HWASSER. — HYATT.
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Seine eigene wissenschaftliche Ausbildung hatte unter dem Einflüsse der natur-philosophischen Schule stattgefunden und sein speculativer Geist beschäftigtesich gern mit allgemeinen Betrachtungen über biologische Fragen. Seine Ansichtvon dem Leben als die belebende und sich verjüngende Kraft in der organischenwie moralischen Welt bildet den rothen Faden in seiner Behandlung sowohl all-gemeiner medicinischer, wie socialer Probleme. Seine Schriften zeichnen sichzugleich durch eine tiefe psychologische Grundlage aus. Die innige Ueberzeugungund die glühende poetische Sprache wirkt ergreifend auf den Leser. Wenn erauch ein überwiegend speculativer Geist war, so versäumte er doch nicht dieForderungen der praktischen Medicin. Seine Vorlesungen waren ein treuer Aus-druck der damaligen Erfahrungen in der praktischen Heilkunde und bei demherrschenden Mangel an Lehrbüchern seiner Zeit ein zuverlässiger Leitfaden fürdie angehenden Aerzte. Mit grosser Vorliebe beschäftigte er sich mit Arbeiten aufdem Gebiete der Geschichte der Medicin. Die gründliche Kenntniss der mcdiciuischenTheorien und die geistvolle Darstellung sowohl des individuell Charakteristischen,wie der allgemeinen culturhistorischen Strömungen der Zeit bewahren seinenSchriften über S ydenham (1845) und O lof R odbeck (1846) einen bedeutendenPlatz in der medicinischen Literatur. Die idealistische Auffassung H .'s von demZusammenhange der Wissenschaften unter sich und ihrer Rückwirkung auf einandertrat besonders in dem Kampfe zwischen dem medico-chirurgischen Institut inStockholm und der medicinischen Facultät zu Upsala hervor. Von dem Ende derZwanziger-Jahre an fand das Streben, den ganzen medicinischen Unterricht inSchweden und alle dazu nöthigen praktischen Hilfsmittel in einer für sich beste-henden grossen Unterrichtsanstalt zu vereinigen, mächtige Fürsprecher sowohl beieinflussreiehen Männern, wie in den Reichstagen. H. trat an die Spitze Derjenigen,die für den Zusammenhang der medicinischen mit den anderen akademischenStudien kämpften und mehrere seiner Schüler setzten mit grosser Energie dieVertheidigung der Universitäts-Interessen fort. Nach vieljährigen Berathungen wurdedas Verhältniss zwischen dem Institut (der Specialschule) und den Universitätendurch die Statuten vom 13. November 1874 geordnet. Die Folgen dieses Kampfeswaren durch die vielseitigen Reformen in dem Unterrichtswesen, die Errichtungneuer Professuren und Erweiterung der klinischen Anstalten, die dadurch in's Lebengerufen wurden, beiderseits fruchtbringend. Ein edler Wetteifer für die Entwicke-lung der medicinischen Wissenschaft in Schweden ist an den Tag getreten. DasWiederaufblühen der medicinischen Facultät zu Upsala muss als ein Werk derrastlosen Thätigkeit und eifrigen Bemühungen H.'s angesehen werden. Sein Namewird auch damit für immer verbunden sein. Zu seinem Gedächtniss stiftete derKönig Carl XV. das „HwASSEß 'sche Reisestipendium" für Aerzte (jetzt 1000 schwe-dische Kronen jährlich). Unter seinen zahlreichen Schriften sind zu erwähnen:„De typho contagioso" (Upsala und Abo 1816) — „Smäe skrifter af mecli-cinskt innehäll" (I, II, Upsala 1839—1842; enthaltend praktisch-medicinischeAbhandlungen) — „Läran om Feber" (I, II, Upsala 1839—1844) — „Omeiktenskapet" (Ebenda 1842) — „Om vär tids ungdom" (Ebenda 1842) — „Ommannens ynglingaälder" (Ebenda 1842). Mehrere ästhetische und politischeSchriften: „Om Tegner som skald" (1847) — „Betraktelser öfver arbetenaf Walter Scott och öfver Shakespeares Macbeth" (1851) — „OmÄllians-tractaten emellan Sverige och Ryssland 1812" (Stockholm 1838) —„Om Sveriges framtid" (Upsala 1843) — „Om Norges befrielse och föreningmed Sverige" (1857). Prof. P. H edenius hat „Valda Skrifter af I sr . H wasser"(I—IV, Stockholm 1868—1870) herausgegeben. 0 Hj e it
*Hyatt, Henry Otis IL, geboren am 5. Mai 1848, studirte Medicinin Philadelphia und promovirte daselbst am 13. März 1868, worauf er sich inGreenville und später, im Februar 1872, in Kinston, N. C., niederliess. 1872hielt er vor der N. C. Med. Soc. einen, in deren Verhandlungen später zumAbdruck gekommenen Vortrag über: „Placenta 'praevia"; ausserdem veröffent-