Eucalyptus. — Euphorbium.
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Tinctura Eucalypti wird aus 1 Th. zerschnittenen Eukalyptusblätternund 5 Th. verdünntem Weingeist durch Digestion bereitet. Dosis: ein Thee-löffel alle zwei bis drei Stunden.
Oleum Eucalypti, Eukalyptusöl, wird durch Destillation aus den frischenBlättern dargestellt und in den Handel gebracht. Es ist farblos, klar, dünn-flüssig, leichter als Wasser, von starkem aromatischem, an Kampfer und La-vendel erinnerndem Gerüche und entsprechendem brennendem Geschmacke,siedet zwischen 168 und 190°, löst sich in einem doppelten Volum Weingeistund besteht aus zwei Oelen, dem Eucalyptol (nach Faust und HomeyekCymol, bei 170° siedend), und Eucalypten. Mit Jod giebt das Eukalyptusöleine höchst schwache Reaction. Eine Verfälschung mit Terpenthinöl ist daherleicht zu erkennen, auch an einem Siedepunkte unter 165° C. Eine Verfäl-schung mit Copaivaöl würde den Siedepuukt über 200" C. verlegen.
Das Eukalyptusöl conservirt sich in gut verkorkter Flasche vortrefflichJahre hindurch. Dosis 5 — 8 —10 Tropfen in Tincturen. Aeusserlich beiNeuralgien. In dem Handel wird es zum Verschneiden theurer ätherischerOele verbraucht.
Euphorbium.
Euphorbia resinifera Berg , eine kaktusähnliche, blattlose, mit Stachelnbesetzte Euphorbiacee des westlichen Afrika's,
*{• Euphorbium, Uumuii Euphorbium, Resina Euphorbium, Euphorbium, der in
Folge künstlicher oder zufälliger Verwundungen ausgetretene und ausgetrockneteMilchsaft. Wie es in dem Handel vorkommt, bildet es schmutzig-gelbliche,durchscheinende, an der Oberfläche matte, bestäubte, leicht zerbrechliche,kuglige oder eckige, erbsen- bis haselnussgrosse Stücke, häufig mit 1 — 3 Löchern(von den Stacheln der Mutterpflanze herrührend). Gemeiniglich ist es vermischtmit kleinen Bruchstücken des Harzes, mit Stacheln, gestielten kreiseiförmigenBlitthenhüllen, 3knöpfigen Früchten, 4kantigen, mit Doppelstacheln besetztenSteugelstücken. Von diesen Beimischungen muss es so viel als möglich be-freit werden.
Bei gewöhnlicher Temperatur ist das Euphorbium ohne Geruch. AufKohlen geworfen brennt es mit heller Flamme, einen nicht unangenehmenGeruch verbreitend. Der Geschmack ist Anfangs fast unmerklich, hintennachaber heftig brennend und kaustisch.
Das Pulvern des Euphorbiums erfordert grosse Vorsicht. Der dabeiaufsteigende Staub erregt nämlich heftiges und anhaltendes Niesen, sogar ge-fährliche Entzündung der Augen, Nase und des Gesichts, Nasenbluten, Auf-schwellen des Gesichts. Beim Zerreiben zu Pulver, welches in einem Stoss-mörser, der mit einem hölzernen Deckel versehen ist, im Freien vorgenommenwird, hat der Arbeiter über das ganze Gesicht ein etwas feuchtes Tuch zubinden und auch Handschuhe anzuziehen. Theils das Stäuben zu mindern,theils das Anbacken der Masse im Mörser zu verhindern, setzt man auf ungefähr500 Grm. Euphorbium 8 —10 süsse Mandeln hinzu. Das mittelfeine Pulverwird in einem Siebe mit Deckel durchgesehlagen und dann in der Reihe derstarkwirkenden Arzneistoffe aufbewahrt.