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Ammoniacum.
papier. Seit mehreren Jahren kennen wir auch ein von Johannes Lehmannin Rendsburg zuerst versuchtes Verfahren, die Pulverung in den weniger kal-ten Tagen des Jahres zu bewerkstelligen. Man zerschlägt oder zerklopft dasGummiharz in möglichst kleine Stücke, breitet diese auf Horden mit baum-wollenem Zeuge bespannt aus, und stellt diese Horden in einen dicht zu ver-schliessenden Kasten, auf dessen Boden sich eine handbreit hohe Schicht frischgebrannter Kalk ausgebreitet befindet. In 8 —14 Tagen hat der Kalk demGummiharz die Feuchtigkeit entzogen und dieses lässt sich an kühlen Frühlings -und Herbsttagen, ja selbst im Sommer pulvern. Hebt man ferner das beiWinterkälte und noch Feuchtigkeit enthaltende Pulver in Papierbeutel gefülltüber Aetzkalk auf, so bleibt es stets pulverig und backt nicht zu festen Massenzusammen.
Aufbewahrung. Das Ammoniakgummiharz wird in hölzernen Kästen, dasPulver theils ohne Umhüllung, theils in Papierdüten gefüllt in Blechbüchsenauf der trocknen Materialkammer aufbewahrt. Von der früher beliebten Auf-bewahrung des gepulverten Gummiharzes im Keller, in welchem es nicht nurfeucht werden, sondern auch schimmeln würde, ist Abstand zu nehmen. Wärein einem Gefasse das Gummiharz zu einer Masse zusammengeflossen, so er-wärmt man im Wasserbade und sticht die Masse mit eisernem Spatel aus.
Bestandteile. Nach Bkaconnot besteht das Ammoniakgummiharz in 100Tli. aus: circa 70 Harz. 18,4 Gummi, 4,4 leimähnlichem Stoffe, 7,2 Wasseretc. Mit unterclilorigsauren Salzen in Berührung nimmt es eine dunkelrotheFarbe an. Diese Reaction verdankt es einem in Aetlier löslichen Harze. DurchDestillation giebt es circa 0,4 Procent flüchtiges Oel aus.
Das Harz ist röthlich und schmilzt ungefähr bei 54° C. Aether scheidetes in ein in Aether lösliches und ein darin unlösliches Harz, welches letzteresich wiederum leicht in fetten und ätherischen Oelen löst.
J. Moss fand in 100 Th. Ammoniakgummi 68,6 Harz, 19,3 Gummi, 5 ,4leimartige Substanz, 1,6 Extractivstoff, 2,8 Wasser und ätherisches Oel, 2,3Sand.
Anwendung. Das Ammoniakgummi ist Stimulans, Expectorans, auch An-tispasmodicum und Emmenagogum. Specifisch soll seine Wirkung bei chro-nischen, mit Husten oder Asthma verbundenen Lungenkatarrhen und Bron-chitis älterer Leute sein. Man giebt es in Emulsionen und Pillen zu 0,5 —1,0 — 2,0 drei- bis fünfmal täglich. Aeusserlicli wendet man es zum Zer-theilen der Geschwülste und Reifen der Geschwüre an. Es ist daher ein Be-standtheil im Emplastrum Plumbi compositum und im Emplastrum Ammoniaci.
In der Veterinärpraxis wird das Ammoniakgummi in Latwergen bei Pfer-den nach Hebung des Entzündungsstadium der Lungenentzündung, auch beistockender Druse zu 10,0—15,0 gegeben.
Tinetura Ammoniaci wird aus 1 Th. zerriebenem Ammoniacum de-puratum und 5 Th. 90procentigem Weingeist durch Digestion dargestellt.
(1) Einplastruin Ammoniaci
Pharmacopoeae Germanicae.
Ammoniakpflaster.
K: Cerae flavae
Resinae Pini ana 50,0.
Liquefactis, per linteum colatis etsemirefrigeratis admisce
Ammoniaci depurati 75,0Galbani depurati 25,0antea in balneo vaporis soluta in
Terebinthinae 50,0.
In bacilla convolvatur.Sit emplastrum subviride.