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Frangula.
Frangula.
Rhamnus -Frangula Linn ., Faulbaum, glatter Wegedorn, Pulverbaum, einin Deutschland in schattigen oder feuchten Gebüschen, in Wäldern, an Bächenhäufiger, 2 — 5 M. hoher Strauch aus der Familie der Rhamneen, welcherauch hier und da cultivirt wird.
Cortex Frangulae, Cortex Rhamni Frangulae, Faulbaumrinde, Frangularinde,Pulverholzrinde , die getrocknete und zwei Jahre hindurch aufbewahrte Rindeder Aeste. Sie ist zusammengerollt, circa 1 Mm. dick, aussen grau odergraubraun, besetzt mit kleinen weissen, meist der Quere nach langgestrecktenWarzen, wenig oder nicht rissig, innen glatt und braunroth, auf dem Bruchemit citronengelben Fasern.
Die sich schuppenartig ablösende Korkschicht? p ist innen karmoisinroth. Die Mittelschicht bestehtaus hellgelbem, nach aussen grünliehem Parenchym-]fr und verläuft in die braungelbe Bastschicht. Sie istFr. von weissen Krystalldrusen durchsetzt und in Folge
Fig. 272. Ein stück eines Quer- der . Trocknung stellenweise längsspaltig von demschnitts von Cort. Frangulae. Periderm abgeklüftet. In dem Bastparenchym liegenl BastscMcht 1 ' 8—lMachvergr. die peripherisch gestreckten Bastbündel zerstreut.
Bei älteren Rinden wird die Bastschicht durch Mark-strahlen in Felder getheilt. Nur die frische Rinde hat einen widerlichenGeruch, der Geschmack ist sehr schwach bitter.
Verwechselt kann die Faulbaumrinde werden mit der Rinde von PrunusPadus, welche sich aber durch graubräunliche Korkwarzen, sowie durch diehaarförmigen weissen Fasern des Querbruches genugsam unterscheidet.Der Rinde von Alnus gl/utinosa fehlen die weissen Korkwarzen und im Quer-bruch ist sie uneben und nicht faserig.
Einsammlung. Die Frangularinde wird in den Monaten Mai und Junigesammelt und getrocknet. Sie wird hauptsächlich als Abfall bei der Dar-stellung der Kohle zu Schiesspulver, die häufig aus dem Holze der Aeste desStrauches bereitet wird, gewonnen und kommt daher sehr billig in den Han-del. Sie muss über zwei Jahre gelegen haben, ehe sie als Arzneisubstanzgebraucht werden kann.
Bestandtheile sind: Spuren flüchtigen Oels, harziger, nicht drastischwirkender Bitterstoff, Cathartin- ähnlicher Extraktivstoff, Gerbstoff, Aepfelsäure,Zucker und ein gelber, in seidenglänzenden Krvstallen anscliiessender Stoff,von Büchner Rhamnoxanthin, von Casselmann Frangulin genannt.Kubly fand ferner ein schwefel- und stickstoffhaltiges Glykosid mit purgirendenEigenschaften, welches Wiggers Frangulasäure nennt. Ausser diesem Stofffand Kubly ein zweites nicht purgirendes Glykosid, welches er Avorninnannte. Faust erkannte in dem Frangulin (C 2 oH 20 0 10 ) ein Glykosid, welchesdurch Säuren in Frangulinsäure und Zucker gespalten wird.
Anwendung. Die Faulbaumrinde hat je nach ihrem Alter zweierlei Wirkung.Die frisch getrocknete, auch die bis zu einem Jahre gelagerte Rinde äusserteine gewisse emetische Wirkung neben der ihr eigenthümlichen Rhabarber-wirkung. Diese emetische Wirkung verliert sich nach einer zweijährigenLagerung vollständig, so dass nur die Rhabarberwirkung übrig bleibt. Dieseletztere Eigenschaft ist nur die dem Arzte erwünschte. Es darf daher nureine zwei Jahre lang gelagerte Rinde zur Dispensation gelangen. Die alte