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1 (1876)
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Bromum.

lösung, dann nach kräftigem Durchschütteln mit eirca 8 CC. Ammonsesqui-carbonatlösung, kocht nun 2 3 Minuten, stellt, wenn nicht eine klai'e Lösungerfolgte, zum Absetzen bei Seite, decanthirt hierauf die klare ammoniakalisclieFlüssigkeit, bringt sie durch Abdampfen in einem Porcellanschälchen auf einkleineres Volumen, nimmt den Rückstand mit 10 CC. destill. Wasser auf undübersättigt mit reiner chlorfreier Salpetersäure. Es entsteht ein Nieder-schlag oder eine starke weisse Trübung, wenn Chlorsilber vorhanden ist undvon der Ammoncarbonatlösung gelöst worden war. Eine schwache opalisirendeTrübung, welche die Flüssigkeit nicht undurchsichtig macht, rührt von einerSpur Bromsilber her. Dieses Prüfungsverfahren beruht auf der Löslichkeitdes Chlorbroms in Wasser, sowie in dem Verhalten des Aethers gegen diesewässrige Lösung, derselben das Brfiin zu entziehen und das Chlor als Chlor-wasserstoff im Wasser zurückzulassen, ferner auf der Löslichkeit des Chlorsilbersin der kochenden Ammonsesquicarbonatlösung, welche Bromsilber nur inwinzigen Spuren löst.

Bromoform (Bromkohlenstoff) wird sich durch kleine Tröpfchen zuerkennen geben, welche in der Prüfung auf Jod nach dem Behandeln mitAetzammon in der Flüssigkeit herumschwimmen und sich in der Ruhe amGrunde der Flüssigkeitsschicht ansammeln.

Bromblei bleibt beim Verdunsten einiger Tropfen Brom in einem Glas-schälchen als Rückstand.

Aufbewahrung. Wegen der Flüchtigkeit des Broms auch bei gewöhnlicherund selbst niederer Temperatur pflegte man es früher mit einer Wasserschichtbedeckt in Flaschen mit eingeriebenem Glasstopfen aufzubewahren. Das Wasserverhindert aber die Verdampfung nicht, es sättigt sich nämlich mit Brom unddunstet dieses wieder aus. Ein einfacher Glasstopfen genügt nicht, den Austritt vonBromdämpfen zu verhindern. Am besten ist der Verschluss, bestehend in einergläsernen Kapsel, welche man über den mit Glasstopfen geschlossenen Halsstülpt und die am untern Rande mit weichem Harzcerat bestrichen ist. Dasin dieser Weise dicht geschlossene Gefäss setzt man in ein grösseres, mit dichtanliegendem Deckel versehenes Gefäss. Die Pharmacopoea Germanica verlangtein Einsetzen des Bromgefässes in ein grösseres, entweder gläsernes odermetallenes (aus Weissblech gearbeitetes). Dass auch ein Porcellangefäss stattdieser Gefässe Anwendung finden kann, sollte man meinen. Die [genanntePharmokopöe erwähnt diese Art von Gefäss, obgleich die gebräuchlichere,nicht. Die Art der äusseren Gefässe anzugeben, bezweckte wohl nur dieZurückweisung von hölzernen oder Papp-Gefässen. Der Aufbewahrungsort istder Keller und dort unter den mit Vorsicht aufzubewahrenden Substanzen,denn Brom ist unverdünnt ein irritirendes Gift wie das Jod.

Was in Betreff der Dispensation und der vorsichtigen Handhabung desChlors und Chlorwassers erwähnt ist (vergl. unter Chlorum), ist ebenfallsauf Brom anzuwenden, wenn dieses auch um ein Geringes weniger flüchtigund den Lungen gefährlich zu sein scheint. Brom oder Bromwasser müssenin Flaschen mit gut schliessenden Glasstopfen abgegeben werden.

Aqua br0111 ata, Aqua Bromi, Bromwasser ist die passendste Form, in welcherBrom zur innerlichen Anwendung gelangt. Man stellt das Bromwasser durchLösung von 5,0 Brom in 1000,0 destillirtem Wasser dar und bewahrt esunter denselben Cautelen wie das Chlorwasser. Da es jedoch höchst seltenverlangt wird, so ist es besser, es- nicht vorräthig zu halten.