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1 (1876)
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272
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Ammonium chloratum.

einem erwärmten porcellanenen Mörser zu feinem Pulver zu zerreiben. Ausdem käuflichen krystallisirten Salmiak jedoch lässt sich nur durch Krystalli-sation unter Verwerfung der Mutterlauge das reine Präparat gewinnen. Kry-stallisirende Salmiaklösungen blühen aus. Desshalb lässt sich die Abscheidungder Krystalle durch allmäliges Abdunsten an einem warmen Orte nicht gutausführen. Die Reinigung des Salmiaks durch Krystallisation im pharmaceu-tischen Laboratorium ist nicht lohnend, weil der Einkaufspreis des reinenSalmiaks von dem des raffinirten wenig differirt.

Pulverung. Das Pulvern des sublimirten Salmiaks ist wegen der Ela-sticität seiner Krystallfasern schwierig. Am leichtesten lässt sich dasselbe ineinem rein gescheuerten erwärmten eisernen oder steinernen Mörser bewerk-stelligen. Dieser wird nebst Pistill durch Hineinwerfen glühender Kohlen un-gefähr bis zur Kochhitze des Wassers erwärmt und durch Scheuern mittrocknem weissem Sande nochmals gereinigt, ehe das Pulvern des Salmiaksdarin vorgenommen wird. Auch das Sieb muss trocken und erwärmt sein.Trockne warme Tage eignen sich am besten, diese Operation vorzunehmen.Der gestossene Salmiak zieht ein wenig Luftwasser an. Das für die Recepturbestimmte Salmiakpulver darf nicht im eisernen Mörser bereitet werden, dennwenn auch dieser stark erwärmt ist, so ist ein geringes Eisendetrit nicht zuvermeiden.

Eigenschaften. Der Salmiak ist ein farbloses Salz von stechend salzigemGeschmack und ohne Geruch. Er ist an der Luft beständig und verflüchtigtsich bei starker Erhitzung vollständig als ein weisser dichter Dampf, ohnezuvor zu schmelzen, noch sich zu zersetzen. Dieser Dampf hält sich in derLuft lange Zeit suspendirt, verdichtet sich aber an kalten Gegenständen inForm nadeiförmiger Krystalle. Auf Kohlen gestreut färbt der Salmiak dieFlamme blaugrün. Beim Auflösen im Wasser vermindert er die Temperaturdesselben. Zu seiner Auflösung bedarf er fast 3 (2,7) Th. kalten und 1 Th.heissen Wassers. In weingeisthaltigen Flüssigkeiten ist er wenig löslich.Krystallisirt er schnell aus einer gesättigten warmen Auflösung, so bildet erlange biegsame prismatisch dreiseitige, nadeiförmige Krystalle, welche in Ge-stalt eines Federbartes zusammenhängen. Durch langsame Krystallisationerhält man ihn in länglichen octaedrischen und tetraedrischen Krystallen, demregulären System angehörig. Die Auflösung des Salmiaks in destillirtem Wasserverdirbt nicht.

Prüfung. Fixe Verunreinigungen erkennt man an dem Rückstände nachder Verflüchtigung des Salmiaks auf Platinblech über der Weingeistflamme.Die metallischen Verunreinigungen werden durch eine Trübung oder Färbungerkannt, welche Schwefelwasserstoffwasser und Schwefelammonium in der wäss-rigen Salmiaklösung erzeugen. Schwefelsäure wird durch Chlorbaryum-lösung, welche damit einen weissen Niederschlag erzeugt, erkannt. MechanischeUnreinigkeiten verursachen eine trübe Lösung in Wasser. Die Lösung sollfarblos und geruchlos sein. Da der best raffinirte Salmiak gewöhnlich kleineSpuren Eisen enthält, so lässt die Pharmacopoea Germanica diese Verunrei-nigung zu, indem sie sagt, dass nach Zusatz von Ferrocyankalium zu dernicht zu sehr verdünnten Lösung erst nach einiger Zeit (also nicht sogleich)eine blaue Färbung eintreten dürfe.

Anwendung. Der Salmiak wirkt gelind reizend, die Secretion der Schleim-häute befördernd, den Schleim verflüssigend, diaphoretisch. Man giebt ihn zu0,3 0,51,0 alle zwei bis drei Stunden in nicht zu sehr entzündlichen