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1 (1876)
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Catechu.

a) Pechu-Catecliu oder Kutsch, welches aus Pegu in Hinterindienund besonders auf den Deutschen Markt gebracht wird. Es bildet unregel-mässige, dunkel leberfarbene, im Bruche gleichmässig schwarzbraune, gross- undflachmuschelige, glänzende und mehr oder weniger poröse, in Blätter einge-hüllte oder davon durchsetzte Massen (mit 55 60 Proc. Gerbstoffgehalt),geruchlos und von etwas bitterem, zusammenziehendem Geschmack. Diese Sortehat als Arzneisubstanz den Vorzug.

b) Bengalen-Catechu bildet länglich runde oder unregelmässig vier-seitige, ungefähr 8 Ctm. lange, 5 Ctm. breite, 3 4 Ctm. dicke, rauhe,erdig anzufühlende, schmutzig-graubraune Klumpen. Im Bruche sind sie mitkastanienbraunen waehsglänzenden und helleren matten Streifen und Schichtendurchsetzt. Diese Sorte ist als Arzneisubstanz allenfalls zulässig.

Von medicinisch nicht verwendbaren oder nicht officinellen Sorten sindfolgende zwei erwähnenswertli:

Catechu von TJncaria Gavibir Roxb ., Gambir-Catechu, GuttaGambir. Diese Drogue ist der eingetrocknete Auszug der Blätter genannterRubiacee, welche in Hinterindien zu Hause ist. Sie hat die Form 1718 Cub.Ctm. grosser, aussen dunkelbrauner, innen hellbrauner, lehmfarbiger, matter,leicht zerreiblicher Würfel.

Palmen-Catechu aus den Samen der Arekapalme, Areca Catechu Linn.durch Extraction dargestellt. Der erste gerbstoffreichere Auszug liefert dieKassu-Sorte (Cachou) in flachen runden, 1,3 Ctm. dicken, 5 8 Ctm. brei-ten, auf der einen Seite mit Reisspelzen bestreuten, schwarzbraunen, innen glän-zenden Kuchen. Der zweite Auszug liefert das Kour y von gelbbrauner erdigerBeschaffenheit.

Prüfung des officinellen Catechus. Warmes Wasser wirkt nur langsamlösend und giebt eine sehr triibe Lösung. Ferner soll das officinelle Catechuwenigstens bis zu 90 Proc. in verdünntem Weingeist löslich sein. Eisenchloridfällt es aus seiner Auflösung braungrün. Es soll, um der Waare eine dunklereFarbe zu geben, bis zu 1 Proc. Kalibichromat zugemischt werden. Diese Ver-unreinigung wird durch Einäschern, Schmelzen und Glühen der Asche mitSalpeter gefunden. Die filtrirte Lösung des Glührückstandes giebt mit Salpeter-säure angesäuert und mit Bleiacetatlösung versetzt einen gelben Niederschlagvon Bleichromat. Andere Verfälschungen sind Thonerde, Sand, Absatz vonPflanzenaufgüssen, welche sämmtlicli beim Auflösen in verdünntem Weingeistungelöst bleiben und das Maass des Unlöslichen in der guten Waare über-steigen. Pflanzensäfte mit eisenblaufällenden Gerbstoffen werden durch Eisen-chlorid entdeckt. Bei Gegenwart von Alaim wird in der filtrirten wässrigenLösung Aetzammon einen gelatinösen, und Chlorbaryum einen weissen, in Säurenunlöslichen Niederschlag hervorbringen.

Bestandtheile. Das officinelle Catechu besteht aus 50 65 Proc. Gerb-säuren, wie Catechugerbsäure, Catechusäure (Catechin), 3040 Extractivstoff,4 8 Gummi, ferner Extractabsatz und Aschenbestandtheilen. Catechin kommtin der Peguwaare amorph, in anderen Sorten, wie im Gambir krystallisirt (mitKrystallwasser verbunden) vor. Die Catechugerbsäure scheint metamorphosirteCatechusäure zu sein. Letztere lässt sich durch Aether extrahiren.

Anwendung. Catechu gehört zu den adstringirenden Heilmitteln. Mangiebt es zu 0,51,01,5 Gm. bei chronischen Katarrhen der Schleimhäute,Dysenterie, gegen Blutungen, äusserlich in Zahntincturen und Mundwässernbei skorbutischem Zahnfleisch, übelriechendem Athem, zu Einspritzungen bei