Absinthium.
I
grau-seidenhaarigen, 2— 3 fach fiederspaltigen Blättern, mit letzten spatei-förmigen Lappen, und obersten ungetheilten Blättern; Blüthenköpfchen kugeligund nickend. Der Geschmack ist sehr bitter, der Geruch durchdringend, ge-würzhaft, nicht angenehm. — Einsammelung: Juli und August. 100 fri-sches Kraut geben circa 20 trocknes. — Die cultivirte Pflanze ist wenigerbitter. Im südlichen Europa und England substituirt man das weniger bittere,aber gewürzhaftere Kraut von Artemisia Pontica Linn , oder von Artemisiamaritima L.
Pulverung. Das lufttrockene Kraut wird noch einen Tag in einer Wärme von25° getrocknet und dann alsbald in Pulver verwandelt. Die im Siebe zurückblei-benden wolligen Flocken und Holzfasern werden fortgeworfen. Feines Pulverwird höchst selten gebraucht, daher ein nur sehr geringer Vorrath gehalten,dagegen findet das gröbere Pulver häufig Anwendung in der Veterinärpraxis.
Aufbewahrung. Geschnittenes Kraut in Blechkästen, Pulver in Blechkästenoder Gläsern, geschützt vor Sonnenlicht.
Bestandteile. Wermuth enthält reichlich pflanzensaure Kalisalze, dannKalisulfat, Chlorkalium, Dextrin, in Alkalicarbonat lösliches Harz, einen Bitter-stoff, Absinth in und Absinthein genannt, ein grünes flüchtiges Oel. Derwässrige Aufguss des Krautes ist sehr bitter und wird durch Ferrichlorid dun-kel olivengrün gefärbt. Das Sal Absinthii (Kali carbonicum dep.) wurdefrüher aus der Asche des Wermuthkrautes bereitet.
Präparate. Extractum Absinthii, Oleum Absinthii aetherum, Oleum Ab-sinthii coctum s. infusum, Tinctura Absinthii.
Anwendung. Wermuthkraut ist ein kräftiges Tonicum amarum, Febrifu-gum, Anthelminthicum. Es findet Anwendung bei Dyspepsie, Gelbsucht, Was-sersucht, Würmern, Wechselfieber, nächtlichen Pollutionen, im Volksgebrauchäusserlich gegen Lähmung und Podagra in Form feuchter Umschläge, im Auf-guss zum Klystir gegen Askariden, auch als Waschmittel gegen Ungeziefer derHausthiere, zur Dampfbähung (das mit kochendem Wasser übergossene Kraut)bei schmerzhafter Menstruation. Oekonomische Anwendung findet es in derBierbrauerei als theilweisen Ersatz des Hopfens oder zum Bittermachen desBieres.
Gabe. Herba: 1,0 — 2,0 — 3,0 fünf- bis sechsmal täglich in Pulvern,Aufguss. Extractum: 0,5—1,5—2,0 einige Male täglich (inPillen). Oleumaethereum: 2 — 3 — 5 Tropfen einige Male täglich. Tinctura: 30 —50—70 Tropfen. Pferden und Rindern giebt man das grobgepulverte Krautzu 20,0 — 30,0 — 50,0 in Pulvern, Latwergen.
(1)
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C.
Species amarae.Bitterer Thee.Herbae AbsinthiiFoliorum TrifoliiRadicis Gentianae ana 25,0.c. m.
(2)
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Species amaricantes
Pharmacopoeae Austriacae.Herbae AbsinthiiHerbae Centaurii minorisCorticis fructus Aurantii ana 20,0Foliorum Trifolii fibriniRhizomatis CalamiKadicis Gentianae ana 10,0Corticis Cassiae cinnamoineae 2,5.C. c. m.
(3) Species amarae ad Aquaiu yitae,
Bittere Species.
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Herbae Absinthii 25,0Kadicis Gentianae 50,0Kadicis Angelicae 5,0Rhizomatis GalangaeRhizomatis Zingiberis ana 10,0Corticis Cassiae cinnamomeae 15,0Caryophyllorum 3,0Fructuum Aurantii immaturorum 80,0.C. c. misceantur et consperganturOlei Citri corticis Gutt. 25Olei Anisi stellati Gutt. 20Olei Cinnamomi Cassiae Gutt. 30antea solutis in
Spiritus Vini 6,0.
ft-llil