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6 (1888) Treiber - Zypen. Nachträge und Ergänzungen
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WIDERHOFER. — WIEBEL.

Kinderspitals. Ausser einzelnen kleineren Abhandlungen im Jahrbuche für Kinder-heilkunde, dessen Mitredacteur er seit 1863 ist, schrieb er: „Die Kranlihh. amNabel der Neugeborenen 11 (Wien 1863, m. Farbendr.), zusammen mit Mayr,Schullee, Schott: „Ueber Syphilis haereditaria" (Wien 1862, m. 5 Farbendr.),ferner in Gerhardt's Handb. der Kinderkrankhh. (1878, III, 2; 1880, IV, 2):,,Kranich}, der Bronchialdrüsen" und: „Krankhh. des Magens und Darmes".

Ked.

Widmaim, Johannes W. (Salicetus), genannt Möehinger, vonseinem Geburtsorte Möchingen, wo er 1440 geb. war, studirte Med. in Italien,erhielt 1474 eine Pfründe auf der Universität Freiburg, war 1481 in BadenLeibarzt des Markgrafen, kam 1484 nach Tübingen als ord. Lehrer der Med.,wurde 1491 Leibarzt des Grafen Eberhard d. Ae. von Württemberg, begleitetedenselben 1495 auf den Reichstag nach Worms, war 1497 Decan der Univers.Tübingen, kam 1506 als Stadtarzt nach Ulm, und fand hier Müsse, seinen Ruhm,den er als prakt. Arzt erworben, auch durch Schriften zu bewähren. Er warder erste angesehene Arzt, der gegen die zu seiner Zeit aufgetauchte neue Krank-heit, die Syphilis, das Quecksilber öffentlich empfahl. Hensler (Geschichte derLustseuche, Altona 1780, I, pag. 22—24) nennt ihn einen gelehrten, wahrheits-liebenden Mann und giebt seinem Werke: „De pustulis, quae vulgato nominedicuntur mal Franzos" (Strassburg 1497, 4.) vor den meisten des 15. Jahrh.über diesen Gegenstand den Vorzug. Er war auch auswärts, besonders in Strass-burg, ein sehr beliebter und gesuchter Arzt und starb 31. Dec. 1524 zu Pforz-heim , wohin er als Leibarzt des Markgrafen von Baden einige Jahre vorhergezogen war. Er hatte noch geschrieben: „De pestilentia" (1501) — „Regimentdurch den hochgelerten und vbertreffl. der arznei Doctor Johann W y dmanngenannt Möehinger gesetzt, wie man sich in pestilenzialischer Lvft gehaltensolle u. s. w. ... geendet zu Strassburg von Mag. M att hi a Schüre r imSept. 1511" (Strassburg 4.; 1519) — „De thermis ferinis" (Tiibing. 1513, 4.) —„Arn nützliches Büchlein von dem Wildpad, gelegen im Fürstenthumb Wirtem-berg" (Ib. 1523, 4.; 1519; 1611).

Wey ermann, Nene Nachrichten etc. Ulm 1829, pag. 609. G.

*Widmanri, Oscar W., geb. 18. März 1839 zu Lemberg, studirte anfäng-lich in Pressburg Jura, ging 1860 nach Wien, trat in die med. Facultät, siedelte1861 nach Krakau über und wurde dort 1866 Doctor, worauf er Seouudararztam allgem. Krankenhause zu Lemberg und Assistent der therapeut. Klinik an derdortigen Medico-Chirurgenschule wurde. Seit 1871 leitet er als Primarius die med.Abtheilung des Krankenhauses. Mit besonderer Vorliebe befasste er sich mit denKrankheiten des Herzens und der Blutgefässe. Ausser zahlreichen Artikeln in denpoln. Fachblättern schrieb er „Choroby serca i wielkich pni naczyniowych"(Die Krankheiten des Herzens und der grossen Gefässstämme, Warschau 1884).

K - & p -

Widmann, s. a. Wiedemaxn.

Wiebel, Johann Wilhelm von W., preuss. Militärarzt, geb. 24. Oet.1767 zu Berlin, promovirte 1795 in Erlangen mit der Diss. „Analecta quaedamde ulceribus pedum vetustis", wurde 1784 Compagnie-Chirurg, 1807 General-Chirurg, 1814 Leibarzt des Königs, 1815 Geh. Ober-Med.-Rath und designirterNachfolger Goercke's , nach des Letzteren Tode, 1822, Chef des Militär-Medicinal-wesens und 1. Generalstabsarzt, wurde 1827 geadelt und 1836, an Hufeland'sStelle, zum 1. Leibarzte des Königs ernannt. Die Zeit, in welcher v. W., unter-stützt von Bdettner und Lohmeyer , das Heeres-Sanitätswesen leitete, wareine Friedenszeit, in welcher gleichwohl W.'s Thätigkeit segensreich auf dieGestaltung der Kriegs-Sanitätsverfassung einwirkte. Er schaffte die Medicingelderim preuss. Heere ab und führte eine neue Art der Heilmittel-Verpflegung ein.Unter seinem Einflüsse wurde einer gründlicheren Ausbildung der Militärärzte