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Auro-Natrium chloratum.
Bereitung nach Pharmacopoea Germanica. 10,0 auf eine oder die andereWeise gewonnenes reines präcipitirtes Gold oder reines regulinischesGold werden in 40,0 Königswasser (einem Gemisch von 30,0 einer 25proc.Salzsäure mit 10,0 Salpetersäure von circa 1,185 spec. Gew.) unter Digestionin einem gläsernen Kolben gelöst, dann in ein tarirtes Porzellanschälchengegossen in der Wärme des Dampfbades abgedampft, bis ein Tropfen derdunkel rubinrothen Flüssigkeit auf eine kalte Poreellanfläche gesetzt zu einerSalzmasse erstarrt. Dann setzt man 15,4 völlig ausgetrocknetes und zerriebenesNatriumchlorid hinzu und macht das Gemisch im Wasserbade völlig trocken.Ausbeute beträgt 31,0 — 31,5.
Eigenschaften. Das nach vorstellender Vorschrift bereitete Goldsalz istein trocknes krystallinisches pomeranzengelbes, an der Luft feucht werdendes,in Wasser vollständig und leicht lösliches Pulver von widrig metallisch-scharfemGeschmack, bestehend aus annähernd 50 Procent Goldchlorid mit einem geringenGehalte Chlorwasserstoff-Goldchlorid und 50 Proc. Natriumchlorid. Es ent-hält 32,4 — 32,5 Proc. Goldmetall, es ist also mit dem krystallisirtem Natrium-goldchlorid nicht identisch (vergl. weiter unten), welches 49,5 Proc. Goldenthält. Seine Hygroskopicität ist nur eine geringe, wenn es mit "chemischreinem Natriumchlorid versetzt ist.
Prüfung. Man löst 0,5 des Golzsalzes in 6 — 7 CC. verdünnter Salzsäure,giebt 0,5—0,7 reiner Zinkspäne dazu und erwärmt gelinde. Nach einerStunde wird das ausgeschiedene Gold mit verdünnter Salzsäure ausgekocht,zuerst mit Wasser, dann mit Weingeist, zuletzt mit Aether ausgewaschen, ge-trocknet und gewogen. Diese Operationen können in einem und demselbenund genau tarirten Reagircylinder unter Klarabsetzen und Decanthation ohneBeihilfe von Filtern vorgenommen werden. Das Gold muss annähernd 0,16Grm. also 32 Proc. des Salzes betragen.
Aufbewahrung. Das Natriumchlorid haltende Goldchlorid gehört zu denstarkwirkenden, mit Vorsicht aufzubewahrenden Substanzen und ist desshalb ab-gesondert aufzubewahren. Da es hygroskopisch ist und directes Sonnenlichtreducirend darauf einwirkt, so hält man es in kleinen, mit Glasstopfen dichtgeschlossenen Fläschchen vor Licht geschützt. Goldlösungen als Medicamentwerden ex usu in verdunkelten Flaschen dispensirt.
Anwendung. Dieses Goldpräparat ist von caustischer, in grösseren Gabenaber von giftiger Wirkung. Es erzeugt Allgemeinwirkungen, welche denen desAetzsublimats ähnlich sind. Man giebt es zu 0,005—0,01—0,05 Gm.(stärkste Einzelngabe 0,06, Dosis pro die 0,2; Dosis toxica 0,4) 1—2 maltäglich in Pulvern oder Pillen bei Syphilis, Krebs, scrophulösen Leiden, hypo-chondrischen Zuständen, Marasmus etc. Aeusserlich braucht man es in Pulver-mischungen, Salben, Auflösung. Zu Augenwässern 0,02 auf 10,0 Wasser.Man gebraucht das Salz auch in der Lösung zum Färben der Haare, inder Photographie, und seine Auflösung in Aether zum Vergolden von Stahl-waaren.
Das kochsalzhaltige Goldsalz wird bei uns in Deutschland auch danndispensirt, wenn der Arzt nur Aurum muriaticum oderAurum chloratumverordnet.
Die Verbindung des Goldsalzes mit Zucker und anderen organischen Sub-stanzen ist zu vermeiden, da diese reducirend wirken. Man giebt es daherentweder in einfacher wässriger Lösung oder in Pillen mit Argilla. Zum Ein-reiben auf die Zunge (0,005—0,01 — 0,02 täglich ein- bis zweimal) mischt