"WETZLER. — WEYER.
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der Diss. „ Ueber das Fehlerhafte der seitherigen Methode, Scheintodte zu be-handeln" , prakticirte 1802 zu Straubing, war dann Landgerichtsphysicus zuLandau in Niederbayern, wurde 1804 Med.-Rath der kurfürstl. bayer. Landes-direction in Schwaben zu Ulm, auch Director des Vaccinations-Instituts, war 1807bis 1808 Provinzial-Impfarzt, seit 1808 Reg.- und Kreis-Med.-Rath in Augsburg.Er schrieb: „ Gedanken über die beste Art und Weise, die Impfung der Kuh-pocken allgemein zu machen u. s. w." (München 1803) — „Gesundheitskatechis-mus für den Bürger und Landmann u. s. w." {Ulm 1804) — „Entwurf einersystemat. Medicinal-Einrichtung für die Kurpfalzbayr. Staaten 11 (Ib. 1805) —„ Belehrung des Landvolkes über die Schutzblattern; u. s. w." (3. Aufl., Ib. 1806) —„Aktenstücke über die Schutzpocken-Lmpfung in der königl. ßayr. Prov. inSchwaben; u. s. w." (1807) — „Ueber das Medicinalwesen in der vor-maligen königl. Bayr. Provinz in Schwaben; oder Rechenschaft über meineGeschäftsführung als Med.-Rath bey der Landesdirektion u. s. w." (Augsb. u,Nürnb. 1810) — .. Beyträge zur theoret. und prakt. Med." (Bd. 1, Mainz 1819) —„Ueber Gesundbrunnen und Heilbäder" (3 Thle., Ib. 1819, 25) — „Beobachtt.über den Nutzen und den Gebrauch des Keil'sehen magnet.-elektr. Rotations-Apparates in Krankhh." (2 Bde., Leipzig 1842). Dazu eine Anzahl populär-med. und Brunnenschriften und eine Reihe von Aufsätzen in der Salzburger med.-chir. Ztg. (1810, 14) und anderen Zeitschriften. Von 1838—40 war er Honorar-Prof. an der Universität München, dann in Würzburg Reg.- und Kreis-Med.-Rath.An beiden Universitäten hielt er Vorlesungen über Heilquellenlehre.
Prantl, II, pag. 532, Nr. 351. — Meusel, XVI, pag. 207; XXI, pag. 530. —Callisen, XXI, pag. 84; XXXIII, pag. 283. (}.
Weyer, Johan W. (latein. Wierus ), aus einer edlen Familie Zee-lands entsprossen, 1515 in Grave (Nord-Brabant), wohin seine Eltern vor dengrossen Ueberschwemmungen auf den Inseln Zeelands geflüchtet waren, geb., war1533 in Bonn, als Schüler des berühmten Agrippa , 1534 Student in Paris undspäter in Orleans, wo er 1537 zum Dr. med. promovirte. Danach machte erwahrscheinlich grosse Reisen, scheint 1540 in Grave als Arzt wirksam gewesen zusein und wurde 1545 zum Stadtarzt in Arnhem ernannt. 1550 zum Leibarzt desHerzogs Wilhelm von Jülich-Cleve-Berg erwählt, hatte er als solcher viel Zeitzum Studium und veröffentlichte dann auch 1563 seine unsterbliche Hauptarbeit:„De praestigiis daemonum, et incantationibus ac venefieiis, libri V" (Basel 1563 ;7 Aufl. bis i583), worin er, wie Binz sagt: „im frommen Sinne, voll Mitgefühlmit den unschuldig Leidenden, voll Zorn gegen die Dummheit und Lüge sichselbst den Weg bahnt durch die Finsterniss, den Wust und Spuk seiner leicht-gläubigen Zeit" und gegen den Hexenwahn zu Felde zieht, den Aberglauben,hauptsächlich den Glauben an Zauberei, am kräftigsten bestreitet, weshalb Hallerihn sehr richtig „vir ingenii supra saeculi sui modulum erecti, sagarum et fabu-losorum daemoniacorum strenuus detector" nennt. Ueber diesen Gegenstand schrieber auch noch: „De lamiis" (Basel 1577) — „Pseudomonarchia daemonum"(1580) — „De commentitiis jejuniis" (Basel 1577, 82) — „De irae morbo"(Ib. 1577). Ausserdem gehört W. zu den vornehmsten Epidemiographen seinerZeit (wie Israels schon 1858 in seiner vortrefflichen Uebersetzung von Haeser'sGesch. der Med. nachgewiesen hat) durch die Veröffentlichung seines „Arznei-buch von etlichen bisanher unbekannten und unbeschriebenen Krankheiten etc."(Frankf. a. M. 1580, 83; latein. u. d. T.: „Medic. observ. rararum Uber I, descorbuto, de quartana, de pestilentia, angina, pleuntide et peripneumonia etc."(Amsterd. 1657), von Haller „egregius libellus, cum quo valde pauca priorumopera compares" genannt, seiner Abhandl.: „De sudore anglico, anni 1586 et 92"und „De variolis" (von Blankaart in's Holländ. übersetzt). W.'s sämmtliche Werkeerschienen u. d. T.: „Opera omnia" (Amsterd. 1661). Er bekam 1578 seine Ent-lassung als herzogl. Leibarzt (sein Sohn G a 1 m u s war sein Nachfolger), etablirtesich in Cleve und trieb da Landwirthschaft, bis der Tod ihn am 24. Febr. 1588