Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
631
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Bryonia.

631

mit 45 Tli. Salpetersäure von 1,185 spec. Gewicht, verdünnt mit einem halbenVolumen destillirtem Wasser, oder so viel von dieser Säure versetzt, als zurNeutralisation erforderlich ist. An einem lauwarmen Orte lässt man die Lösunglangsam abdunsten. Das Brueinnitrat bildet farblose vierseitige, in Wasserund Weingeist leichtlösliche Prismen.

Aufbewahrung, Anwendung und Dosis wie vom Brucin angegeben ist.

Brucinum sulfuricum, Brncinsulfat, schwefelsaures Brucin (C 4fi H 2,; N 12 O s ,SO :1+ 8HO = 506 oder [C r> H 26 N 2 0 4 ] 2 SH 2 0 4 + 7H 2 0 = 1012) bildet farblose lange,in Wasser und Weingeist leicht löliche Nadeln und ist neutral. Es wird durchLösung des reinen Brucins (100 Th.) in soviel verdünnter Schwefelsäure(circa 64 Th.), dass eine neutrale Flüssigkeit erzielt wird, durch Abdampfenund Beiseitestellen behufs Krystallisation dargestellt. Aus der Lösung inüberschüssiger Schwefelsäure krystallisirt ein saures Sulfat.

Aufbewahrung, Anwendung und Dosis wie vom Brucin angegeben ist.

Bryonia.

Bryonia alba Linn , und Bryonia dioica Jacquin , zwei an Hecken undZäunen, erstere mehr im östlichen, letztere im westlichen Europa einheimischeCucurbitaceen.

Radix Bryoniae, Radix Vitts albae, Radix Ihrae anginac, Zaunrübe, Gichtrube,Stickwurz, Hundskiirbiswunel. Die frische und die getrocknete Wurzel. Die frischeWurzel ist fleischig, sehr gross, dick, lang, rübenartig-spindelförmig, oft inzwei oder mehrere Aeste getheilt, äusserlich weisslichgelb oder blassbräunlich,glatt (bei Bryonia dioica) oder mit Ringe bildenden dicken Warzen besetzt(bei Bryonia alba), innen weiss, etwas Milchsaft enthaltend. Der Querdurch-schnitt zeigt concentrische Ringe und Strahlen. Der Geschmack ist ekelhaftbitter, der Geruch widrig, an frisch gebackenes Brod erinnernd.

Getrocknet und in Scheiben geschnitten kommt sie in den Handel. Sieist in dieser Form schwammig, mehlig, blassgelb, fast ohne Geruch und geringembitterem Geschmack.

Einsammlung und Aufbewahrung. Im Frühjahr vor der Blüthe, zu welcherZeit die Wurzel am saftreichsten ist, wird sie ausgegraben, abgewaschen, inScheiben geschnitten und auf Bindfaden aufgereiht getrocknet. 9 Th. frischeWurzel geben 1 Th. trockne. Sie wird geschnitten in Blechbüchsen und alsfeines Pulver in gut verkorkter Glasflasche aufbewahrt. Sie ist in hölzernenKästen aufbewahrt dem Wurmfrasse unterworfen.

Bestandteile. Bryonin, ein Glykosid, nach Walz ein farbloser amorpherKörper, von bitterem Geschmack, leichtlöslich in Wasser und Weingeist, nichtlöslich in Aether. Es wird aus seiner wässrigen Lösung durch Bleioxyd, Gerb-säure und Platinchlorid gefällt, mit verdünnten Säuren gekocht in Zucker undeinen harzartigen Körper, bestehend aus Bryoretin (in Aether löslich) undHydrobryoretin (nicht in Aether löslich), umgesetzt. In der getrockneten Wurzel