorsäure geht einKohlenwasserstoff, Borneen = C 10 H jb über, der bei 160° siedet, leichter als Wasser ist undeinen Terpenthingeruch besitzt. Dieses Borneen wird auch als flüssiger Borneokampher oder Kampheröldurch Einschnitte direkt aus dem Baum gewonnen. Durch wiederholte Destillation mit Salpetersäurewird der Laurineenkampher in Kamphersäure (C 10 H 1(i O,) umgewandelt; bei Destillation mit wasser-freier Phosphorsäure entsteht Campholen (C 10 H 16 ); beim Erhitzen mit Kalihydrat in zugeschmolzenerRöhre erhält man eine krystallisirbare Säure, Campholsäure (C 10 H 18 0 2 ). Mit Brom giebt er Mono-bromcampher (Campliora monobromata) und Dibromcampher. (Husemann, Pflanzenstoffe 59).
Anwendung 1 . Der Kampher wird in Substanz in Pulver- oder Pillenform oder in Emulsiongereicht und sowohl innerlich als äusserlich angewendet. Er dient als lähmungswidriges, krampf-stillendes, resorbirendes Mittel bei Krankheiten des Darmkanals, des Herzens, der Respirationsorgane, beiNervenkrankheiten, Nymphomanie, Hautkrankheiten, gegen Opium und Cantharidenvergiftung; äusser-lich bei typhösen und brandigen Zuständen, gegen Speichelfluss, Rheumatismus, Nervenschmerzen,Zahnschmerzen; auch zur Einathmung bei Phthisis; ebenso in Form von Klystiren und Subcutanin-jektion. Kampher besitzt örtliche und entfernte Wirkungen, von denen erstere als ziemlich starkreizende an Haut- und Schleimhäuten hervortritt. Die entfernte Wirkung ist vorzugsweise primärauf das Grosshirn später auf das Kleinhirn und verlängerte Mark gerichtet. „Die hauptsächlichste An-wendung geschieht im Verlaufe acuter fieberhafter Krankheiten, eintretender allgemeiner Schwäche(Collapsus), wo er für sich oder abwechselnd mit andern Excitantien, z. B. Wein gereicht wird. AlsGeliirnthätigkeit erregendes oder allgemein belebendes Mittel kommt Kampher bei Intoxitationen durchnarkotische Gifte (Opium, Belladonna, Alkohol) in Anwendung und leistet hier sowohl als namentlichauch bei Vergiftungen mit Stoffen, die wie Chloralhydrat, gleichzeitig narkotisch und herabsetzend auidie Herzthätigkeit wirken, entschieden Günstiges." (Husemann, Arzneimitteil. 941.)
Der Kampher dient sowohl fest als m weingeistiger Lösung, in die Kleider gebracht, zur Ab-haltung des Ungeziefers, namentlich der Motten.
liitteratur. Abbildung- und Beschreibung : Nees v. Esenb., Plant, med., Taf. 130; Hayne, Arzneigew.XII., Taf. 27; Berg u. Schmidt, Offiz. Gew., Tat'. X e ; Bentley u. Trim., Med. plants III., Taf. 222; Luerssen,Handb. d. syst. Bot. II. 560; Karsten, Deutsche Flora 504; Wittstein, Pharm. 374 ff.
Drogen lind Präparate: Camphora: Ph. germ. 47; Ph. austr. 28; Ph. hung. 91; Ph. ross. 64; Ph. helv. 22;Cod. med. 155; Ph. belg. 19; Ph. Neerl. 44; Brit. ph. 66; Ph. dan. 58; Ph. suec. 33; Ph. U. St.'63; Flückiger, Pharm. 137;Flückiger and Hanb., Pharm. 510; Hist. d. Drog. II., 249; Berg, Waarenk. 574, 575.
Oleum camphoratum: Ph. germ. 193; Ph. austr. 96; Ph. hung. 327; Ph. helv. 91; Cod. med. 444; Ph. dan. 166;Ph. suec. 136.
Spiritus camphoratus: Ph. germ. 244; Ph. austr. 120; Ph. hung. 407; Ph. helv. 123; Cod. med. 600, 601;Ph. Neerl. 217, Brit, ph. 296; Ph. dan. 231; Ph. suec. 200; Ph. U. St. 307.
Spiritus Angelicae compositus: Ph. germ. 244; Ph. helv. suppl. 102.
Emplastrum fuscum camphoratum: Ph. germ. 77; Ph. austr. 49; Ph. helv. 34.
Emplastrum Minii adustum: Ph. austr. 49; Ph. hung. 163; Ph. dan. 90.
Emplastrum saponatum: Ph. germ. 79; Ph. austr. 50; Ph. hung. 167; Ph. helv. 37; Ph. Neerl. 94.
Emplastrum Schijfhausensi: Ph. ross. 116.
Emplastrum Cantharidum camphoratum: Ph. belg. 162.
Unguentum ophthalmicum compositum : Ph. helv. suppl. 131.
Unguentum Cerussae camphoratum: Ph. germ. 295; Ph. helv. 149; Ph. ross. 445.
Unguentum Plumbi subacetatis compositum: Brit. ph. 358.
Unguentum Hydrargyri compositum : Brit. ph. 355.