Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
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1029
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Ferrum.

1U29

enthalten gemeiniglich Kupferfeilspäne und Messingstaub. Mittelst eines Magnetslassen sich zwar die Eisenspäne absondern, jedoch kann nicht verllindertwerden, dass Messing- oder Kupferstaub mit den Eisenspänchen fortgerissenwird. Das beste reinste Eisen ist der Draht, besonders der dünne, etwasweniger rein sind die Nägel. Der Draht ist gewöhnlich mit einer Fettschichtbedeckt. Vor seiner Verwendung wäre er zuvor davon durch Abreiben zureinigen oder zu glühen. Die Feilspäne der Drahtarbeiter sind mituntersehr rein.

Die in den Maschinenfabriken abfallenden Eisendrehspäne sind reinerund zu Lösungen anwendbarer als die Feilspäne der Metallarbeiter.

Prüfung. Man übergiesst 1,0 Eisenfeile mit 9,0 verdünnter (12,5 procen-tiger) Salzsäure, bewirkt die Lösung zuletzt unter Anwendung von Wärme undverdünnt mit einem doppelten Volum Wasser. Ein Tlieil dieser Lösung mitSchwefelwasserstoffwasser versetzt, darf sich höchstens etwas dunkler färbenoder bräunen, aber keinen dunklen Niederschlag ergeben (Kupfer, Blei).Erfolgte hier keine Fällung, so versetzt man einen andren Theil der Lösungjenes Rückstandes mit einer reichlichen Menge Natronacetatlösung oder Ammon-acetatlösung und dann mit Schwefelwasserstoff. Eine weisse Fällung zeigtZink an. Eine schwache Trübung ist gegenstandslos.

Die Eisenfeile, welche zur Darstellung des Tartarus martiatus Verwendungfindet, wird in gleicher Weise geprüft, jedoch ist 1,0 der Eisenfeile in dergenügenden Menge bromirter Salzsäure zu lösen.

Aufbewahrung. In allen Fällen in gut und dicht geschlossenen Glasge-fässen, um das Rosten zu verhindern.

II. Ferrum pulveratum, Limatura Martis praeparata, Pulvis Ferri akoliolisa-tus, Eisenpulver, fein gepulvertes Eisen. Es wird fabrikmässig aus einem sehrguten, reinen Gusseisen (z. B. in der egloff 'schen Fabrik zu Reute, vomApoth. Moll in Landeck, beide in Tyrol, ferner vom Apoth. T. Waschmitiusin Füssen in Bayern) dargestellt, es enthält daher reichlich Kohlenstoff. Impharmaceutischen Laboratorium bereitet man es aus Schmiedeeisen (dicken,zu daumdicken Bündeln zusammen geschnürten Stricknadeln in den Schraub-stock gespannt) mittelst Feile und Zerreibens im eisernen Stossmörser. DiePulverung wird erleichtert, wenn man die Feilspanpartikel mit Petroleum oderParaffinöl benetzt, es muss dann aber das Pulver mit warmem Petrolätherabgewaschen und in der Wärme trocken gemacht werden.

Eigenschaften. Das sogenannte reine gepulverte Eisen bildet ein geruch-und geschmackloses, schweres, höchst feines, graues oder schwärzlich-grauesPulver, welches beim Druck mit dem Pistill eine grau metallisch glänzendeFläche bietet und beim Auflösen in verdünnter Chlorwasserstoffsäure unterEntwickelung eines übelriechenden Wasserstoffgases bis auf einen geringenund leiehten kohligen Rückstand löslich ist. Beim Glühen an der Luft ver-glimmt es zu rothem Eisenoxyd. Es besteht nicht aus chemisch reinem Eisen,enthält vielmehr grössere oder kleinere Mengen Kohlenstoff (Graphit), gewöhnlichauch Spuren Schwefel, Arsen, Phosphor, Silicium, Sand, oft Spuren Mangan,Kupfer, Blei. Von diesen Verunreinigungen sind in dem Eisenpulver für dentherapeutischen Gebrauch nur entfernte Spuren zulässig. Verfälschungsmittelsind Graphit, Sand, Hammerschlag, Bleifeile, Zinkpulver.