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2 (1885) Chavet - Gwinne
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FABRICIUS.

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anatomischen und physiologischen Abhandlungen: „ Opera omnia anatomica etphysiologica " (Padua 1625 f.; Leipzig 1657 f., 1687 f., 452 pag. (ed. Joh. Bohn);Leyden 1738 f. (cur. B. S. Albinus).

Douglas. — Romiti, II merito anatomico di Girolamo Fabrizi d'Acquapendente.Lo sperimentale. Aprile 1883. KarlBardeleben.

Fabricius Hildanus, Wilhelm F., aus Hilden bei Düsseldorf (eigent-lich Wilhelm Fabky genannt) gebürtig, erblickte das Licht der Welt als Kindunbemittelter Eltern am 25. Juni 1560. Seinen ersten Unterricht genoss er aneiner höheren Schule (wie er sagt, „Akademie") zu Cöln. Der frühzeitige Tod seinesVaters, eines Gerichtsschreibers, der damals in den Niederlanden wüthende Bürger-krieg sowie späterhin das Ableben seines Stiefvaters nöthigten ihn, die Schule zuCöln schon im 13. Lebensjahre zu verlassen und seinen Wunsch, sich die medici-nische Bildung auf einer Universität anzueignen, aufzugeben. Ueber die nächsten3 Jahre seines Lebens schwebt ein unerhelltes Dunkel. Er scheint diese Zeit sichselbst überlassen geblieben zu sein. Die Kenntniss der Sprachen des classischenAlterthums sowie der nicht gewöhnliche Grad von classiseher Bildung, die F.besass, spricht aber dafür, dass er diese Zeit zu seiner Ausbildung benützte. Schliess-lich fand er in einem Freunde seiner Familie, dem niederländischen Dichter KarlUtenhov, einen Protector, der es ihm ermöglichte, sich im 16. Lebensjahre derWundarzneikunst zuzuwenden. Er kam zum Wundarzte Dumgens in Neuss in dieLehre, bei dem er 4 Jahre, bis 1580, verblieb. Darnach trat er als Gehilfe beidem tüchtigen Wundarzte cosmos Si.otanus (Slot ), Leibbarbier und Leibwundarztdes Herzogs Wi 1 he 1 m zu Jülich-Cleve-Berg, zu Düsseldorf ein. Bei diesemdiente er 5 Jahre (bis 1585). Nach einem kurzen Aufenthalte in Metz wechselteer diesen Dienst mit jenem bei dem berühmten Chirurgen Jean Griffon zu Genf.Hier blieb er 3 Jahre (1585—1588) und verehelichte sich während der Zeit mitder Genferin Maria Colinetia. Theoretisch und praktisch in der Chirurgiesowie in den anderen medicinischen Disciplinen gehörig ausgebildet, inachte F.zunächst eine Reise durch Frankreich und liess sich dann in seinem HeimatsorteHilden nieder. Hier litt es ihn jedoch nur drei Jahre, worauf er nach Cölnübersiedelte (1591), um Gelegenheit zu haben, sich an der dortigen Hochschuleweiter ausbilden zu können. In Cöln beschäftigte er sich auf dein anatomischenTheater, besuchte die Vorlesungen des berühmten Professor Manlius und verfassteseine Erstlingsschrift: „De qangraena et splracelo", die ihn rasch bekannt machte.(Diese Schrift erlebte 11 Auflagen und wurde in das Lateinische sowie in dasFranzösische übersetzt.) Trotzdem sich ihm dort die besten Aussichten in derPraxis eröffneten, verliess er dennoch Cöln nach öjährigem Aufenthalte (1596) undbegab sich, nach einem kurzen Besuche seines Lehrers und Freunde Griffon inGenf, nach Lausanne. Aber auch in Lausanne hielt er es nicht lange aus. Nach-dem er ein günstiges Anerbieten zur Uebersiedlung nach Polen ausgeschlagen,wendete er sich wiederum nach Cöln, wo er zwei Jahre prakticirte und dann aber-mals nach Lausanne ging. Zwei Jahre später übersiedelte er 1602 nach Payerne(Peterlingen im Canton Wandtj, wohin ihn der Rath der Stadt zum Stadtarzteberief. In Payerne lebte F. 9 Jahre. 1611 kam er zum dritten Male naeliLausanne. 1614 zog er nach Bern, wohin ihn der Rath der Republik als Stadt-arzt berufen hatte. Er nahm diesen Ruf an und wurde im folgenden Jahre zum„Burger und Stadtsessen" aufgenommen. Am 6. April 1617 wurde F. als „Meister"bei der Schmiedenzunft aufgenommen. Er starb, von Gicht und Asthma geplagt,am 14. Februar 1634. Der so häufige Wechsel seines Berufsortes darf wenigeraus der Unstetigkeit seines Charakters erklärt werden, als mehr aus der Gepflogen-heit der berühmten Aerzte sowie Lehrer der Hochschulen der damaligen Zeit,welche viel häufiger, als dies jetzt der Fall ist, ihren Aufenthaltsort wechselten.F.'s Ruf als berühmter Arzt und Chirurg, durch seine Publicationen noch erhöht,war ein so grosser, dass er nach allen Richtungen hin zu Consultationen und