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Cautschuc.
Dapicho, Zapis sind Benennungen für gegrabenen Kautschuk, den insumpf igen Boden geflossenen und hier verhärteten Kautschuk-Milchsaft. Coo-rongit ist mineralischer oder Australischer Kautschuk.
Vulkanisirtes Kautschuk ist das mit 8 —15 Proc. Schwefel ver-bundene Kautschuk. Es ist weit elastischer als das rohe Kautschuk. Dieeinfachste Methode, das Kautschuk zu vulkaniseren, besteht in einer Digestiondesselben bei circa 140° C. in einer Lösung des Kaliumpolysulfids, darauf ineinem Waschen mit Kalilauge und Wasser.
Eigenschaften. Das durch Erhitzen oder durch Weingeist aus dem Milch-safte abgeschiedene, mit Wasser gewaschene Kautschuk ist milchweiss undtrocknet zu einer durchsichtigen farblosen, elastischen, die Electricität nichtleitenden Masse ein, welche ein specifisches Gewicht von circa 0,925 aufweist.In der Kälte wird es hart, jedoch nicht spröde, in der Wärme wieder weichund elastisch. In Wasser, kaltem wie kochendem, ist es unlöslich, ebenso inWeingeist. Aether löst gegen 1 Proc. unter Aufquellen , des Nichtgelösten.Fast unlöslich ist es in Gewürznelkenöl, Zimmtöl, den eintrocknenden fettenOelen. Die nicht trocknenden fetten Oele lösen es in der Wärme, jedochunter Einbusse seiner Eigenschaften. Wenig lösen Steinöl, Steinkohlenöl, dieflüchtigen Oele der Coniferen, Rosmarinöl, Lavendelöl, Sassafrasöl etc. DieseOele lassen beim Verdunsten einen schmierigen Rückstand, der zuletzt sprödeund brüchig wird. Auch Copaivabalsam und Gurgunbalsam lösen in der Wärmenur einige Procente. Das beste Lösungsmittel ist Kautschuköl (das pyrogeneOel aus dem Kautschuk); Lösungsmittel sind ferner ein rectificirtes Terpen-thinöl, welches 3 — 5 Proc. Schwefel gelöst enthält, Chloroform, Benzol, Schwe-felkohlenstoff, ein Gemisch aus 100 Th. des letzteren und 6 — 8 Th. wasser-freiem Weingeist. In Aetzammon schwillt es nur auf und die Aetzkalilaugenlösen es gar nicht.
Das Kautschuk schmilzt bei 120°, wird dann erkaltet erst nach längererZeit wieder fest. Durch trockne Destillation liefert es circa 80 Proc. Kaut-schuköl (Kautschucin) von brauner Farbe und 0,85 — 0,89 spec. Gew. DurchRectification kann dieses Oel farblos erhalten werden. Es siedet dann bei 35bis 65° C. unter Entwickelung sehr schwerer Dämpfe.
Das Kautschuk ist nach Payen ein sehr poröser Körper. Daher ist dasAufquellen des Kautschuks in vielen Flüssigkeiten erklärlich.
Das rohe Kautschuk besteht aus einer elastischen klebrigen, danneiner weniger löslichen Kautschuksubstanz, etwas flüchtigem Oele, Fett, Farb-stoff, stickstoffhaltiger Materie, Feuchtigkeit.
Anwendung. Die vielseitige Anwendung des Kautschuks in der Technikund Chirurgie ist bekannt. Trotz seines indifferenten Verhaltens gegen ver-dünnte Säuren und Alkalien, so wie gegen Magensaft haben es Haller, Hannon undAndere als Heilmittel bei Brustkrankheiten, gegen Diarrhoe und den profusenSchweiss der Phthisiker gerühmt. Andere Aerzte vermochten damit wiederumkeine Erfolge zu erzielen. Man giebt es innerlich zu 0,2 — 0,3 — 0,5 mehrmalstäglich.
Die Kinder-Saugpfropfen aus mit Zink- oder Bleioxyd versetztem Kautschuksind gesundheitsschädlich.
Die Sparadrape mit kautschukhaltigen Pflastermassen, als vorzüglicheKlebpflaster, sind heute, wo wir ein tadelloses Heftpflaster herzustellen ver-stehen, überflüssig, und dies um so mehr, als ihre Klebkraft eine wenig befrie-digende ist. Das mille 'sche Kautschuksparadrap wird aus 2 Th. Kautschuk,