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3 (1886) Haab - Lindsley
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ISRAELS. ITABD.

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,,De Verdiensten der Hollandsche geleerden ten opzichte van Harvey's leervan den bloeds-omloop" (1883, gekrönte Preisschrift). 187476 redigirte erHygieia, Weelcblad voor de Gezondheidsleer". Auch lieferte er eine Uehersetzungvon Idelee'sAllgemeine Diätetik für Gebildete" (Amsterdam 1851) und einevon Haeser'sLehrbuch der Geschichte der Medicin" 2. Aufl. (Amsterdam185559), wobei er jedoch, wie Haeser selbst sagt, aus dem reichen Schatzeseines Wissens so viel Zusätze und Verbesserungen hinzugefügt hat, dass dieholländische Ausgabe dadurch Vorzüge vor den Originalen erhalten hat. Wie manaus den Artikeln Albinus ersehen kann, war er, leider nur kurze Zeit, auch Mit-arbeiter am vorliegenden Biographischen Lexikon.

C. E. Daniels, Levensschets van Dr. A. H. Israels. Amsterdam 1884.

C E. D ani e 1 s.

Itard, Jean-Marc-Gaspard I., ausgezeichneter französischer Arzt,besonders im Fache der Ohrenheilkunde, 1775 geboren zu Oraison (Provence),gestorben zu Paris am 5. Juli 1838, begann seine medicinische Laufbahn inaussergewöhnlicher Art. Nachdem er seine Schulstudien beendet hatte, trat er inein Bankhaus ein. Plötzlich wurde aus ihm ein Mediciner in Folge seiner An-werbung zum Militär, welcher er sich als angeblicher Mediciner entzog und alssolcher, trotz seiner völligen Unkenntniss der Medicin, als Unterarzt am Militär-hospital zu Soliers installirt wurde. Mit Begeisterung das neue Fach ergreifendstudirte er Tag und Nacht und wurde bald ein geschickter Operateur. AlsChi-rurgien interne" am Höpital d'instruction in Paris erhielt er 1786 die Ernennungzum Chirurgien aide-major des Val-de-Gräce und wurde 3 Jahre später zumArzt des Pariser Taubstummen-Institutes gewählt. Von dieser Zeit und Stellungstammt eine grosse Anzahl von Studien und Schriften über das Gehörorgan,welche ihm bald einen europäischen Ruf einbrachten. Nicht minder beachtens-wert waren seine Arbeiten über andere Zweige der Medicin, so z. B. über dasStottern, über die Wassersucht etc.; auch war er seit 1816 Mitredacteur desJourn. univers. des scienc. med., seit 1822 der Revue med. und seit 1832 desDict. de med. Sein vorzüglichstes, namentlich wegen der darin niedergelegtenguten Krankengeschichten und Beobachtungen uoch heute sehr beachtenswerthesWerk: l'raite des maladies de Voreille et de Vaudition" (2 Bde., Paris 1821)war epochemachend und enthält nach einer historischen, anatomischen und physio-logischen Einleitung wesentlich praktische, auf Grund von 172 prägnanten Kranken-geschichten niedergelegte Thatsachen über die gesammte Ohrenheilkunde, so dasses schwer fällt, irgend ein Capitel, z. B. das 1. über die subjectiven Gehör-empfindungen (du bourdonnement), als vorzugsweise gelungen hervorzuheben. Nichtminder hervorragend in der Construction von chirurgischen und akustischen Instru-menten, sowie in der Verbesserung der operativen Technik, beschreibt er indiesem Buche die Paracentese des Trommelfells, für welche er bereits die nochheute geltenden Indicationen: Secretanhäufung und unlösbaren Verschluss der TubaEust., kennt. Freilich steht er in Bezug auf die Diagnose und Therapie derMittelohrerkrankungen hinter seinem Landsmanne Deleau jeune bedeutend zurück,da er sich mit dem valsalva 'schen Versuch begnügte und an den flüssigen Ein-spritzungen mit dem Catheter festhielt, obwohl er als guter Beobachter bereitsangiebt, dass dieselben Schwindel und Kopfschmerz verursachen und das Sausenvermehren. Von seinen akustischen Instrumenten ist besonders hervorzuheben deracouometre", bestehend aus einem einfachen kupfernen Ringe, der von einemmit Quadrant versehenen Pendel angeschlagen wird, ein Instrument, welches allenspäteren physiologischen und otiatrischen Hörmessern ähnlicher Art zur Grundlagegedient hat; ferner seine gehörverstärkenden, durch eine Feder am Ohr und Kopfzu befestigenden Schallmuscheln für Schwerhörige. Weniger Glück hatte er mit derangeblichen Heilung von Taubstummen, wie auch mit dem alsSauvage del'Aveyron" literarisch bekannt gewordenen jungen Idioten, den er nackt von derStrasse zu sich nahm, ohne dass es ihm gelang, demselben die Sprache beizubringen.