Argentum chloratum.
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werden können, ein blass violettbräunliches oder graues Pulver, unlöslich inWasser, verdünnter Salpetersäure, verdünnter Salzsäure und anderen verdünntenSäuren, mehr oder weniger löslich in den concentrirten Lösungen der Chlorideder Leichtmetalle, indem es mit denselben Doppelchloride bildet, leicht löslichin Aetzammon (auf 10 Tli. NH :l circa 5 Th. AgCl), den Lösungen des Ammon-carbonats, Kaliumcyanids, Natronhyposulfits, Mercurinitrats. Von kochendheisser Ammonsesquicarbonatlösung wird es leicht gelöst, während Silberbromiddarin nur in Spuren, Silberjodid gar nicht löslich ist. Durch Digestion mitKaliumbromid oder Kaliumjodid wird es in Silberbromid oder Silberjodid um-gesetzt. Bei circa 260° C. schmilzt das Silberchlorid ohne Zersetzung zueiner gelblichen Flüssigkeit und erstarrt dann beim Erkalten zu einerdurchscheinenden hornartigen Masse (Hornsilber) von circa 5,5 spec. Gew.Stark concentrirte Salpetersäure löst Chlorsilber und lässt es beim Verdünnenmit Wasser wieder fallen. Concentrirte kochende Schwefelsäure zersetzt esnur unvollkommen. Schwefel- und Arsenmetalle zersetzen das Silberchlorid imAllgemeinen leicht. Aus der in der Wärme mit Silberchlorid gesättigten Mer-curinitratlösung scheidet es beim Verdünnen mit heissem Wasser in kleinenKrystallen aus ( Liebig).
Argentum chloratum Rademacher ist von dem durch Lichteinfluss ge-färbten Silberchlorid nicht verschieden, obgleich Rademachek glaubte, dass dieFärbung durch Digestion in verdünntem Weingeist bewirkt werde. Er lässtdas feuchte Silberchlorid aus 1 Th. Silbernitrat mit 8 Th. verdünntem Wein-geist unter Lichtabscliluss so lange digeriren, bis es grau geworden ist.
Aufbewahrung. Das Silberchlorid wird in der Reihe der starkwirkendenArzneistoffe aufbewahrt und zwar in verdunkeltem Glase.
Anwendung. Das Silberchlorid ist als Anthelminthicum, Hydragogum,Antispasmodicum, Antisyphiliticum (mit zweifelhaftem Erfolge) angewendet worden.Man hat es auch bei Epilepsie, chronischer Diarrhöe, Dysenterie gegeben.Rademacher rubricirte es unter die Gehirnmittel (bei Gehirnfiebern mit Schwindelund Wtistigkeit im Kopfe). Man giebt es zu 0,02 — 0,05 — 0,1— höchstens0,2 drei- bis fünfmal täglich. Auch äusserlich ist es unvermischt (zu 0,1 aufdie Zunge) oder in Salbenform (1,0 auf 10,0 Fett) angewendet worden.
Das Silberchlorid ist meist das hauptsächlichste Silbermaterial für Ver-silberungsfltissigkeiten und Pulver (vergl. S. 436). In der Technik benutztman das frischgefällte Silberchlorid oder das in Aetzammon gelöste zum Färbenvon Knochen, Elfenbein, Perlmutter. Perlmutterknöpfe macerirt man zweiTage in einer ammoniakalischen Silberchloridlösung, nimmt sie dann aus dieserheraus und setzt sie den Sonnenstrahlen aus. Zum Gelbfärben der Glasflüssewerden (nach Siegwart ) Mischungen des Silberchlorids mit verschiedenenMengen Ocher gebraucht, für hellgelb 1 Silberchlorid und 20 Ocher, für tief-gelb 1 Silberchlorid und 10—12 Oeher, für orange 1 Silberchlorid und 6Ocher, für roth 1 Silberchlorid und 4 Ocher.
j; Argentum chlor ato-ammoniatum, Argentum uiuiiaticum ammoniatum,Ammoniumsilberchlorid, Silbersalmiak (NH'Cl + 2NH :f ,AgO + HO oder [AgCl] H 2 0[NH 3 ]j= 212,5.
Darstellung. Das aus 10 Th. Silbernitrat frisch gefällte und ausgewascheneSilberchlorid wird noch halb feucht mit 12 Th. doppeltem SalmiakgeistÜbergossen und bis auf 30° C. erwärmt, um die Lösung zu vervollständigen.Wenn nöthig setzt man noch etwas desselben Salmiakgeistes hinzu. Die Lösunggiesst man in eine flache Porcellanschale (Porcellanteller) aus und stellt sie