Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
1016
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1016

Elemi.

einer Halbinsel und Provinz Mexikos. Es soll von Atnyris PlumieriTJC., einem auf den Antillen einheimischen, zur Familie der Amyrideengehörenden Baume, gewonnen werden. Auch Bursera gummifera Jacq ,. undIcica Itepfap/iylla aubl. werden als Stammpflanzen angegeben. Das "Westin-dische oder Yucatan-Elemi bildet feste, wachsglänzende, dunkel citro-nengelbe Massen mit einem Stich ins Grünliche und ist nur wenig mit Rin-denstücken verunreinigt. Der Geruch ist eigenthümlich, zwischen Terpenthinund Fenchel liegend, der Geschmack balsamisch und bitter.

Elemisorten von minderem Werthe sind:

Das Brasilianische Elemi. Es ist salbenartig weich, schmutziggelblichweiss oder blassgelb und weniger rein. Es soll von IcicaIcicariba DC. kommen und ist die in Frankreich officinelle Sorte.

Das Ostindische Elemi kommt in keilförmigen, mehr denn pfund-s chweren, in Palmblätter gehüllten Kuchen zu uns. Es ist meist spröde,innen zähe, weisslich-gelb und sehr mit Rindenstücken und Schmutzverunreinigt. Als Mutterpflanzen werden Bahamodendron Zei/Ianicum undCanarium zephyrinum angegeben.

Das Maniia-Elemi, von unbekannter Abstammung, ist trocken, aussenblasscitronengelb, innen weiss, durchscheinend, im Bruche matt. Manilaist Hanpthandelsplatz auf Luzon, einer Philippinischen Insel.

Die Caranna, Hyowaharz, Coconaharz, das von Icica CarannaHumboldt, Bonpi.and et Kunth , einem am Orinokko wachsenden Baume, undvon Bursera acuminata Wii.ldenoyv , auf den Antillen einheimischer Burse-racee, kommende Harz ist entweder weiss oder grünlich-braun. Es wird wiedas Elemi angewendet, auch wohl demselben untergeschoben.

Bestandtheile. Elemi löst sich in Aether leicht, nur zum geringen Theilein Chloroform, Benzin, Petroläther, Schwefelkohlenstoff, gar nicht in Aetz-natronlösung und Aetzammon. Elemi schmilzt noch unter dem Wasserkoch-punkte unter Aufblähen.

Nach Boxastke besteht es aus 12,5 Proc. flüchtigem Oel, 60 in kaltem Wein-geist auflöslichem Harze, 24 in kochendem Weingeist und in Aether löslichemHarze, 2 bitterem Extract und Unreinigkeiten. Das spec. Gew. ist 1,08. Jenach Consistenz wechseln diese Gewichtsverhältnisse. Es enthält nach neuerenUntersuchungen zwei Harze, von denen das eine krystallisirbar, das andereamorph ist. Das krystallisirbare und in Weingeist schwer lösliche Harz hat dieNamen E lern in und Amyrin erhalten. Aus der Lösung des Elemi in kochen-dem Weingeist scheidet sich beim Erkalten das Elemin in farblosen Krystallenaus. Nach F i.ückigek sind Bestandtheile des Elemi: Flüchtiges Oel (C 10 H 16 ),krystallinisches Harz, Elemin (2C 1C |Hi fi ,H 2 0), amorphes Harz (2C 10 H l6 ,2H 2 O),Bryoidin (2C 1( ,H 16 ,3H 2 0).

Anwendung. Nach Makcgkave gebrauchten die Eingeborenen das Elemigegen Kopfschmerz (innerlich, äusserlich und als Räuchermittel). Die Caraibensollen es zu einem Bestandtheil ihrer Haarpomaden gemacht haben und alsHeilmittel auf Wunden benutzen. Wir benutzen es zuweilen als Lentescens inFirnissen und hauptsächlich zur Darstellung des Unguentum Elemi. ImGanzen kommt seine Wirkung mit der unserer Terpenthine überein.

Elemi depuratnm, gereinigtes oder colirtes Elemi. Das Elemi wirdgeschmolzen und durch grobe, locker gewebte Leinwand gegossen. Die Farbedieses Elemi ist dunkler und bräunlich.