ZWINGER.
385
E ämus und darauf nach Padua, wo er 6 Jahre lang sich dem Studium der Med.widmete. Nachdem er 1559 promovirt hatte, kehrte er nach Basel zurück, erhieltdaselbst successive die Lehrstühle der griech. Sprache, Ethik und Med. und wirktein diesen Stellungen bis zu seinem 10. März 1588 erfolgten Tode. Von seinenSchriften citiren wir: „Tabula et commentarius in artem medicinalem Galeniejusdemque librum de constitutione artis medicae " (Basel 1561) — „Theatrumvitae humanae" (Ib. 1565; 1571; 1586; 1596; 1604)— „Leges ordinis mediciBasiliensis" (Ib. 1570) — „Tabulae in XXII commentarios Hippocratisnec non sententiae insignes Hippocrateae per locos communes digestae"(Ib. 1579). Z. gehörte zu den gelehrten philolog. Medicinern des 16. Jahrh. undwar ein ebenso ausgezeichneter Arzt, wie ein tüchtiger Lehrer.
Biogr. med. VII, pag. 534. — Dict. bist. IV, pag. 440. — Biogr. univers. XLV, pag. 645.
Pgl.
Jacob Zwinger, Sohn des Vorigen, 15. Aug. 1569 geb., studirtedaselbst und in Padua, machte eine Studienreise durch Italien, promovirte 1594in Basel, erhielt kurze Zeit darauf den Lehrstuhl der griech. Sprache und dieStellung als Arzt am Hosp. daselbst. Er starb an der Pest 13. Mai 1610. Vonseinen Schriften ist nur folgende erwähnenswerth: „Examen principiorum chimi-corum ad generalem Hippocratis, Graleni caeterorumque Graecorum etArabum consensum institutum" (Basel 1606).
Biogr. med. VII, pag. 533. — Biogr. univers. XLV, pag. 646. Pgl.
Theodor Zwinger, der „Jüngere", Enkel des Vorigen, geb-26. Aug. 1658 zu Basel, studirte und promovirte daselbst 1680 mit der Diss. :„De paedotrophia", brachte dann 2 Jahre lang in Frankreich, mit längeremAufenthalte in Paris und Strassburg zu, erhielt nach seiner Rückkehr die Professurder Rhetorik in seiner Vaterstadt, die er 3 Jahre später mit dem Lehrstuhl derPhysik vertauschte. In dieser Stellung wirkte Z. insofern mit besonderem Erfolge,als er auf eigene Kosten ein physikal. Cabinet schuf und zum 1. Male den Unter-richt mit Experimenten begleitete. 1703 ging Z. zur Professur der Anat. undBotanik über und 1711 wurde er mit dem Lehrstuhl der theoret. und prakt. Med.betraut. Er starb 22. April 1724. Z. war ein sehr gelehrter Arzt und tüchtigerKenner der Naturwissenschaften. Er hat eine Reihe von kleineren Dissertt. undkleineren Schriften veröffentlicht, ausserdem noch ein s. Z. sehr beliebtes populär -med. Werkchen: „Sicher und geschwinder Arzt" (Basel 1684; 1686; 1694;1703; 1725; 1748).
Athenae Rauricae, pag. 197. — Biogr. med. VII, pag. 533. — Dict. liist. IV,pag. 441. — Biogr. univers. XLV, pag. 648. — Poggendorff, II, pag. 1423. pg]
Johann Rudolph Zwinger, als Sohn des Vorigen 3. Mai 1692 zuBasel geb., studirte unter Leitung seines Vaters, sowie seit 1709 mit besonderemEifer Anat. an der Universität zu Strassburg, promovirte in seiner Vaterstadt,wurde dann Nachfolger seines Vaters in den verschiedenen Lehrstühlen undbekleidete zuletzt den der theoret. und prakt. Med., 53 Jahre lang, bis zu seinem31. Aug. 1777, im 85. Lebensjahre, nach 65jähr. Lehrthätigkeit, erfolgten Tode.Z. ist Verf. einer Reihe akad. Gelegenheitsschrifteu und Dissertt., sowie kleinererBeiträge in den Acta der k. k. Leopold.-Carolin. Akad. Ein Verzeichniss dieserPublieationen Z.'s findet sich in den unten angegebenen Quellen.
Athenae Rauricae, pag. 201. — Biogr. med. VII, pag. 533. — Dict. hist. IV,pag. 442. — Biogr. univers. XLV, pag. 649. p g l
Friedrich Zwinger, als Bruder des Vorigen und Sohn von Theodor Z.,dem Jüngeren, 11. Aug. 1707 in Basel geb., studirte Anfangs die Jurisprudenz,später Med. in seiner Vaterstadt, erhielt 1723 die Licenz zur ärztlichen Praxis,besuchte dann noch zu seiner weiteren Ausbildung die Universitäten Tübingenund Leyden, promovirte nach seiner Rückkehr zu Basel, bewarb sich vergebensBiogr. Lexikon. VI. 25