Baryta.
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dann bei allmälig und langsam gesteigerter Hitze bis zur hellen Rothgluthgebracht und darin iy 2 Stunde erhalten. Die erkaltete Masse wird zu einemPulver zerrieben und alsbald in dicht verkorkten Glasflaschen aufbewahrt. —Oder man macht aus 100 Th. gemahlenem Schwerspath, 25 Th. Holz-kohlenpulver und 15 Th. Roggenmehl mit Wasser einen derben Teig,formt aus diesem daumdicke, 8 —10 Ctm. lange Stäbe, trocknet dieselbenvöllig aus und brennt sie in einem Windofen in der Weise, dass sie auf einer15 Ctm. hohen Schicht Holzkohlen ruhen, von einigen kleinen Kohlen durch-schichtet und von Kohlen umgeben und bedeckt sind.
Das Schwefelbaryum bildet ein graues oder graugelbliches oder weissliehes, inWasser theilweise lösliches Pulver, welches in gut verstopften Flaschen in derReihe der starkwirkenden Stoffe aufbewahrt wird. Es enthält circa 75 Proc.Schwefelbaryum. Das übrige ist Schwerspath. Man gebrauchte es früher, alsWitherit noch eine Rarität war, zur Darstellung der Barytsalze.
Chemie und Analyse. Die löslichen Barytsalze färben die Weingeistflammegrün, ebenso die Löthrohrflamme. — Die fixen Aetzalkalien fällen nur ausconcentrirten Lösungen Barythydrat in weissen Flocken, die Monocarbonateder Alkalien fällen weisses Barytcarbonat, unlöslich in den Fällungsmitteln,bei Gegenwart von reichlichen Mengen Ammoniumchlorid, Ammonnitrat etc. istdie Fällung keine vollständige. — Kali Chromat fällt gelbes Barytchromat(in Strontian-, Kalk- und Magnesiumsalzlösungen erzeugt Kalichromat keineFällung). Das Barytchromat ist in verdünnter Salz- und Salpetersäure löslich.
— Ammonoxalat giebt nur in nicht verdünnten neutralen Barytsalzlösungeneinen Niederschlag von Barytoxalat (löslich in 200 Th. Wasser), dagegenerzeugt Kalibioxalat keine Fällung (Unterschied von Strontian und Kalkerde).
— Die Phosphate der Alkalien erzeugen in neutralen Barytsalzlösungen einenNiederschlag, Barytphosphat (2Ba0,H0,P0 5 ), löslich in verdünnter Salzsäure,Salpetersäure, Essigsäure. — Kieselfluorwasserstoffsäure fällt farblosesdurchscheinendes, in 4000 Th. kaltem Wasser lösliches, in verdünnter Salpeter-oder Salzsäure, sowie Salmiaklösung nicht unlösliches, in Weingeist völligunlösliches Baryumkieselfluorid (Unterschied von Strontian). — Schwefel-säure, Sulfate, selbst Lösungen des Kalksulfats und Strontiansulfats geben einenweissen Niederschlag von Barytsulfat unlöslich in verdünnten Säuren und kaltennicht zu concentrirten alkalischen Lösungen, aber in Spuren löslich in neutralenSalzlösungen, besonders bei Gegenwart freier Kohlensäure. Zersetzt wird dasBarytsulfat durch kochende Lösungen der Carbonate der fixen Alkalien. Dasgefällte Barytsulfat läuft mit der Flüssigkeit durch das Papierfilter, es istdaher rathsam die Fällung in heisser Lösung zu bewirken und erst nachvölligem Absetzenlassen die Filtration durch ein vorher gefeuchtetes Papier-filter vorzunehmen.
Quantitativ bestimmt man entweder als Barytsulfat (Ba0,S0 3 x 0,656651 =BaO) gefällt aus saurer Lösung, oder als Barytcarbonat aus kochendheisserLösung (BaO,CO 2 x 0,77665 = BaO).;
Chlorid und Nitrat des Baryums sind in Weingeist unlöslich, dieselbenSalze des Calciums darin löslich, Strontiumchlorid ist dagegen in Weingeistlöslich, Strontiannitrat nicht löslich.