Druckschrift 
3 (1886) Haab - Lindsley
Entstehung
Seite
534
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

534

KOBZENIOWSEI. — EOSMINSKI.

Petersburg berufen und nahm an der dortigen medicinisch-chirurgischen Akademieden Lehrstuhl der Chirurgie ein, liess sich 1878 pensioniren und kehrte wiedernach Warschau zurück. Während des russisch-türkischen Krieges (1877—78) warer Chef des Sanitätswesens bei der Armee des Grossfürsten Thronfolgers undstarb 1879 in Petersburg. K. besass eine staunenswerthe Geschicklichkeit imOperiren, that sich als Lehrer nicht hervor und hat auch als Schriftsteller nichtsBedeutenderes geleistet; seine Arbeiten finden sich meist in Tygodnik lekarski,Klinika und Pamietnik Towarzystwa lekarskiego. K & p

* Kosciakiewicz , Anton K., geboren am 23. Mai 1809 bei Biala inPodlachien, trat 1830 als junger Student der Medicin in Warschau in die Reihender polnischen Armee; im Januar 1831 einem Linien-Infanterie-Regiment ein-verleibt , avancirte er auf dem Schlachtfelde zum Unter-Lieutenant und wurdedann Bataillons - Adjutant; nach dem unglücklichen Ausgange der polnischenRevolution emigrirte er nach Frankreich, wo er 1832 in Montpellier seinemedicinischen Studien wieder aufnahm und daselbst 1836 mit der These: „Essaisur Vhypochondrie" promovirt wurde. Seit 1840 lebt er als praktischer Arztin Kive-de-Gier (Loire), war 1848 Hauptmann der Nationalgarde und im deutsch-französischen Kriege (1870—71) Chirurgien-major. Von seinen Schriften seienhier genannt: „Memoire pratique sur les affections typhoides" (Paris 1842) —„Memoire pratique sur les accouchements artificielles" (Lyon 1845) — „Obser-vaciones de cirujia practica" (Madrid 1846) — ,, Memoire pratique sur lapleuro-peripneumonie aigue" (Paris 1848) — „Memoires sur les epiddmies dea variole et de la varioloide de 1861 et 1871" (Saint-Etienne 1872).

K. & P.

*Kosinski, Julian K., geboren in Iwoniszki am 16. November 1833,studirte in Petersburg (bis 1858) und wurde Arzt am Ujazdow'schen Militärhospitalin Warschau, 1862 Prosector, 1869 ausserordentlicher und 187 7 ordentlicherProfessor der Chirurgie und Director der chirurgischen Klinik in Warschau. Inden Jahren 1866—68 unternahm er eine Studienreise nach Deutschland undFrankreich, während welcher er sich ausschliesslich der Chirurgie widmete. AlsSchriftsteller ist K. bis jetzt sehr wenig thätig gewesen, seine casuistischen Mit-theilungen finden sich in den Journalen: Klinika, Gazeta lekarska, Medycyna,Pamietnik Towarzystwa lekarskiego, Wiener med. Wochenschrift und Centraiblattfiir Chirurgie. K & P

Kosminski, Stanislaus K., geboren am 22. Mai 1837 zu Warschau,studirte er in Moskau von 1856—1861 Medicin, daneben auch noch Geschichteund Philologie, begann seine ärztliche Praxis in Warschau, bereiste 1862 alsLeibarzt einer angesehenen lithauischen Familie Deutschland und Frankreich, tratjedoch beim Ausbruche des polnischen Aufstandes 1863 als Feldarzt in die Reihenseiner Landsleute. 1864 liess er sich in Zakroczym nieder, wo er Kreisarzt wurde,siedelte aber schon im folgenden Jahre nach Warschau über und wurde in derAugenklinik Prof. Szokalski's Assistent; 1867 und 1868 studirte er in Berlinunter v. Graefe's Leitung mit Eifer Augenheilkunde. Nach Warschau zurück-gekehrt, wurde er Augenarzt am Kinderhospital, am Waisenhause, sowie noch anzwei anderen philanthropischen Privatanstalten, war von 1871—83 Bibliothekarder Warschauer ärztlichen Gesellschaft und erwarb sieh um die Bibliothek der-selben die grössten Verdienste, indem er sie von etwa 6000 Nummern durchseine Bemühungen und seine persönliche Opferwilligkeit bis zu 11.000 Nummernvermehrte. Er starb am 14. September 1883. — K. war einer der gebildetstenpolnischen Aerzte, ein gründlicher Kenner der Literatur und Geschichte derMedicin ; ausser seiner Muttersprache sprach er geläufig russisch, deutsch, französischund italienisch u. s. w. Trotzdem er als gesuchter Arzt sehr viel beschäftigt war,fand er doch noch immer Zeit genug, um sich seinen Privatstudien zu widmen, deren