340
"WURTZ. — WURZER.
schulen. Zugleich war er in erheblichem Maasse schriftstellerisch thätig. So ver-öffentlichte er: „Prospectus d'un cours de magnetisme animal reduit ä desprincipes simples de physique et de chimie" (Strassb. 1787) — „Discours surles moyens de vendre la franche-maqonnerie plus utile a Vhumanite" (Paris1790) — „ Observations sur les maladies provenant d'une äcrete ou d'unedegen&rescence du sang ou de la lymphe" (zusammen mit der Anzeige eines„jJepuratif general" genannten Heilmittels); dieses Werk erlebte mehrere Auflagen,ebenso wie die folgende Schrift: „ Teinture confortative nerveuse, eprouvee dansles maladies atoniques", sowie eine Reihe anderer nicht-med, Schriften. Erstarbzu Versailles 9. Sept. 1823.
Biogr. univers. XLV, pag. 130. Pgl.
Wurtz, Charles-Adolphe W., zu Paris, berühmter Chemiker, geb.26. Nov. 1817 zu Strassburg, studirte Anfangs Theol., dann Med. und Chemie,wurde 1845 Präparator für die Vorlesungen über organ. Chemie an der Sorbonnein Paris, 1846 Vorstand des ehem. Laboratoriums an der Ecole des arts etmanufactures, 1851 Prof. der Chemie am Institut agronomique, 1853 Prof.der organischen Chemie an der Sorbonne, nachher Prof. au der Ecole demedecine. Als Decan der med. Facultät (von 1866 an) schuf er, nach deutschenVorbildern, praktische Curse für biologische Chemie und Botanik, für Ilistologie und pathol. Anatomie. 1876 legte er, in Folge von Studentenunruhen, dasAmt eines Decans nieder und lebte bis zu seinem, 12. Mai 1884, erfolgten Todenur noch ganz seinen Arbeiten, deren wichtigste über zusammengesetzte Amnionlake,über die gemischten Alkohol-Radicale, über den Butylalkohol und über die Glycolesind. Seine Schriften sind folgende: „These sur l'histoire chimique de la bileä Vetat pain a Vetat patliologique" (Strassb. 1839) — „JJeber die Asphyxiedurch das Leuchtgas" (Strassb. 1841) — „JJeber das Eiweiss und den Faser-stoff" (Diss., Strassb. 1843); ferner: Mittel zur Reindarstellung des Eiweisses;Veränderung des Fettes auf seinem Wege durch die Darmzotten; Harnstoff imChylus und der Lymphe; ein Eiweiss verdauendes Ferment der Melonen u. s. w.Umfangreichere Schriften sind: „Legons de philosophie chimique" (Paris 1864) —„Traite el4mentaire de chimie midicale" (Ib. 1864; 2. ed. 1868) — „Leqons.eUmentaires de chimie moderne" (4. ed., Ib. 1866 — 78) — „La thdorieatomique " (Paris 1879; deutsch von J. Rosenthal , Leipz. 1879) — „Traite dechimie biologique" (Paris 1880—85) und: „Dictionnaire de chimie pure etappliqude" (3 tom., Ib. 1869—78). Die Einleitung hierzu: „Histoire des doctrineschimiques depuis Lavoisier jusqu'a nos jours" (deutsch von A. Oppenheim,1870) enthält denSatz: „La chimie est une science fran9aise", welcher besondersin Deutschland eine gewisse Erregung und mehrfache Erwiderung hervorrief.
Progrts medic. 1884, pag. 394. — Sitzungsber. d. Akad. München. Matli.-Phys. Cl.1885, pag. 153 -160. g. v.
Wurtz, s. wüertz.
Wurzer, Ferdinand W., hervorragender Chemiker der Neuzeit, geb.zu Brüel bei Köln 22. Juni 1765, studirte seit 1783 zu Heidelberg, seit 1784zu Wiirzburg, seit 1786 zu Göttingen, seit 1787 zu Wien, promovirte 1788 inBonn mit der Diss. „De phrenitide", liess sich in letztgenanntem Orte 1789 alsArzt nieder, entdeckte 1 Stunde von der Stadt beim Dorfe Godesberg eine Mineral-quelle, wurde zu Ende 1791 zum Lehrer der Chemie bestimmt und, nachdem er
1792 auf Reisen in Deutschland seine ehem. Kenntnisse erweitert hatte, trat er
1793 die ord. Professur der Chemie und Arzneimittellehre zu Bonn au, war da-selbst 1798—1804 Prof. der Experimentalphysik und Chemie an der Centralschule,wurde 1805 Kurhessischer Hofrath, Prof. der Chemie, Med. und Pharmacie ander Universität zu Marburg, 1810 Director des Colleg. med. zu Marburg, lehnte1817 einen ehrenvollen Ruf nach den Niederlanden ab, wurde 1821 Director desehem. Instituts und des Medicinalvereines der Prov. Oberhessen, sowie Medicinal-