Aether aceticus.
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dem Wasserbade von circa 80° C. Temperatur vorzunehmen. In einen Glas-kolben mit kurzem Halse oder eine kupferne Destillirblase (des Dampfapparates)giesst man ein erkaltetes Gemisch aus 1305 Th. Englischer Schwefel-säure und 655 Th. 90procentigem Weingeist, trägt dann nach und nach1000 Th. entwässertes Natronacetat dazu und destillirt bei allmälig gestei-gerter und auf circa 80° C. gehaltener Wärme des Wasserbades, so lange noch einTropfen in die Vorlage niederfällt. Das Destillat wird zweimal mit einemhalben Volum Wasser geschüttelt, dann sorgsam vom Wasser abgehoben, ineiner Flasche mit circa 30 Th. entw ässert em Natronearbonat geschütteltund einen halben Tag macerirt, hierauf in einen Kolben abgegossen und ausdem Wasserbade bei allmälig verstärkter Wärme rectificirt. Das letzte Zehntelfängt man besonders auf, da es vielleicht noch etwas mehr Wasser und Wein-geist, als erwünscht ist, enthalten dürfte. Die Ausbeute beträgt fast 1000 Th.und das Destillat aus den Waschwässern circa 30 Th.
Da der Essigäther eine flüchtige und leicht entzündliche Substanz ist, soist entsprechende Vorsicht nicht ausser Acht zu lassen.
Eigenschaften. Der officinelle Essigäther ist eine neutrale, klare, farblose,flüchtige, leichtflüssige und leicht entzündliche Flüssigkeit von eigentümlichemerfrischendem, an Essigsäure erinnerndem Gerüche und ähnlichem Geschmacke,von 0,900—0,904 specifischem Gewicht bei 15° C. und einem Kochpunkt von76 n . Er enthält circa 1,4 Proc. Wasser und Weingeist neben reinem Essig-äther. Das specifische Gewicht des letzteren ist 0,9043 bei 17,5° und derKochpunkt liegt bei 74°. Mit einem gleichen Volum kaltem Wasser durch-schüttelt giebt er an dieses 5 Proc. ab. 17 Th. Wasser lösen circa 1 Th. Es-sigäther und 28 Th. Essigäther lösen circa 1 Th. Wasser. Wasser, welchesSalze gelöst enthält, löst noch weit weniger Essigäther.
Der Essigäther ist leicht entzündlich, jedoch um vieles weniger als derAether. Er brennt angezündet mit blaugelber russender Flamme unter Ver-breitung eines sauren Geruches und Hinterlassung eines sauren flüssigen Rück-standes. Als Lösungsmittel verhält er sich dem Aether ziemlich ähnlich, auchist er mit Weingeist, Aether, Chloroform etc. in allen Verhältnissen mischbar.
!\!it der Luft in Berührung wird der Essigäther leicht sauer, theils unterBildung, theils in Folge Freiwerdens von Essigsäure.
Aetzalkalicn zersetzen den Essigäther, leichter bei Digestionswärme, inEssigsäure und Weingeist. Aus der Menge der Essigsäure oder durch Essig-säure gesättigten Alkalis lässt sich der Essigäther quantitativ bestimmen. Be-hufs T ren n un g aus Gemischen mit Chloroform, Petroläther, Benzin, Schwefel-kohlenstoff' schüttelt man den Essigäther mit Wasser aus.
Prüfung. 1. Bestimmung des specifischen Gewichts. 2. Verhalten gegenLackmuspapier. Hier ist zu beachten, dass der verdunstende Essigäther immereine Zersetzung erfährt, er also das mit ihm benetzte Lackmuspapier immeretwas röthen wird. Man giebt in einen Probircylinder eine Portion Essigätherund beobachtet das darin untergetaucht gehaltene Lackmuspapier. Nur zuhäufig wird auch ein sorgsam aufbewahrter Essigäther Spuren Säure aufweisen.3. Der im Aetherprobircylinder (Siehe oben S. 167) mit einem gleichen VolumWasser geschüttelte Essigäther darf (bei 17—20" C.) höchstens '/in seinesVolums an das Wasser abgeben.
Aufbewahrung. Der Essigätlier ist mit aller Vorsicht in Betreff seinerLeichtentzündlichkeit' aufzubewahren, und zwar an einem kühlen und nichtvom Sonnenlichte getroffenen Orte. Da er nach längerer Aufbewahrung fast