Charta.
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papiers oder sie geschieht (fabrikmässig) durch Maceration des geleimten Papiersin einer warmen Auflösung des Paraffins in Benzin und Auspressen des Papiers.
Das Paraffinpapier wird in der Pharmacie zu Pulverkapseln, zum Ver-binden von Salbentöpfen, zum Einhüllen und Bedecken der Pflaster, auch zumEinhüllen von Substanzen gebraucht, welche einen gewissen Grad Feuchtigkeitoder andere flüchtige Substanzen zurückhalten sollen oder hygroskopisch sind.Auch der Arzt bedient sich des Paraffinpapiers, welches er zwar immer nochmit Wachspapier oder Charta cerata zu bezeichnen pflegt, zum Verbände oderzum Bedecken von Wunden, applicirter kaustischer Pasten und Pflaster, oderals Unterlage für Kranke. Es ist desshalb angezeigt, grössere Stücke Paraf-finpapiers vorräthig zu halten.
Das dünnste Paraffinpapier ersetzt, wie aus den gemachten Bemerkungenhervorgeht, auch vollständig das Oelpapier, Charta oleosa Mac-Giiie's . Dieseswar ein stinkendes Papier, bereitet in ähnlicher Weise wie das Wachspapieraus Seidenpapier und einer Fettmasse, durch Kochung aus 2 Th. Bleiglätte,1 Th. Wachs, 1 Th. Terpentin und 20 Th. Leinöl dargestellt. Die Mischungmusste zwei Stunden gekocht und das damit getränkte Papier mehrere Tagezum Trocknen an die Luft gehängt werden.
Pergamentpapier, Charta pergamena, vegetabilisches Pergament, Papyrine,
welches im Jahre 1846 von Figuier und Poümaredk zuerst dargestellt undbeschrieben wurde. Es besteht aus einer isomerischen Modification der Cellu-lose, welche mit vielen Eigenschaften des thierischen Gewebes ausgestattet istund im Betreff seiner Dichte, Cohäsion und Biegsamkeit und seines Verhaltenszum Wasser die Stelle des Pergaments und der thierischen Blase auszufüllenvermag. Dabei ist es unendlich conservirbar. Durch Maceration in Wasserwird es weich und schlaff, ohne an seiner Festigkeit Einbusse zu erleiden,auch unterliegt es im Wasser längere Zeit liegend keiner Veränderung, Gäh-rung oder Fäulniss. Es findet daher in der Technik und den Gewerben einemannigfaltige Verwendung. In der Pharmacie findet es in allen den FällenVerwendung, in welchen früher die Thierblase herangezogen wurde, z. B. zumTectiren von Töpfen mit Latwergen, Extracten, Syrupen, beim Lutiren derDestillationsapparate, Gasapparate. In der Chemie ersetzt es die thierischeBlase im Dialysator, in der Chirurgie die Leinwand, das Wachstuch und dieGuttapercha beim Verbände.
Das Pergamentpapier wird fabrikmässig dargestellt und kommt zu billigenPreisen in den Handel. Seine Darstellung besteht darin, ungeleimtes Papiermit einem + 15° C. warmen Gemisch aus 2 Volumen Englischer Schwefel-säure und 1 Volum Wasser zu tränken, sofort mit Wasser abzuwaschen, zutrocknen und zu pressen.
Filtrirpapier, Fliesspapier, Charta liibula, kommt von verschiedener Be-schaffenheit und Reinheit in den Handel. Das gewöhnliche weisse Filtrirpapierenthält mehr oder weniger Kalksulfat und basisches Thonerdesulfat. ZurFiltration chemisch reiner Flüssigkeiten kann es desshalb nicht verwendetwerden. Ein sehr reines Filtrirpapier ist das sogenannte Schwedische.Das graue, sogenannte Löschpapier, darf nicht als Filtrirpapier benutzt werden.Es enthält nicht nur Eisen, Kalksalze, man hat sogar Arsen darin angetroffen.
Die Abfälle beim Schneiden der Filter sollen aus ökonomischen Gründengesammelt und in einem Kasten reservirt werden. Sie sind ein vorzüglichesKlärmittel für Syrupe, Honig, Salzlösungen etc.