574
Basilicum. — Bebeerinum.
Herba Basilici, Herba Ocimi citrati, Königskraut, Basilienkraut, Kerrnkraut.
Das getrocknete blühende Kraut mit 4eckigem, aufrechtem, 30—• 50 Ctm.hohem, ästigem, weichhaarigem Stengel, mit gegenständigen gestielten länglich-eiförmigen, circa 5 Ctm. langen und 3,2 Ctm. breiten, entfernt und undeutlichgesägten, und sehwach gewimperten, auf der Unterfläche mit vertieften Oel-zellen bedeckten, gewöhnlich unbehaarten und kraus zusammengezogenen Blättern,mit lockeren Blüthenschwänzen und weissen Blüthen, von scheinbar kühlendemsalzigem Geschmack und lieblichem eigentümlichem gewürzhaftem Geruch.
Es enthält ein flüchtiges, bei geringen Wärmegraden krystallisirendes Oel.Das sorgfältig im Schatten getrocknete Kraut wird geschnitten in Blechgefössenaufbewahrt.
Anwendung. Das frische Kraut ist ein geschätztes Küchengewürz unddas getrocknete Kraut wird zu Bädern, auch als Zusatz zu Schnupftabak,zuweilen im Theeaufguss als Stomachicum, mildes Stimulans und Excitansgebraucht.
Das Kraut des Ocimum minintum Linn, ist dem Königskraute imGeschmack und Geruch ähnlich.
Bebeerinum.
Bebeerinum, Bcbeerin, Bebirin, Pelosin, Beberia (der Engländer), Buxin(C 38 H 21 N0 6 oder C 19 H2iN0 3 = 311) ein Alkaloid, welches in der Rinde vonBuxus semperoirens Linn., in der als Färbematerial benutzten Bibirinrinde,Bebeerurinde, Rinde von Nectandra Rodiaei Schomboukgk , einem in Guyanaheimischen Baume aus der Familie der Laurineen, in der Pareirawurzel auf-gefunden und als ein Ersatz des Chinins empfohlen wurde.'
Darstellung. Die betreffende vegetabilische Substanz wird zerkleinert undmit Schwefelsäure haltigem Wasser extrahirt, der Auszug eingeengt,mit soviel Kalkhydrat versetzt, dass die Flüssigkeit noch gut sauer reagirt,zum Absetzen bei Seite stellt, filtrirt und das Filtrat mit Aetzammon ver-setzt. Das ausgeschiedene Alkaloid wird in schwefelsäurehaltigem Wassergelöst, mit thierischer Kohle macerirt, wiederum mit Aetzammon gefällt,in Aether gelöst, der Verdampfungsrückstand der ätherischen Lösung mitstark verdünnter Sehwefelsäure aufgelöst und das Alkaloid nach derFiltration der Lösung mit Aetzammon ausgefällt, gesammelt, mit kaltemWasser ausgewaschen und bei gelinder Wärme getrocknet. Ist der zerriebeneRückstand nicht genügend weiss, so mischt man ihn zuerst mit einer öfachenMenge verdünnter Schwefelsäure, dann mit soviel präparirter Bleiglätte, dassein Brei entsteht und trocknet aus. Die trockne Masse wird zerrieben, mit85procentigem Weingeist extrahirt, der Auszug zur Trockne eingedampft undder Rückstand zerrieben. Ausbeute aus der Bibirinrinde 1,5 — 2 Proc.
Eigenschaften. Das Bebeerin (Buxin) ist ein weisses lockeres amorphes,beim Reiben elektrisch werdendes, an der Luft unveränderliches Pulver, vonanhaltend bitterem Geschmack, welches bei 100° C. 8,2 Proc. Wasser verliert,