Aether nitrosus.
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extemporirtes Wasserbad oder die IlAGEß 'sclie Wasserkapelle anzuwenden. DieWasserkapelle entspricht der Sandkapelle und ist wie diese besonders geeignet
zur Aufnahme von Retorten oder Kolben zu Destil-liroperationen. Sie besteht aus einem Hohlgefäss ausverzinntem Kupfer- oder Eisenblech und ist innenmit einer 18 — 20fach geschlitzten Manchette (m)von dünnem Blech versehen, deren Lappen sich nachUmständen biegen oder auch biegen lassen, so dassdie einzusetzende Retorte, wenn sie auch von ver-schiedener Grösse ist, einen festen Stand erhält.Vorstehende Zeichnung giebt ein Bild der Durch-sclinittsfläche der Kapelle mit Retorte (r) und Wasser(tu). Die Retorte ist durch die Manchette (m m) ge-halten. Seitlich ist ein Tubulus (e) zum Ein- oderNachgiessen von Wasser oder zum Einsetzen eines Thermometers. Theils umdas Gewölbe der Retorte und die Wurzel ihres Halses vor Abkühlung zuschützen, theils um die Zerstreuung von Wasserdampf zu mindern, ist die Ka-pelle mit einem Deckel (d) versehen. Eine Kapelle von der 6fachen Durch-messergrösse der beistehenden Abbildung kann Retorten aufnehmen, aus welchensich 200 — 500 Gm. des versiissten Salpetergeistes destilliren lassen. In dieserWasserkapelle sind als Wärmeträger auch Glyeerin und Wasser oder Chlor-calciumlösung verwendbar.
Aus dem Sandbade ist die Destillation wohl ausführbar, aber eine Ueber-heitzung, welche den Bestand des Destillirapparats und den rulligen Verlaufder Operation gefährdet, nicht ausgeschlossen. Retorte und Vorlage verbindetman zweckmässig mittelst eines LiEBie 'schen Kühlers. Legt man die Vorlagedireet an die Retorte, so geschehe dies ohne jede Lutirung.
Es existiren eine Menge, darunter auch rationelle Vorschriften zur Dar-stellung eines versüssten Salpetergeistes, sie liefern aber nicht das Präparatnach der hier aufgenommenen Vorschrift.
Eigenschaften. Der versüsste Salpetergeist ist eine klare, völlig flüchtige,farblose oder schwach gelbliche, neutrale oder schwach sauer reagirende Flüs-sigkeit von angenehmem, ätherischem, Borsdorfer Aepfeln ähnlichem Gerücheund mehr oder weniger sitsslichem, erwärmendem, dem Gerüche entsprechen-dem Geschmacke von 0,840—0,850 spec. Gew., welche sich mit einer Lösungdes Eisenchlorürs oder schwefelsauren Eisenoxyduls grünlich dunkelbraun färbt.Mit der atmosphärischen Luft und Wasser in Berührung entstehen in demversüssten Salpetergeist freie Essigsäure, Spuren Stickoxyd und Salpetersäure.Wurde bei seiner Darstellung eine chlorhaltige Salpetersäure genommen, sohinterlässt er, über etwas Silbernitratlösung abgebrannt, Chlorsilber. AuchSpuren Cyanwasserstoffsäure sind im versüssten Salpetergeiste vertreten, sodass er mit Silbernitrat eine opalisirende Trübung giebt. Andere Bestandtheileneben Salpeteräther sind Aldehyd, wesshalb er auch durch Aetzkali gebräuntwird, Essigäther, Ameisenäther etc.
Prüfung. Diese erstreckt sich hauptsächlich auf die physikalischen Eigen-schaften des versüssten Salpetergeistes, auf Farblosigkeit, wobei ein kleinerStich ins Gelbliche nachgegeben wird, auf Geruch, Geschmack und specifischesGewicht. Er soll soviel als möglich von freier Säure frei sein, eine mässigesaure Reaction ist also zulässig. Die Nachweisung von Chloräthyl gelingt ent-weder, wenn man das Präparat über einer Silbernitratlösung abbrennt, oderwenn man es zuvor mit Aetzkalilauge schüttelt und digerirt. Nur überflüssige